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Die Zerstörungspolitik Roms




Der Krieg um Karthago:

Was folgt, ist eines der abscheulichsten Beispiele der römischen Zerstörungspolitik, und dass die Römer bei der gesamten Aktion offiziell keinen einzigen Vertrag brechen, macht die römische Vorgangsweise noch niederträchtiger und lässt die römische Schlauheit zur Abgefeimtheit werden. Denn im Jahr 150 reisst den Karthagern die Geduld. In höchster Verzweiflung werden die Anhänger Massinissas aus der Stadt vertrieben, und als dieser daraufhin auf karthagisches Gebiet einmarschiert, schicken ihm die Karthager ohne Zustimmung Roms ein Heer mit Hasdrubal an der Spitze entgegen. Man hat in Rom nicht einmal angefragt, denn eine Zustimmung der Römer zu einem Krieg gegen die Numider wäre völlig ausgeschlossen.


Hasdrubal wird geschlagen, doch Karthago hat den Friedensvertrag mit Rom gebrochen. Daraufhin verlegen die Römer beide Konsuln nach Sizilien, um mit einem Heer nach Afrika überzusetzen. In dieser Situation geht Karthago zum Äußersten: Man vollzieht eine deditio, da das Heer im Kampf gegen Rom chancenlos wäre. Man verurteilt sogar die Generäle, die den unerlaubten Krieg geführt haben, zum Tod, woraufhin der Senat den Karthagern Freiheit, Besitz, Land und Verfassung garantiert und 300 vornehme Karthager als Geiseln verlangt. Für alles Weitere sollten die Befehle der Konsuln angewartet werden. Nach ihrer Landung in Afrika verlangen sie von Karthago die Auslieferung aller Waffen, und die Karthager kommen dem Befehl nach. Dann ordnen sie an, dass alle Bewohner die Stadt zu verlassen und sich 15 Kilometer landeinwärts anzusiedeln haben, die Stadt selbst werde zerstört. Rein juristisch ist Rom im Recht, doch ohne Hafen gibt es keinen Handel mehr und ohne Festung ist man schutzlos.