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Filmliste - Stichwort "Plastifikation


Anatomie
BRD2000103 min
Im Vorspann wird bereits in einer Nahaufnahme gezeigt, worum es in dem Film geht. Man sieht wie eine noch lebende Person, von zwei Personen, im Obduktionssaal aufgeschnitten wird. Dabei muss das Opfer feststellen, dass es völlig bewegungsunfähig ist.

Hauptfigur ist die intelligente und sehr ehrgeizige Münchner Medizinstudentin Paula, die während des Sommers einen Anatomie-Kurs bei dem angesehenen Professor Grombek der Universität Heidelberg belegen will. Während der Zugfahrt lernt sie Gretchen kennen, die auch zu den auserwählten Studenten gehört. Die beiden Frauen verkörpern im weiteren Verlauf der Geschichte gegensätzliche Charaktere. Gretchen nimmt ihr Studium bei weitem nicht so ernst wie Paula. Sie will in erster Linie das Leben genießen und viel Spaß haben. Deshalb beginnt sie in Heidelberg auch gleich eine Affäre mit dem Kommilitonen Hein. Als die beiden Studentinnen zum ersten Mal den Anatomie-Saal betreten, blicken sie schockiert auf eine der Leichen, die zur Obduktion bereitliegen. Der tote Körper scheint sich zu bewegen. Die Frauen glauben an einen Scherz eines Kommilitonen, aber als Gretchen das Tuch entfernt, sehen sie, dass der Kopf fehlt. Paula zeigt jedoch auch hier ihre professionelle Einstellung. Mit einer sachlichen Analyse kommt sie zu dem Schluss, dass die Muskeln durch elektrische Impulse bewegt wurden und enttarnt die Witzbolde.

Professor Grombek begrüßt seine Studenten und weist mit pathetischen Worten auf die Bedeutung ihrer Tätigkeit hin: "In diesem Raum wurde noch kein Schmerz gelindert, kein Patient geheilt. Dafür werden hier Grundlagen geschaffen."

Als Paula die Leiche für die erste Sektion sieht, traut sie ihren Augen nicht. Vor ihr liegt der junge Mann, den sie auf der Hinfahrt im Zug wiederbelebt hat. Sie bleibt jedoch ruhig und führt die pathologische Untersuchung durch. Dabei fällt ihr auf, dass das Blut auf seltsame Weise verdickt ist. Sie bittet einen befreundeten Biochemiker um Hilfe. Bei der Analyse findet er die Chemikalie Promidal, die eigentlich nicht in einen menschenlichen Körper gehört, sondern bei Tieren benutzt wird, um diese für eine Präparation auszutrocknen.

Diese Entdeckung weckt Paulas Neugier. Sie untersucht die Leiche noch einmal genau. Am Oberschenkel entdeckt sie eine Tätowierung, aber der Abkürzung AAA kann sie zunächst keine Bedeutung zu ordnen. Nach weiteren Recherchen kommt sie jedoch einer alten Geheimgesellschaft auf die Spur. Hinter dem Kürzel AAA verbergen sich die Antihippokraten, eine Geheimloge aus Ärzten und Studenten, die sich dem Eid des Hippokrates widersetzen. Bei ihrem Streben nach medizinischem Fortschritt lassen sie sich nicht von ethischen Bedenken stören und schrecken noch nicht einmal vor Mord zurück. Ein weiteres Detail bringt Paula akut in Gefahr: Die Zentrale der Antihippokraten ist die Universität Heidelberg.

Paula lässt sich jedoch bei ihren Nachforschungen weder von blutigen Spuren auf ihrem Bett noch von Hein aufhalten Hein verhält sich von da an seltsam. Als Paula beobachtet, wie er die Leichen im Anatomie-Saal schändet, flüchtet sie vor ihm und läuft mitten in Grombeks Arbeitszimmer. Dort entdeckt sie das Zeichen der Antihippokraten. Nun ist klar, dass der angesehene Professor der Großmeister der Geheimloge ist. Aber Paulas Verbindung zu den Antihippokraten ist enger, als sie glaubt. Grombek erzählt ihr, dass auch ihr Großvater zu der Gruppe gehörte. Ihr Großvater selbst war Großmeister der Loge, ist für die Entwicklung der Promidal-Methode verantwortlich und hat während des Dritten Reichs totkranke Kriegsgefangene lebend seziert. Paula fährt sofort zurück nach München, um mit ihrem Großvater persönlich darüber zu reden. Doch sie kommt zu spät. Der alte Herr ist soeben verstorben.

In einer Versammlung der Antihippokraten muss Hein sich wegen der Morde verantworten. Die Vorwürfe des Femerichters weist er zurück - sie seien nur Ausdruck kleinbürgerlicher Moral. Grombek kündigt ihm daraufhin an, dass er die Polizei verständigen und als Ausbilder von Hein die Verantwortung auf sich nehmen werde. Er ruft Paula in München an und bittet sie, ihn am nächsten Tag aufzusuchen. Kurz darauf wird er von Hein ermordet.

Paula kehrt, nachdem sie den Anruf auf dem Anrufbeantworter abgehört hat, sofort nach Heidelberg zurück. An der Tür von Grombeks Haus findet sie eine gefälschte Notiz, in der Grombek sie auffordert, abends in den Anatomiesaal zu kommen. Bevor sie am Abend dorthin geht, trifft sie sich mit Caspar und schläft mit diesem. In dessen Badezimmer findet sie eine Fläschen Promidal. Auf seinem Schreibtisch entdeckt sie Dokumente mit dem AAA-Siegel. Offenbar ist er also der zweite Antihippokrat der mit Hein zusammen Lebende seziert. Paula flüchtet sofort.

Im Anatomie-Saal trifft sie indes nicht den Professor, sondern Hein, der ihr auf drastische Weise offenbart, dass er die beiden vermissten Studenten ermordet hat: Er zeigt ihr Gretchens Leiche, die er in der Zwischenzeit plastiniert hat. Paula soll sein nächstes Opfer sein. Er überwältigt sie, fesselt sie auf dem OP-Tisch und injiziert ihr das berüchtigte Promidal. Kurz nachdem er den Saal verlassen hat, kommt Caspar hinein. Dieser befreit Paula und stoppt die Wirkung des Giftes mit einer Kochsalzlösung. Dabei erklärt er ihr, dass er in Wirklichkeit Oliver Kaufmann heißt und Geschichte studiert. Er hat sich heimlich in den Anatomiekurs geschlichen, um für seine Examensarbeit Ermittlungen über die Antihippokraten durchzuführen. Als die beiden den Saal verlassen wollen, kommt Hein mit dem im Film nur am Rande vorgestellten Ludwig zurück, der außerdem Olivers Mitbewohner ist. Während Hein beginnt Oliver aufzuschneiden, kann Paula Ludwig Promidal injizieren und schafft es zu fliehen. Hein verfolgt sie und will sie mit dem Skalpell erstechen, während Ludwig daran scheitert sich eine lebensrettende Kochsalzlösung zu injizieren. Nach einer dramatischen Jagd durch die Anatomie schneidet Hein in ein von Paula hochgehaltenes Elektrokabel. Doch schließlich tötet Paula den Totgeglaubten mit seinem eigenen Skalpell. Auch Oliver kann gerettet werden.

Im Epilog erfahren die Zuschauer im Gespräch zweier Studenten, dass die Tradition der Antihippokraten weitergeführt wird. Dabei meint die Studentin Gabi, dass sie die Praxis ihres Vaters übernehmen würde und man da ja auch immer mal wieder rumprobieren könnte.
© Wikipedia

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