ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

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ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon philistion » Sa 5. Jun 2010, 00:52

Der lahme Gott von Lemnos (nach Homer)
Hera ist mit Zeus in Streit geraten, weil sie argwöhnt, er habe Geheimnisse vor ihr. Da versucht ihr Sohn Hephaistos zu vermitteln:
"Du, meine Mutter, beschuldigst den Vater, überzeugt, dass du von ihm betrogen wirst. Aber versuche nicht zu Zeus übermütig zu sein, damit ich nicht gezwungen werde zu sehen, dass du bestraft wirst. Dann werde ich nicht imstande sein dir zu helfen. Denn obwohl wir alle sehr stark sind, sind wir wohl schwächer als Zeus, wenn wir mit ihm kämpfen.
Denn auch ein andermal schleuderte er mich schon, weil ich dir zu helfen versuchte, vom Olymp herab, nachdem er mich am Bein ergriffen hatte. Ich irrte den ganzen Tag lang durch die Luft, bis ich endlich in Lemnos herab fiel. Dort heilten mich die Sintier, weil sie Mitleid hatten. Seitdem bin ich lahm, aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste."
Version: 3
Grammatik: α-Kontrakta (Präsensstamm Med./Pass.), prädikativ gebrauchtes Partizip IV


Gute Nacht! :sleep:
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon Gerontos » Sa 5. Jun 2010, 11:22

Hallo philistion!

Nur eine Anmerkung:

Zeile 1: „ἐξαπατωμένη“ ist Part.Präs. und m.E. dann in der gleichen Zeitstufe wie „αἰτιᾷ“ wiederzugeben.


71 E

1. Longos steht im Verfassen glänzender Werke nur wenigen Dichtern nach.
2. Dieser Dichter sagt: „Wenn Chloe und Daphnis streiten und sich untereinander beschuldigen, sollten sie versuchen, den Streit auch wieder zu beenden.
3. Immer wenn der Streit von ihnen beendet wurde, lachten die Zwei und schauten sich liebevoll (wrtl.: liebend) an.
4. Daphnis (sagte): „ Auch wenn ich dich manchmal angeklagt haben sollte, Chloe, habe ich doch niemals aufgehört, dich mit Zuneigung zu betrachten und dich zu lieben. Niemals sollten wir versuchen, uns gegenseitig zu täuschen.“

Frage: Den Opt in Satz 3 habe ich in Verbindung mit ει und den Verben des HS als Opt.iterativus interpretiert. Um welchen Opt aber handelt es sich im ersten Teil von Satz 4, also „εἰ ... αἰτιῴμην“ ? Ich habe ihn als Potentialis übersetzt, auch wenn die Partikel ἄν nicht gegeben ist.

71 V Äsop

1.Über das Leben des Äsop schweigen sich die Alten fast gänzlich aus. 2.Von den Verehrern dieses Dichters sagen einige: „ Auf der Insel Samos verbrachte er einige Zeit als Sklave eines sehr feindseligen Herrn, der ihn das Leben nicht lieben ließ." 3. Äsop nun verfasste viele Sagen, in denen die Tiere wie Menschen reden, schreien und handeln, vielleicht deswegen, damit der Herr ihn nicht bestrafen kann ( wrtl.: damit der Herr nicht ein so beschaffener ist, ihn zu bestrafen), wenn er (Äsop) den Mächtigen Vorwürfe macht. 4. Wenn wir uns die Fabeln des Äsop anhören, lachen wir ganz gewiss, dann aber erkennen wir („αὐτόν“ kann ich nicht richtig einordnen, erkennen wir „an ihm“?), dass er die anderen Dichter wohl darin überteffen könnte, das Wahre versteckt auszudrücken.

Frage zu Satz 3: Der Finalsatz „ἵνα μὴ ὁ κύριος κολάσι αὐτὸν οἷος εἴη“ ist ja nicht wie üblich mit einem Konjunktiv, sondern mit einem Optativ (εἴη) gebildet. Das ist lt Gram. §95 möglich wenn es sich um einen Opt obliquus handelt. Als Prädikat des übergeordneten Satzes sehe ich dann „συνέγραψε“ an. Ist das korrekt?

Grüße von Gerontos
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon philistion » Sa 5. Jun 2010, 11:54

Danke Gerontos, das habe ich übersehen!
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon Quintus » So 6. Jun 2010, 12:51

Hallo amici,

mein Vorschlag:

"Du, meine Mutter, beschuldigst den Vater dass du von ihm betrogen wirst (Du beschuldigst, meine Mutter, den Vater, weil du von ihm betrogen wirst/überzeugt, dass du von ihm betrogen wirst (vgl. Hellas-Gr. § 82,5)). Aber versuche nicht zu Zeus übermütig zu sein, damit ich nicht gezwungen werde zuzusehen wenn du bestraft wirst ((...)damit ich nicht gezwungen werde zu sehen, dass du bestraft wirst (AcP nach Verben der sinnlichen und geistigen Wahrnehmung (Hellas-Gr. § 83,2)). Dann werde ich nicht imstande sein dir zu helfen. Denn obwohl wir alle die Stärksten (sehr stark) sind, sind wir wohl schwächer als Zeus, wenn wir mit ihm kämpfen.
Er schleuderte mich nämlich auch schon ein andermal, als ich dir zu helfen versuchte, nachdem er (mich) am Fuß genommen hatte, vom Olymp herab (Denn auch ein andermal schleuderte er mich schon, weil ich dir zu helfen versuchte, vom Olymp herab, nachdem er mich am Bein ergriffen hatte) . Ich irrte den ganzen Tag (lang) durch die Luft, bis ich endlich in Lemnos herab fiel. Weil die sintischen Männer [oder einfach: die Sintier) dort Mitleid hatten, heilten sie mich (Dort heilten mich die Sintier, weil sie Mitleid hatten). Aber seit diesem [besser: "von da an"?] hinke ich [eigentl. bin ich hinkend], aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste. (Seitdem bin ich lahm, aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste)"

Viele Grüße,
Quintus
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon philistion » So 6. Jun 2010, 14:10

Danke Quintus. Ich habe nur am Anfang "meine Mutter" gleich nach das "Du" gesetzt, seid ihr einverstanden?
Mir kommt vor es klingt so doch ein wenig flüssiger.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 71 Der lahme Gott von Lemnos

Beitragvon waldi » So 12. Mär 2017, 11:39

Beitrag von philistion Fr 4. Jun 2010, 23:52
Der lahme Gott von Lemnos (nach Homer)
Hera ist mit Zeus in Streit geraten, weil sie argwöhnt, er habe Geheimnisse vor ihr. Da versucht ihr Sohn Hephaistos zu vermitteln:

"Du, meine Mutter, beschuldigst den Vater, überzeugt, dass du von ihm betrogen wirst. Aber versuche nicht zu Zeus übermütig zu sein, damit ich nicht gezwungen werde zu sehen, dass du bestraft wirst. Dann werde ich nicht imstande sein dir zu helfen. Denn obwohl wir alle sehr stark sind, sind wir wohl schwächer als Zeus, wenn wir mit ihm kämpfen.
Denn auch ein andermal schleuderte er mich schon, weil ich dir zu helfen versuchte, vom Olymp herab, nachdem er mich am Bein ergriffen hatte. Ich irrte den ganzen Tag lang durch die Luft, bis ich endlich in Lemnos herab fiel. Dort heilten mich die Sintier, weil sie Mitleid hatten. Seitdem bin ich lahm, aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste."

Version: 3
Grammatik: α-Kontrakta (Präsensstamm Med./Pass.), prädikativ gebrauchtes Partizip IV


Gute Nacht! :sleep:

Beitrag von Gerontos Sa 5. Jun 2010, 10:22
Hallo philistion!

Nur eine Anmerkung:

Zeile 1: „ἐξαπατωμένη“ ist Part.Präs. und m.E. dann in der gleichen Zeitstufe wie „αἰτιᾷ“ wiederzugeben.


71 E

1. Longos steht im Verfassen glänzender Werke nur wenigen Dichtern nach.
2. Dieser Dichter sagt: „Wenn Chloe und Daphnis streiten und sich untereinander beschuldigen, sollten sie versuchen, den Streit auch wieder zu beenden.
3. Immer wenn der Streit von ihnen beendet wurde, lachten die Zwei und schauten sich liebevoll (wrtl.: liebend) an.
4. Daphnis (sagte): „ Auch wenn ich dich manchmal angeklagt haben sollte, Chloe, habe ich doch niemals aufgehört, dich mit Zuneigung zu betrachten und dich zu lieben. Niemals sollten wir versuchen, uns gegenseitig zu täuschen.“

Frage: Den Opt in Satz 3 habe ich in Verbindung mit ει und den Verben des HS als Opt.iterativus interpretiert. Um welchen Opt aber handelt es sich im ersten Teil von Satz 4, also „εἰ ... αἰτιῴμην“ ? Ich habe ihn als Potentialis übersetzt, auch wenn die Partikel ἄν nicht gegeben ist.

71 V Äsop

1.Über das Leben des Äsop schweigen sich die Alten fast gänzlich aus. 2.Von den Verehrern dieses Dichters sagen einige: „ Auf der Insel Samos verbrachte er einige Zeit als Sklave eines sehr feindseligen Herrn, der ihn das Leben nicht lieben ließ." 3. Äsop nun verfasste viele Sagen, in denen die Tiere wie Menschen reden, schreien und handeln, vielleicht deswegen, damit der Herr ihn nicht bestrafen kann ( wrtl.: damit der Herr nicht ein so beschaffener ist, ihn zu bestrafen), wenn er (Äsop) den Mächtigen Vorwürfe macht. 4. Wenn wir uns die Fabeln des Äsop anhören, lachen wir ganz gewiss, dann aber erkennen wir („αὐτόν“ kann ich nicht richtig einordnen, erkennen wir „an ihm“?), dass er die anderen Dichter wohl darin überteffen könnte, das Wahre versteckt auszudrücken.

Frage zu Satz 3: Der Finalsatz „ἵνα μὴ ὁ κύριος κολάσι αὐτὸν οἷος εἴη“ ist ja nicht wie üblich mit einem Konjunktiv, sondern mit einem Optativ (εἴη) gebildet. Das ist lt Gram. §95 möglich wenn es sich um einen Opt obliquus handelt. Als Prädikat des übergeordneten Satzes sehe ich dann „συνέγραψε“ an. Ist das korrekt?

Grüße von Gerontos

Beitrag von Quintus So 6. Jun 2010, 11:51
Hallo amici,

mein Vorschlag:

"Du, meine Mutter, beschuldigst den Vater dass du von ihm betrogen wirst (Du beschuldigst, meine Mutter, den Vater, weil du von ihm betrogen wirst/überzeugt, dass du von ihm betrogen wirst (vgl. Hellas-Gr. § 82,5)). Aber versuche nicht zu Zeus übermütig zu sein, damit ich nicht gezwungen werde zuzusehen wenn du bestraft wirst ((...)damit ich nicht gezwungen werde zu sehen, dass du bestraft wirst (AcP nach Verben der sinnlichen und geistigen Wahrnehmung (Hellas-Gr. § 83,2)). Dann werde ich nicht imstande sein dir zu helfen. Denn obwohl wir alle die Stärksten (sehr stark) sind, sind wir wohl schwächer als Zeus, wenn wir mit ihm kämpfen.
Er schleuderte mich nämlich auch schon ein andermal, als ich dir zu helfen versuchte, nachdem er (mich) am Fuß genommen hatte, vom Olymp herab (Denn auch ein andermal schleuderte er mich schon, weil ich dir zu helfen versuchte, vom Olymp herab, nachdem er mich am Bein ergriffen hatte) . Ich irrte den ganzen Tag (lang) durch die Luft, bis ich endlich in Lemnos herab fiel. Weil die sintischen Männer [oder einfach: die Sintier) dort Mitleid hatten, heilten sie mich (Dort heilten mich die Sintier, weil sie Mitleid hatten). Aber seit diesem [besser: "von da an"?] hinke ich [eigentl. bin ich hinkend], aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste. (Seitdem bin ich lahm, aber Lemnos ist mir von allen Inseln weitaus die liebste)"

Viele Grüße,
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