ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

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ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon philistion » Di 15. Jun 2010, 23:26

Das Schicksal lässt sich nicht bestechen (nach Herodot)
Polykrates, der Tyrann von Samos, hat in allen seinen Unternehmungen Glück. Da rät ihm Amasis, der König von Ägypten, er solle den Besitz, der ihm der liebste sei, wegwerfen, um dadurch schlimmere Schicksalsschläge zu verhindern; sie seien nämlich unvermeidbar, wenn seine gegenwärtige "Glückssträhne" weiterhin anhalte.
Dem Polykrates gehörte ein Ring, der aus einem Smaragd(stein) war: Weil er nun beschloss, diesen wegzuwerfen, tat er folgendes: Nachdem er selbst ein großes Schiff vorbereitet hatte, befahl er ins Meer aufzubrechen und (dabei) fuhr er mit. Er ließ auch nicht zu, dass die Seemänner aufhörten zu segeln, ehe sie (so) fern der Insel waren, dass dieselbe nicht mehr zu sehen war. Dort nahm er nun den Ring und während alle Seemänner (her)sahen, warf er (ihn) ins Meer.
Indem er dies tat, erwartete er vom Unglück frei sein zu werden: Aber dennoch unterlag er ihm. Denn fünf Tage später hielt ein Fischer, nachdem er einen großen und zugleich schönen Fisch gefangen hatte, diesen für würdig, ihn dem Polykrates zu überlassen. Er brachte ihm offenbar den Fisch und sagte: "O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich (ihn) nicht zum Markplatz bringen, sondern er schien mir deiner und auch deiner Herrschaft würdig zu sein: Dir freilich gebe ich diesen hier, den ich trage, damit du dich bei all den Bürgern der Ehre bedienst.
So freute er sich nun zwar sehr, aber als die Diener den Fisch (auf)schnitten, fanden sie in ihm liegend den Ring des Herrschers.
Version: 2
Grammatik: -

Danke nochmal für die Unterstützung bei diesem Projekt an alle Beteiligten :grouphug:

Schönen Abend noch! :)
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon Euripides » Fr 18. Jun 2010, 09:22

Fünf Tage später hielt es ein Fischer(mann), nachdem er einen großen und auch schönen Fisch erhalten hatte, für angemessen, ihn dem Polykrates zu überlassen.


Denn fünf Tage später hielt ein Fischer, nachdem er einen großen und zugleich schönen Fisch gefangen hatte, diesen für würdig, ihn dem Polykrates zu überlassen.

"O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich (ihn) nicht zum Markplatz bringen, sondern er schien mir DEINER und auch DEINER Herrschaft würdig zu sein: Dir freilich gebe ich DIESEN HIER, DEN ICH TRAGE, damit du dich bei all den Bürgern der Ehre bedienst. [?].


chráo tiní-> etwas gebrauchen, sich einer Sache bedienen

So freute er sich nun zwar sehr, aber als die Diener den Fisch (auf)schnitten, fanden sie in ihm LIEGEND den Ring des Herrschers.
Zuletzt geändert von Euripides am Fr 18. Jun 2010, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon Gerontos » Fr 18. Jun 2010, 11:19

Hallo philistion und Euripides!

Zu Zeile 12: "...,ἵνα τιμῇ παρὰ χρῇ τοῖς ἀστοῖς." habe ich 2 Fragen:

Leitet sich "χρῇ" von "χράομαι" ab und wäre dann 2.Pers.Ind. oder Konj. und wie kommt man von dort zu der Übersetzung "notwendigerweise"?

"τιμῇ" kann ja rein formal vom Substantiv oder Verb abstammen.
Die Übersetzung interpretiert es mit "in Ehre" als Substantiv und das "verkehren" ist ergänzt, sehe ich das richtig? Wäre es da nicht einfacher, die zweite Möglichkeit ins Auge fassen und zu übersetzen: "..., damit du notwendigerweise bei allen Bürgern verehrst wirst" ?

Grüße von Gerontos
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon Euripides » Fr 18. Jun 2010, 13:02

Hallo Gerontos,

ich habe den Satz jetzt umgeändert.
Deine Vermutung sollte richtig sein. Es müsste 2. Konj. Präs. von chraomai sein. Die Konstruktion mit Dativ wird im Gemoll wie oben übersetzt. "Notwendigerweise" ist überflüssig. :)
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon Quintus » Fr 25. Jun 2010, 01:48

Hallo amici,
mein wieder etwas verspäteter Vorschlag. Leider habe ich im Moment wenig Zeit. Aber besser spät als nie!

Dem Polykrates gehörte ein Ring, der aus einem Smaragd(stein) war: Weil er nun beschloss, diesen wegzuwerfen, tat er folgendes: Nachdem er selbst ein großes Schiff vorbereitet hatte, befahl er ins Meer aufzubrechen und (dabei) fuhr er mit (Ein weiterer Vorschlag: Nachdem er ein großes Schiff zur Verfügung gestellt / ausgerüstet hatte, befahl er, auf das Meer zu eilen, wobei er selbst mitfuhr (ich würde das ‚autos‘ zu ‚sumplewn‘ ziehen, da es ja eine Besonderheit ist, dass der König sich herablässt, selbst mit zufahren, um eben den Ring wegzuwerfen; Schiffe ausrüsten ist ja Alltag für Könige von Seestädten ;-)). Er ließ auch nicht zu, dass die Seemänner aufhörten zu segeln, ehe sie (so) fern der Insel waren, dass dieselbe nicht mehr zu sehen war (Auch ließ er nicht zu, dass die Seeleute zu segeln aufhörten, ehe sie so fern von der Insel waren, dass diese nicht mehr gesehen werden konnte). Dort nahm er nun den Ring und während alle Seemänner (her)sahen, warf er (ihn) ins Meer (Dort nahm er nun den Ring und warf ihn dann ins Meer, wobei alle Seeleute zusahen / Nachdem er dort den Ring genommen hatte, warf er ihn ins Meer, wobei alle Seeleute zusahen).Indem er dies tat, erwartete er vom Unglück frei sein zu werden: Aber dennoch unterlag er ihm. Denn fünf Tage später hielt ein Fischer, nachdem er einen großen und zugleich schönen Fisch gefangen hatte, diesen für würdig, ihn dem Polykrates zu überlassen (Denn als fünf Tage später ein Fischer einen sowohl großen als auch schönen Fisch (te kai) gefangen hatte, hielt er diesen für würdig, dass er (auton) dem Polykrates überlassen/übergeben werde (epitrepesthai ist Infinitiv Präsens Passiv)). Er brachte ihm offenbar den Fisch und sagte: "O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich (ihn) nicht zum Markplatz bringen, sondern er schien mir deiner und auch deiner Herrschaft würdig zu sein (Als er ihm also den Fisch brachte, sagte er: „ O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich ihn nicht zum Marktplatz tragen/bringen, sondern er schien mir sowohl deiner würdig zu sein als auch deiner Herrschaft (te …kai): Dir freilich gebe ich diesen hier, den ich trage, damit du dich bei all den Bürgern (bei allen Bürgern) der Ehre bedienst.
So freute er sich nun zwar sehr, aber als die Diener den Fisch (auf)schnitten, fanden sie in ihm liegend den Ring des Herrschers (Dieser (outos, nicht outw(s)) freute sich nun einerseits sehr, andererseits fanden die Diener, als sie den Fisch schnitten, den Ring des Herrschers, weil er sich in ihm befand).

Viele Grüße,
Quintus
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n. bes.

Beitragvon Quintus » Fr 25. Jun 2010, 01:58

Hallo amici,

Noch ein literarischer Tipp:
hier der Link zu Schillers 'Der Ring des Polykrates' :-):

http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=2 ... t#gb_found

Viele Grüße,
Quintus
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - W18 Das Schicksal lässt sich n.

Beitragvon waldi » So 12. Mär 2017, 11:44

Beitrag von Euripides Fr 18. Jun 2010, 08:22

Fünf Tage später hielt es ein Fischer(mann), nachdem er einen großen und auch schönen Fisch erhalten hatte, für angemessen, ihn dem Polykrates zu überlassen.



Denn fünf Tage später hielt ein Fischer, nachdem er einen großen und zugleich schönen Fisch gefangen hatte, diesen für würdig, ihn dem Polykrates zu überlassen.

"O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich (ihn) nicht zum Markplatz bringen, sondern er schien mir DEINER und auch DEINER Herrschaft würdig zu sein: Dir freilich gebe ich DIESEN HIER, DEN ICH TRAGE, damit du dich bei all den Bürgern der Ehre bedienst. [?].



chráo tiní-> etwas gebrauchen, sich einer Sache bedienen

So freute er sich nun zwar sehr, aber als die Diener den Fisch (auf)schnitten, fanden sie in ihm LIEGEND den Ring des Herrschers.

Beitrag von Gerontos Fr 18. Jun 2010, 10:19
Hallo philistion und Euripides!

Zu Zeile 12: "...,ἵνα τιμῇ παρὰ χρῇ τοῖς ἀστοῖς." habe ich 2 Fragen:

Leitet sich "χρῇ" von "χράομαι" ab und wäre dann 2.Pers.Ind. oder Konj. und wie kommt man von dort zu der Übersetzung "notwendigerweise"?

"τιμῇ" kann ja rein formal vom Substantiv oder Verb abstammen.
Die Übersetzung interpretiert es mit "in Ehre" als Substantiv und das "verkehren" ist ergänzt, sehe ich das richtig? Wäre es da nicht einfacher, die zweite Möglichkeit ins Auge fassen und zu übersetzen: "..., damit du notwendigerweise bei allen Bürgern verehrst wirst" ?

Grüße von Gerontos

Beitrag von Quintus Fr 25. Jun 2010, 00:48
Hallo amici,
mein wieder etwas verspäteter Vorschlag. Leider habe ich im Moment wenig Zeit. Aber besser spät als nie!

Dem Polykrates gehörte ein Ring, der aus einem Smaragd(stein) war: Weil er nun beschloss, diesen wegzuwerfen, tat er folgendes: Nachdem er selbst ein großes Schiff vorbereitet hatte, befahl er ins Meer aufzubrechen und (dabei) fuhr er mit (Ein weiterer Vorschlag: Nachdem er ein großes Schiff zur Verfügung gestellt / ausgerüstet hatte, befahl er, auf das Meer zu eilen, wobei er selbst mitfuhr (ich würde das ‚autos‘ zu ‚sumplewn‘ ziehen, da es ja eine Besonderheit ist, dass der König sich herablässt, selbst mit zufahren, um eben den Ring wegzuwerfen; Schiffe ausrüsten ist ja Alltag für Könige von Seestädten ;-)). Er ließ auch nicht zu, dass die Seemänner aufhörten zu segeln, ehe sie (so) fern der Insel waren, dass dieselbe nicht mehr zu sehen war (Auch ließ er nicht zu, dass die Seeleute zu segeln aufhörten, ehe sie so fern von der Insel waren, dass diese nicht mehr gesehen werden konnte). Dort nahm er nun den Ring und während alle Seemänner (her)sahen, warf er (ihn) ins Meer (Dort nahm er nun den Ring und warf ihn dann ins Meer, wobei alle Seeleute zusahen / Nachdem er dort den Ring genommen hatte, warf er ihn ins Meer, wobei alle Seeleute zusahen).Indem er dies tat, erwartete er vom Unglück frei sein zu werden: Aber dennoch unterlag er ihm. Denn fünf Tage später hielt ein Fischer, nachdem er einen großen und zugleich schönen Fisch gefangen hatte, diesen für würdig, ihn dem Polykrates zu überlassen (Denn als fünf Tage später ein Fischer einen sowohl großen als auch schönen Fisch (te kai) gefangen hatte, hielt er diesen für würdig, dass er (auton) dem Polykrates überlassen/übergeben werde (epitrepesthai ist Infinitiv Präsens Passiv)). Er brachte ihm offenbar den Fisch und sagte: "O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich (ihn) nicht zum Markplatz bringen, sondern er schien mir deiner und auch deiner Herrschaft würdig zu sein (Als er ihm also den Fisch brachte, sagte er: „ O Herrscher, nachdem ich diesen (da) gefangen hatte, wollte ich ihn nicht zum Marktplatz tragen/bringen, sondern er schien mir sowohl deiner würdig zu sein als auch deiner Herrschaft (te …kai): Dir freilich gebe ich diesen hier, den ich trage, damit du dich bei all den Bürgern (bei allen Bürgern) der Ehre bedienst.
So freute er sich nun zwar sehr, aber als die Diener den Fisch (auf)schnitten, fanden sie in ihm liegend den Ring des Herrschers (Dieser (outos, nicht outw(s)) freute sich nun einerseits sehr, andererseits fanden die Diener, als sie den Fisch schnitten, den Ring des Herrschers, weil er sich in ihm befand).

Viele Grüße,
Quintus
Математику уже за то любить следует, что она ум в порядок приводит.
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