ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

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ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon philistion » Mo 21. Jun 2010, 00:33

Liebe auf den ersten Blick (nach Athenaios)
Ein Brief aus der Ferne an die Freundin daheim:
"Aristonike, die (Tochter) des Philokleus grüßt Neobule, die (Tochter) des Iphikratus.
In Chios schleuderte ein gewisser junger Mann von vielleicht 17 Jahren den Diskus; er war in Bezug auf die Abstammung koisch, in Bezug auf das Aussehen war er dem Appollon ähnlich: Die Insel scheint nämlich Götter hervorzubringen. Als dieser mich anblickte, seufzte ich, weil ich die Pfeile des Eros in meiner Brust [eigentl.Pl.] wahrgenommen hatte: <Wie groß ist der Anstand, wie groß der Charakter, wie groß die Haltung.> Er zeigte sich als ein Wunder an Schönheit, O Liebste: Weder hörte, noch sah ich früher eine solche Anmut. Und nun kommt es mir vor als ob ich nicht mehr gesund bin, weil ich durch die Macht der Leidenschaft verwirrt werde."
Version: 3
Grammatik: 3.Dekl. - Sigmastämme: Subst., mit Eigennamen

Gute Nacht :)
Zuletzt geändert von philistion am Sa 26. Jun 2010, 22:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon Gerontos » Mo 21. Jun 2010, 11:24

Hallo philistion!

Zeile 3: „φαίνεται“ ist Präsens.

Zeile 5: „ ἐφαίνετο“ kann man auch auf den Jüngling selbst beziehen: „Er erschien (mir) wie ein Wunder an Schönheit“.

Den letzten Satz habe ich etwas freier so formuliert: „Jetzt scheine ich mir nicht mehr bei Sinnen zu sein (gesund zu sein) , so verwirrt (bin ich) durch die Macht der Leidenschaft.“

73 E

1. Das Leiden des Philoktet war sehr schlimm.
2. Als die Griechen nicht in der Lage waren, Troja ohne die Pfeile des Philoktet einzunehmen, schickten sie zwei Männer von höchster Abstammung und Macht zur Insel Lemnos.
3. Als Philoktet die Gestalt des Odysseus bemerkte, geriet er in gewaltigen Zorn, weil er über dessen Charakter am wenigsten erfreut war.

73 V Eros – eine gefürchtete Gottheit.

1. Zwar verbringen anscheinend viele Menschen ihr Leben ohne Erschütterungen und sind dabei glücklich. 2. Aber der Gott Eros bringt ihr Leben manchmal durcheinander, wenn er sie mit überzeugenden Worten (überzeugende Worte gebrauchend) dazu bringt (zwingt), einem anderen Menschen nachzustellen. 3. Es sind diejenigen, die diesen Gott hassen, weil er bestimmte Menschen nicht gut leben lässt, indem er sie in den Wahnsinn treibt.(Eine Umstellung erscheint sinnvoll: Bestimmte Menschen hassen diesen Gott, weil er sie nicht gut...) 4. Einige von ihnen machen sich auf einen langen Weg, wobei sie Hunger und Durst (wrtl. Durst und Hunger) auf sich nehmen, um den geliebten Menschen zu sehen. 5. Eros freut sich wenn er das wahrnimmt, was aus diesem Wahn heraus geschieht.


Grüße von Gerontos
Zuletzt geändert von Gerontos am Mo 1. Nov 2010, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon Quintus » Sa 26. Jun 2010, 18:18

Hallo amici,

mein Vorschlag:

"Aristonike, die (Tochter) des Philokleus grüßt Neobule, die (Tochter) des Iphikratus.
In Chios schleuderte ein junger Mann vielleicht von siebzehn Jahren [Gen.qualit.] (einen Diskus), wobei Kos(isch) die Abstammung, ähnlich Apollon das Aussehen war (In Chios schleuderte ein gewisser junger Mann von vielleicht 17 Jahren den Diskus; er war in Bezug auf die Abstammung ( to genos = Akk. Graecus) koisch, in Bezug auf das Aussehen (to eidos = Akk. Graecus) war er dem Appollon ähnlich): Die Insel scheint nähmlich Götter (hervor) zu bringen ( (wörtlich nach Hellas-Wortschatz:)) Die Insel scheint nämlich Götter zu tragen / hervorzubringen (diese Bedeutung geht laut Gemoll auch und würde ja auch gut hier passen). Als der mich anblickte, seufzte ich weil ich den Pfeil des Eros in meiner Brust [eigentl. Pl., klingt aber im Dt. denke ich besser als Sg.] wahrnahm (Als dieser (hos = relativer Satzanschluss, gut erkannt) mich anblickte, seufzte ich, weil ich die Pfeile (ta belä = Plural) des Eros in meiner Brust (eigentlich Plural, aber auch der Plural wird nach Hellas-Wortschatz oft im Singular übersetzt) wahrgenommen hatte (aisthomenos ist Partizip Aorist, deshalb vorzeitig): <Aber der Anstand, (aber) der Charakter, (aber) die Haltung, wie groß sie ist (Wie groß ist der Anstand, wie groß der Charakter, wie groß die Haltung (ich würde das ‚osä‘ auf alle drei Aussagen beziehen, was denkt ihr?)). > Er erschien mir wie ein Wunder der Schönheit, (o) Liebste (Er zeigte sich als ein Wunder an Schönheit, O Liebste (ein ‚mir‘ steht nicht im Text)): Weder hörte, noch sah ich früher [besser: vorher?] eine solche Anmut. Jetzt scheine ich (mir) nicht mehr bei Sinnen zu sein weil ich durch die Macht der Leidenschaft [so] erregt werde [oder: verwirrt bin] (Und nun kommt es mir vor (dokw moi, vgl. Gemoll) als ob ich nicht mehr gesund bin, weil ich durch die Macht der Leidenschaft verwirrt werde)."

Viele Grüße,
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon Hermes » So 31. Okt 2010, 23:03

Kleine Korrektur zu 73E:
3. Als Philoktet die Gestalt des Odysseus bemerkte, geriet er in gewaltigen Zorn, dann aber war er wegen dessen Charakter erfreut.


Für "ἐνέπεσεν" empfehle ich die Übersetzung "befiel", da hier die Präposition "εις" fehlt, "μεγίστη ὀργή" Subjekt ist und "ἐνέπεσεν" praktischerweise in der 3. Sg. als unpersönlicher Ausdruck übersetzt werden kann. Außerdem fehlt "ἥκιστα" im letzten Nebensatz, wodurch dieser einen gegensätzlichen Sinn erhält. Mein Vorschlag:
Als Philoktet aber die Gestalt des Odysseus bemerkte, befiel ihn sehr großer Zorn, weil er sich am wenigsten über dessen Charakter freute.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon Gerontos » Mo 1. Nov 2010, 15:07

Hallo Hermes!

Danke für die späte Korrektur von 73 E 3.

Aber so ganz klar ist mir die Sache immer noch nicht. Im Text steht ja nicht der Nominativ „ὀργή“ sondern der Dativ „ὀργῇ“ und wie kann der Subjekt sein? Das ist doch bestimmt Philoktet und die wörtliche Übersetzung ist dann: „Philoktet befiel den Zorn“. Das geht natürlich nicht, denn es müsste ja umgekehrt sein. Oder „ἐμ-πίπτω“ hätte im Passiv stehen müssen (Ph. wäre vom Zorn befallen worden), dem ist aber nicht so. Bleibt m.E. doch nur die Lösung „Ph. fiel in den Zorn“, obwohl nicht die Konstruktion mit „εις“ vorliegt.

Mit der Korrektur des letzte Nebensatzes, wo ich „ἥκιστα“ übersehen habe, hast Du natürlich völlig recht.

Grüße von Gerontos
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon Hermes » Di 30. Nov 2010, 20:05

Hallo, ja, da hast du recht.
orgh ist in der Tat hier Dativ, da habe ich den Zirkumflex vernachlässigt (leider lernen wir im Kurs keine Akzente, da sie nicht fürs Graecum Voraussetzung sind) und so orgh fälschlicherweise als Nominativ eingeordnet.
So bleibt tatsächlich lediglich deine vorgeschlagene Übersetzung: Er geriet in sehr großen Zorn.
LG
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 73 Liebe auf den ersten Blick

Beitragvon waldi » So 12. Mär 2017, 11:47

Beitrag von Gerontos Mo 21. Jun 2010, 10:24
Hallo philistion!

Zeile 3: „φαίνεται“ ist Präsens.

Zeile 5: „ ἐφαίνετο“ kann man auch auf den Jüngling selbst beziehen: „Er erschien (mir) wie ein Wunder an Schönheit“.

Den letzten Satz habe ich etwas freier so formuliert: „Jetzt scheine ich mir nicht mehr bei Sinnen zu sein (gesund zu sein) , so verwirrt (bin ich) durch die Macht der Leidenschaft.“

73 E

1. Das Leiden des Philoktet war sehr schlimm.
2. Als die Griechen nicht in der Lage waren, Troja ohne die Pfeile des Philoktet einzunehmen, schickten sie zwei Männer von höchster Abstammung und Macht zur Insel Lemnos.
3. Als Philoktet die Gestalt des Odysseus bemerkte, geriet er in gewaltigen Zorn, weil er über dessen Charakter am wenigsten erfreut war.

73 V Eros – eine gefürchtete Gottheit.

1. Zwar verbringen anscheinend viele Menschen ihr Leben ohne Erschütterungen und sind dabei glücklich. 2. Aber der Gott Eros bringt ihr Leben manchmal durcheinander, wenn er sie mit überzeugenden Worten (überzeugende Worte gebrauchend) dazu bringt (zwingt), einem anderen Menschen nachzustellen. 3. Es sind diejenigen, die diesen Gott hassen, weil er bestimmte Menschen nicht gut leben lässt, indem er sie in den Wahnsinn treibt.(Eine Umstellung erscheint sinnvoll: Bestimmte Menschen hassen diesen Gott, weil er sie nicht gut...) 4. Einige von ihnen machen sich auf einen langen Weg, wobei sie Hunger und Durst (wrtl. Durst und Hunger) auf sich nehmen, um den geliebten Menschen zu sehen. 5. Eros freut sich wenn er das wahrnimmt, was aus diesem Wahn heraus geschieht.


Grüße von Gerontos

Beitrag von Quintus Sa 26. Jun 2010, 17:18
Hallo amici,

mein Vorschlag:

"Aristonike, die (Tochter) des Philokleus grüßt Neobule, die (Tochter) des Iphikratus.
In Chios schleuderte ein junger Mann vielleicht von siebzehn Jahren [Gen.qualit.] (einen Diskus), wobei Kos(isch) die Abstammung, ähnlich Apollon das Aussehen war (In Chios schleuderte ein gewisser junger Mann von vielleicht 17 Jahren den Diskus; er war in Bezug auf die Abstammung ( to genos = Akk. Graecus) koisch, in Bezug auf das Aussehen (to eidos = Akk. Graecus) war er dem Appollon ähnlich): Die Insel scheint nähmlich Götter (hervor) zu bringen ( (wörtlich nach Hellas-Wortschatz:)) Die Insel scheint nämlich Götter zu tragen / hervorzubringen (diese Bedeutung geht laut Gemoll auch und würde ja auch gut hier passen). Als der mich anblickte, seufzte ich weil ich den Pfeil des Eros in meiner Brust [eigentl. Pl., klingt aber im Dt. denke ich besser als Sg.] wahrnahm (Als dieser (hos = relativer Satzanschluss, gut erkannt) mich anblickte, seufzte ich, weil ich die Pfeile (ta belä = Plural) des Eros in meiner Brust (eigentlich Plural, aber auch der Plural wird nach Hellas-Wortschatz oft im Singular übersetzt) wahrgenommen hatte (aisthomenos ist Partizip Aorist, deshalb vorzeitig): <Aber der Anstand, (aber) der Charakter, (aber) die Haltung, wie groß sie ist (Wie groß ist der Anstand, wie groß der Charakter, wie groß die Haltung (ich würde das ‚osä‘ auf alle drei Aussagen beziehen, was denkt ihr?)). > Er erschien mir wie ein Wunder der Schönheit, (o) Liebste (Er zeigte sich als ein Wunder an Schönheit, O Liebste (ein ‚mir‘ steht nicht im Text)): Weder hörte, noch sah ich früher [besser: vorher?] eine solche Anmut. Jetzt scheine ich (mir) nicht mehr bei Sinnen zu sein weil ich durch die Macht der Leidenschaft [so] erregt werde [oder: verwirrt bin] (Und nun kommt es mir vor (dokw moi, vgl. Gemoll) als ob ich nicht mehr gesund bin, weil ich durch die Macht der Leidenschaft verwirrt werde)."

Viele Grüße,
Quintus

Beitrag von Hermes So 31. Okt 2010, 22:03
Kleine Korrektur zu 73E:

3. Als Philoktet die Gestalt des Odysseus bemerkte, geriet er in gewaltigen Zorn, dann aber war er wegen dessen Charakter erfreut.



Für "ἐνέπεσεν" empfehle ich die Übersetzung "befiel", da hier die Präposition "εις" fehlt, "μεγίστη ὀργή" Subjekt ist und "ἐνέπεσεν" praktischerweise in der 3. Sg. als unpersönlicher Ausdruck übersetzt werden kann. Außerdem fehlt "ἥκιστα" im letzten Nebensatz, wodurch dieser einen gegensätzlichen Sinn erhält. Mein Vorschlag:
Als Philoktet aber die Gestalt des Odysseus bemerkte, befiel ihn sehr großer Zorn, weil er sich am wenigsten über dessen Charakter freute.

Beitrag von Gerontos Mo 1. Nov 2010, 14:07
Hallo Hermes!

Danke für die späte Korrektur von 73 E 3.

Aber so ganz klar ist mir die Sache immer noch nicht. Im Text steht ja nicht der Nominativ „ὀργή“ sondern der Dativ „ὀργῇ“ und wie kann der Subjekt sein? Das ist doch bestimmt Philoktet und die wörtliche Übersetzung ist dann: „Philoktet befiel den Zorn“. Das geht natürlich nicht, denn es müsste ja umgekehrt sein. Oder „ἐμ-πίπτω“ hätte im Passiv stehen müssen (Ph. wäre vom Zorn befallen worden), dem ist aber nicht so. Bleibt m.E. doch nur die Lösung „Ph. fiel in den Zorn“, obwohl nicht die Konstruktion mit „εις“ vorliegt.

Mit der Korrektur des letzte Nebensatzes, wo ich „ἥκιστα“ übersehen habe, hast Du natürlich völlig recht.

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