ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeitiges Weltwunder

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ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeitiges Weltwunder

Beitragvon philistion » Di 29. Jun 2010, 22:29

Ein kurzzeitiges Weltwunder (nach Strabon)
Die Insel Rhodos unterscheidet sich in Bezug auf den Hafen, die Wege und die Mauern so sehr [eigentl. "so viel"] von den anderen, dass wir nicht sagen können, dass irgendein anderer stärker (sei [/ist?]) als (wir) selbst.
Einer könnte (uns) sowohl in Bezug auf den Staat [Acc.Graec.?] als auch die Sorge um die Marine beneiden: Aber den größten [eigentl. "besten"] Wohlstand zeigt der berühmte Koloss des Helios, den gemäß einer Inschrift "Chares von Lindos siebzig Ellen hoch erbaute".
Nachdem nämlich einst Demetrius Poliokrates versuchte, die Rhodier zu versklaven, errichteten sie den Koloss, damit der Gott sie vor den Gefahren befreie. Aber als er später durch ein Erdbeben (ein)stürzte, baten die Rhodier (ihn) nicht mehr aufzurichten, womit [*] sie eine Prophezeiung verhinderten.
Version: 1
Grammatik: o-Kontrakta Präsensstamm Aktiv

*) Wenn mein Vorschlag nicht stimmt, auf was beziehen sich die letzten 3 Wörter im Genitiv und wie übersetzt man das am besten?

Gute Nacht :sleep:


PS: Dieser Text ist genau in der Mitte des Buches. Wir haben nun also die Hälfte hinter uns! :klatsch:
Ich hoffe wir kommen weiterhin so gut voran, in den Ferien sollte ich etwas mehr Zeit haben als die letzten paar Monate.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeitiges Weltwunder

Beitragvon Gerontos » Mi 30. Jun 2010, 12:17

Hallo philistion!

Zeile 2: „αὐτῆς“ beziehe ich als Gen. Fem. auf „ ἡ νῆσος“ .

Zeile2/3: Mein Vorschlag: „ζηλοίη“ unpersönlich wiedergeben und dann „πολιτείαν“ und „ἐπιμέλειαν“ als Akku-Obj. nehmen: „Man könnte den Staat und die Sorge um die Marine bewundern“.

Letzter Satz:
„*) Wenn mein Vorschlag nicht stimmt, auf was beziehen sich die letzten 3 Wörter im Genitiv und wie übersetzt man das am besten?“

Wie wäre es mit einem Gen. abs. und dessen Übersetzung geschickterweise an den Satzanfang gestellt? Und dann erstmal ganz wörtlich: „Weil ein Orakelspruch es verhinderte, hielten es die Rhodier nicht mehr für recht, den später durch ein Erdbeben eingestürzten (Koloss) (wieder) zu errichten“.


75 E

1. Wir glauben, dass es Aufgabe eines zuverlässigen Arztes ist, die behandlungsbedürftigen Menschen mit guten Worten zu ermutigen.
2. Solche Ärzte nämlich würden wir wohl bewundern ( ζηλῶμεν = sollten wir bewundern, Hortativ).
3. Viele Kranke sagen: „Herr Doktor, befreien Sie mich von den Schmerzen (bzw im Plural und wrtl.: Ihr Ärzte, befreit mich...)

75 V Ein Nachfolger Homers

1. Apollonius, der das sehr berühmte Epos über Jason und die Argonauten verfasste, verbrache eine lange Zeit seines Lebens auf der Insel Rhodos . 2. In diesem kundigem Werk beschreibt Apollonius, dass Jason das goldene Vlies an sich nahm, obwohl dieses von einer fürchterlichen Schlange auf sichere Weise bewacht wurde. 3. Aber weil Medea, die ihm wohlgesonnen war, und viele zuverlässige Freunde ihm halfen, erhielt er, was er begehrte. 4. Denn diese Frau sprach zu Jason: „Ich schätze dich mehr als meinen Vater. Der gebrauchte nämlich unwahre Worte, als er mit dir sprach.“

Grüße von Gerontos.
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeit

Beitragvon Glossamachos » Mo 18. Aug 2014, 23:20

Ihr Schönen, Klugen und Erfolgreichen,

ich möchte einige unbedarfte Vorschläge unterbreiten:

Satz 1:

Die Insel Rhodos unterscheidet sich in Bezug auf den Hafen, die Wege und die Mauern so sehr [eigentl. "so viel"] von den anderen, dass wir nicht sagen können, dass irgendein anderer stärker (sei [/ist?]) als (wir) selbst.


Gerontos liegt richtig. Das letzte Wort autes bezieht sich auf he Rhodos nesos und ist deshalb nicht mir "wir", sondern einfach mit "sie" zu übersetzen. Damit ergibt sich folgender Satz:

Die Insel Rhodos ist den anderen durch den (ihren) Hafen, die (ihre) Wege und die (ihre) Mauern so viel (sehr) überlegen, dass wir nicht sagen können, irgendeine andere sei stärker als sie.


Satz 2

(Manch)Einer könnte (uns) sowohl in Bezug auf den Staat [Acc.Graec.?] als auch die Sorge um die Marine beneiden ...


Auch hier stimme ich mit Gerontos überein. Es besteht keine Notwendigkeit, in den Satz ein "uns" hineinzugeheimsen. Denn es gibt keinen in Rhodos heimischen Berichterstatter, der uns von der Stadt berichtete. Der Satz lautet schlicht:

(Manch) Einer wird wohl sowohl den (diesen) Staat als auch die (seine) Sorge um die Marine beneiden ...

Jede Menge Grüße von

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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeitiges Welt

Beitragvon Roxane » Mi 20. Aug 2014, 11:43

"Ihr Schönen, Klugen und Erfolgreichen", die Anrede ist ja nicht so falsch, aber woher weißt du? :-D

Satz 1: Warum bleibst du bei διαφέρειν nicht bei der im Buch angegebenen Bedeutung "sich auszeichnen vor" (oder meinetwegen "sich hervorheben") und nimmst für das κρείττω nicht "besser" anstatt "stärker"? So klingt es arg nach militärischer Überlegenheit, und dieser Text behandelt doch die Weltwunder.

Satz 2: ἐπιμέλεια: hier eher "Fürsorge"

Gruß
Roxane
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Re: ΕΛΛΑΣ - ΑΙΓΑΙΑΙ ΝΗΣΟΙ - 75 Ein kurzzeitiges Weltwunder

Beitragvon waldi » So 12. Mär 2017, 11:53

Beitrag von Gerontos Mi 30. Jun 2010, 11:17
Hallo philistion!

Zeile 2: „αὐτῆς“ beziehe ich als Gen. Fem. auf „ ἡ νῆσος“ .

Zeile2/3: Mein Vorschlag: „ζηλοίη“ unpersönlich wiedergeben und dann „πολιτείαν“ und „ἐπιμέλειαν“ als Akku-Obj. nehmen: „Man könnte den Staat und die Sorge um die Marine bewundern“.

Letzter Satz:

„*) Wenn mein Vorschlag nicht stimmt, auf was beziehen sich die letzten 3 Wörter im Genitiv und wie übersetzt man das am besten?“


Wie wäre es mit einem Gen. abs. und dessen Übersetzung geschickterweise an den Satzanfang gestellt? Und dann erstmal ganz wörtlich: „Weil ein Orakelspruch es verhinderte, hielten es die Rhodier nicht mehr für recht, den später durch ein Erdbeben eingestürzten (Koloss) (wieder) zu errichten“.


75 E

1. Wir glauben, dass es Aufgabe eines zuverlässigen Arztes ist, die behandlungsbedürftigen Menschen mit guten Worten zu ermutigen.
2. Solche Ärzte nämlich würden wir wohl bewundern ( ζηλῶμεν = sollten wir bewundern, Hortativ).
3. Viele Kranke sagen: „Herr Doktor, befreien Sie mich von den Schmerzen (bzw im Plural und wrtl.: Ihr Ärzte, befreit mich...)

75 V Ein Nachfolger Homers

1. Apollonius, der das sehr berühmte Epos über Jason und die Argonauten verfasste, verbrache eine lange Zeit seines Lebens auf der Insel Rhodos . 2. In diesem kundigem Werk beschreibt Apollonius, dass Jason das goldene Vlies an sich nahm, obwohl dieses von einer fürchterlichen Schlange auf sichere Weise bewacht wurde. 3. Aber weil Medea, die ihm wohlgesonnen war, und viele zuverlässige Freunde ihm halfen, erhielt er, was er begehrte. 4. Denn diese Frau sprach zu Jason: „Ich schätze dich mehr als meinen Vater. Der gebrauchte nämlich unwahre Worte, als er mit dir sprach.“

Grüße von Gerontos.
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