Ahlbeck

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Ahlbeck

Beitragvon sinemetu » Di 9. Jul 2019, 17:54

War gestern in Ahlbeck und mußte über den Namen nachdenken.

Ahlbeck wurde erstmals als Ahlebeck 1693 genannt.[3] Der Ort leitet seinen Namen von der Aal-Beeke (Aalbach, heute Beek) ab.
Quelle: Wiki
Es ist interessant, bis heute gibt es Beeks, wo das e kurz geworden ist, und das k verdoppelt wurde zu ck. Aber es gibt auch Toponymie, wo sich das lange e galten hat. Z.B. gibt es beim vorpommerschen Pasewalk, ein Vorwerk namens Papenbeek. Beck wird aber nicht mehr als Bach verstanden. Der Brüsseler Stadtteil Molenbeek, also der, wo die Terroristen hausen, gehört auch hierher. Es ist einfach ein Mühlenbach!
Ob bei Ahlbeck im Hintergrund das Becken, die Wanne gewirkt hat, um das unverstandene alte Beek neu zu motivieren?
Was ist eigentlich ein Beckmesser?

Dort dachte ich, den Radezky-Marsch zu vernehmen, und dachte, Radezki ist bestimmt von Hradezky und Gradezky her zu denken, es ist also der Bürger!
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Re: Ahlbeck

Beitragvon marcus03 » Mi 10. Jul 2019, 16:48

Beckmesserei
kleinlicher Tadel, kleinliche Kritik
nach dem Meistersinger Sixtus Beckmesser in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“, der beim Preislied des jungen Walther von Stolzing alle Verstöße gegen die Tradition übereifrig vermerkt
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Re: Ahlbeck

Beitragvon sinemetu » Mi 10. Jul 2019, 17:45

marcus03 hat geschrieben:Beckmesserei
kleinlicher Tadel, kleinliche Kritik
nach dem Meistersinger Sixtus Beckmesser in Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“, der beim Preislied des jungen Walther von Stolzing alle Verstöße gegen die Tradition übereifrig vermerkt


Das hatte ich auch gelesen, aber die Frage bleibt: Wonach ist der Mann benannt. Es muß so ein Instrument gegeben haben....
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Re: Ahlbeck

Beitragvon medicus » Mi 10. Jul 2019, 17:54

Da der Name Beckmesser ansonsten nirgendwo archivalisch nachweisbar ist, besteht Grund zu der Vermutung, der Meister habe „Sixt Beck“ geheißen und der Namenszusatz „-messer“ sei ein Hinweis auf seinen Beruf als Messerschmied. In den Archiven der Stadt Nürnberg wird 1539 die Witwe eines Sixt Beck genannt; ferner bestand die Messerschmiede Beck bis ins 17. Jahrhundert.[2]

https://de.wikipedia.org/wiki/Beckmesser
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Re: Ahlbeck

Beitragvon marcus03 » Mi 10. Jul 2019, 17:55

Woher kommt der Name „Beckmesser“, und was bedeutet er? Der Nürnberger Mundartforscher Herbert Maas könnte auf den richtigen Weg führen: „Beck“ heißt „Bäcker“. Die einschlägigen Berufsschelten seien der Beckngzipfl, Beckngsutz, Beckngnawl, später: der Beggngzibfl, die Beggngsuuz und der Beggngnoowl (Beckennabel). Aber das Wort „Beckmesser“ nennt Herbert Maas nicht. Dagegen nennt er die Wörter „Dibferlasscheißer“ und „Wärdlasglaaber“ (= Wörtleinklauber) für „Pedant“. Die Redensart „kleine Brötchen backen“ erinnert aber daran, daß deren Größe und Gewicht nachgemessen wurde. Es liegt nahe zu vermuten, daß derjenige, dessen Aufgabe das Nachmessen der Brote und Brötchen war, „Beckmesser“ genannt wurde. [7]

http://www.nuernbergwiki.de/index.php/S ... r.E2.80.9C
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Re: Ahlbeck

Beitragvon sinemetu » Do 11. Jul 2019, 17:07

marcus03 hat geschrieben:Es liegt nahe zu vermuten, daß derjenige, dessen Aufgabe das Nachmessen der Brote und Brötchen war, „Beckmesser“ genannt wurde. [7]

Daß Beck im Kompositum nicht unbedingt zu Beek (Bach) gehört, sondern zu Bäcker, kann schon sein. Auch ist üblich, aus Tätigkeiten Familiennamen zu formen. Dass allerdings direkt jemand sein Brot damit verdient hat, die Backwaren anderer zu messen, da möchte ich doch ein Fragezeichen dahinter setzen.

Brechenmacher* schreibt zum Beckmesser: "Spielmannsname zu mhd. Becke = ein Instrument der Spielleute. Der durch . Wagner bekannt gewordene Meistersinger Sixt. B. Urkund. Peck = Beckmeserer blühte um 1500." Dies erklärt nicht den 2. Teil des Namens. Wie sieht denn so ein Instrument Peck aus? Sollte das Becken gemeint sein?
Nun gibt es ja Teile in D., da könne die Leute P und B nicht richtig unterscheiden, z. B. Thüringen, die lernen das ABC mit den Hilfskonstruktionen "hartes (B,P)" und "weiches (B,P)" Ich weiß nicht, ob Nürnberg auch zu der Region gehört. Im Ungarischen heißt Bäcker bis heute Pék, mit richtig hartem P und schön langem e. Das dortige Etymologische WB. gibt das dt. Beck als Quelle von Pék an. Da das Wort nicht angelehnt ist, könnte es schon in der Form eingewandert sein. In abgelegenen Tälern haben sich ja archaische Formen lange, das ist in der Tierwelt wie in der Lautwelt genauso.
Ich verlinke hier nochtmal Wiki: Wandsbeck um an den Wandbecker Boten zu erinnern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburg-Wandsbek

*Brechenmacher, Etymologi. WB der dt. Familiennamen.
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