Nachweis d. a. Pr. und L. durch Parmenides

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Nachweis d. a. Pr. und L. durch Parmenides

Beitragvon sinemetu » Do 25. Jul 2019, 13:32

Ich hab eine Experiment ersonnen, wie man den vorgrammatischen Einfluß der assoziativen Präsenz und Latenz auf die prägrammatische Morphologie wahrscheinlich machen kann. Ich hab's gemacht, es hat geklappt.

Die erweiterte Form in der vorausgesetzten hochdeutschen Umgebung des Experimentes geht so: Sie kochen ein Spagettigericht, am besten Lidls Fertiggericht, laden jemand ein und verzehren gemeinsam das Gericht. Dabei führen Sie das Gespräch auf die griechische Philosophie und auf Parmenides. Der Name Parmenides sollte zu der Zeit fallen, wenn Sie ihrem gegenüber den gelben Reibekäse wortlos anbieten. Dann bitten Sie ihr Gegenüber auf ihre nun folgende Frage direkt und intuitiv zu antworten, also bevor das Sieb der Vernunft in Tätigkeit getreten ist. Und dann fragen Sie: "Welche Farbe hat Parmenides?"
Die Antwort wird sein "Gelb" oder "gelblich". Bei mir hat's geklappt.

Was ist passiert? Im Hochdeutschen hat das Wort Parmesan eine viel größere Häufigkeit, als der Name des griech. Philosophen. Parmesan: 94,2 Mio, Parmenides: 2,7 Mio bei Google.
Der Verstand ist es, der die Frage abwehren würde, indem er richtigerweise sagt: Namen haben keine Farben. Aber den schalten wir aus, indem wir eine intuitive, sofortige Antwort verlangen. Ich möchte hier nicht vom Unbewußten reden, sondern vom Prärationalen, also von der Stelle, wo Klang mit Bild neuronal verknüpft sind.
Warum aber kommt notwendigerweise "gelb" als Antwort? Weil bei der Aufnahme des Satzes bei dem durch die Vorbereitung (Spagetti und Tomatensosse) dahingeführten Hörer das Wort "Parmesan" assoziativ in der Luft liegt und daher spätestens beim m von Parmenides das Bild von gelbem Parmesanpulver im Gehirn als Bedeutung aufscheint. Bis zu Parme... erscheint das gelbe Pamesanbild, mehr oder weniger bewußt wahrgenommen, und es bleibt auch noch, wenn das -nides erklingt.
Bevor die Ratio anspringt, will das Gehirn verstehen, und veranlasst durch die in beiden Worten (Parmesan und Parmenides) homophone Lautreihe die bildliche!! Assoziation mit dem Bild des phonlexikalisch an nächsten liegenden Eintrages. Das Gehirn hat eine Willen zu verstehen und ist eher geneigt etwas zu verstehen, als nichts. Das Gehirn erhält als Input: "Frage", "Farbe", "Parme", und blendet "nides" aus und gibt "Gelb" als Output korrekt zurück. Dann erst setzt die Ration ein und sagt: Moment!
Ähnliches erfolgst beim Sehen. Auch unser Gehirn sieht besser, als das Bild, welches die Augen dem Gehirn liefert, hergibt, weil es sehen will!

Man kann das Experiment vielfältig variieren. Nehmen Sie einen Krug mit Milch, und fragen Sie ihr gegenüber: Welche Farbe hat Knilch? Wichtig ist immer: Sie möchten eine unmittelbare intuitive Antwort. Sie können jemanden eine Bockwurst in die Hand geben und ihn nach der Farbe von Genf fragen. Es geht auch völlig ohne materielle Vorbereitungen. Eine verbale Hinführung genügt.

Parmesan und Parmenides sind heterorhiz und trotzdem initial homophon und homoiograph. Sie haben auch pragmatisch, also vom Sitz im Leben her, nichts mit einander zu tun. Deswegen sprechen wir hier von assoziativer Latenz. Der Einfluss der beiden Worte aufeinander ist wirklich minimal. Anders ist es jedoch, wenn die a. Latenz zur a. Präsenz wird, wie ich es in sanft und Samt dargelegt habe.

Hier, in diesem prärationalen Bereich siedelt auch die Grammatik. Ich sprach vom "Willen zum Verständnis", Die Grammatik ist zum geringen Teil nur angeboren, zum größeren Teil erworben, und erst zuletzt lernbar und unterrichtbar.

So wird verständlich, warum singen und klingen dieselbe Ablautreihe haben. Das Wort Anlehnung beschreibt nicht genau die Prozesse, die dazu führen, daß sich die Form der Worte, bewirkt durch die Semantik, ändern. Das Wort semantische Präsenz beschreibt das Phänomen besser.
Quaestor sum, quaerere quaerique possum ...
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