fari/facere vrs. poieo

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fari/facere vrs. poieo

Beitragvon sinemetu » Mo 30. Sep 2019, 08:14

Bevor ich's vergesse: fari - sagen und facere - tun - so lernt man es in Latein. Dazu stellt man dann fabula und faber. Im Griechischen aber gibt es: ποιέω (schaffen, machen, tun), davon aber Poesie und Poetik.

Dass in beiden Sprachen die Sphären des Sprechens, Dichtens zu der des Machen/Tuns gestellt wird, bzw. in eins gesehen wird, sollte schon zu denken geben. Auch im Deutschen spricht man vom Verse schmieden. Vllt bezieht sich dass auf unreine Reime, also Worte, die man so hinbiegt?

Wie wäre es, wenn wir fari und facere zu einer Wurzel *fa zusammenfassen und die zu ποιέω stellen? Denn es ist nicht einsichtig, warum faber nicht zu fabula gestellt werden sollte? Der Faber ist ja der, der die Fibel macht! Er hiess auch nie *Facbher. Außerdem ist Vulkanus zu fürchten!

Übrigens: DWDS mein zu foppen:
Die Etymologie ist ungeklärt.
Ich würde es zu Fabel und fabulieren stellen.
Quaestor sum, quaerere quaerique possum ...
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Re: fari/facere vrs. poieo

Beitragvon marcus03 » Mo 30. Sep 2019, 10:26

for, fātus sum, fārī, (griech. φημί, dor. φαμί), künden, kundtun,

faber, brī, m. (viell. verkürzt aus faciber v. facio)

facio, fēcī, factum, ere (verwandt mit dem Stamme θε in τίθημι, ε-θη-κα

https://books.google.de/books?id=abNfAA ... ie&f=false
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Re: fari/facere vrs. poieo

Beitragvon sinemetu » Mo 30. Sep 2019, 13:04

Egal, wie die Rhizodispositionen sind, betrachten wir die Sache von der semantische Seite und fragen: Wieso rücken die beiden so fremden Stämme so zusammen, und was haben die beiden Themenkreise Machen und Sprechen miteinander zu tun?
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Re: fari/facere vrs. poieo

Beitragvon sinemetu » Mo 30. Sep 2019, 16:56


der Link ist interessant. Er vermutet Metathesis: foppen = poffen, baffen, paffen, wobei nicht unser paffen (rauchen) gemeint ist. Denkelijk heißt wohl soviel wie wahrscheinlich. Wusste gar nicht, daß das Verb holl. und engl. ist.
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