Sackerberg

Beiträge zu Themen, die in keine andere Kategorie passen

Moderator: e-latein: Team

Re: Sackerberg

Beitragvon marcus03 » Fr 4. Okt 2019, 13:57

Mein Hebräisch ist sehr begrenzt. Unter was sollte ich das nachsehen? Um welche Wurzel bzw.
vokalisiertes Wort geht es? :help:
marcus03
Dominus
 
Beiträge: 7700
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: Sackerberg

Beitragvon sinemetu » Fr 4. Okt 2019, 14:44

https://www.hebrew-online.de/gesenius-h ... ch-online/
Die Trikonsonanz NQB

ich hatte es dir photographiert, aber die Dateien geraten alle zu groß, so daß ich sie hier nicht hochladen kann. In andern Foren geht das leichter...
Quaestor sum, quaerere quaerique possum ...
sinemetu
Senator
 
Beiträge: 2850
Registriert: Mo 2. Apr 2012, 18:02

Re: Sackerberg

Beitragvon mystica » Sa 5. Okt 2019, 20:09

sinemetu hat geschrieben:Womit Du das Wort übersetzt, ist egal, woran Du denken sollst bei diesem Wort, ist das Erinnern. Das Wort für Frau gleich daneben, da soll man an die zu Durchbohrende denken, oder an die Verfluchte .... schöne Stellen, was? "Weil Du auf das Wort der Frau, die ich Dir gegeben habe, gehört hast ...."
Der Mann ist Gedächtnisträger. Er hat Zugang zu der großen Weltmaschine, wo alles aufgeschrieben ist. Deswegen erinnert er sich und deswegen gilt im AT: 1 Manneswort = 2 Frauenworte. Das ist auch der Grund, warum sich Frau und Freude nahestehen, - sie kann vergessen -, und Vergessen ist die Bedingung der Freude, warum aber der Mann sich erinnern muß, er kommt nicht drum rum. Und das verlangt Gott von ihm: sich erinnern und trotzdem vergeben! Ist natürlich jetzt nicht sittenkomplex gedacht. Die können das nicht: Vergeben. Die müssen Erinnern! ad Olam! Und weil es soviel ist, haben sie angefangen, alles aufzuschreiben. Und es wird immer mehr, und weil sie es allein nicht mehr schaffen, schreiben wir jetzt alle mit.


Salve optime Sinemetu, Medice carissime et Marce carissime et magister optime!

Sinemetu bezieht sich auf den Vers, Genesis, 1,27:

וַיִּבְרָ֨א אֱלֹהִ֤ים | אֶת־הָֽאָדָם֙ בְּצַלְמ֔וֹ בְּצֶ֥לֶם אֱלֹהִ֖ים בָּרָ֣א אֹת֑וֹ זָכָ֥ר וּנְקֵבָ֖ה בָּרָ֥א אֹתָֽם:

"Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie". (Einheitsübersetzung)

"Gott erschuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie". (Verbatim übers. v. Mystica)

Das hebräische Wort זָכָ֥ר (männlich) könnte auch durch seine Wurzel זכר (als Verb im Kal) = "gedenken, sich erinnern" bedeuten.

Auch das hebräische Wort ּנְקֵבָ֖ה (weiblich) könnte aufgrund seiner Wurzel נקב (als Verb im Piel) = "lochen, punktieren" bedeuten.

So ist die gewagte Interpretation von Sinemetu nicht völlig unsinnig, wenn er den Mann als einen, der "sich erinnert" und die Frau als eine "zu Durchbohrende" deutet.

Die hebräische Sprache basiert nämlich auf den Wurzeln ihrer Verben und ist dadurch sehr vieldeutig. Aus diesem Grund gibt es auch viele rabbinische Interpretationen, die diese kreative Methode der Deutung heiliger Texte des Judentums sehr fruchtbar anwenden.

Vale, Mystica ;-)
Zuletzt geändert von mystica am So 6. Okt 2019, 16:13, insgesamt 1-mal geändert.
"Cum quo enim Deus est, nunquam minus solus est, quam cum solus est. Tunc enim libere fruitur gaudio suo, tunc ipse suus est sibi, ad fruendum Deo in se, et se in Deo". (Abbas Bernardus Clarevallis)
Benutzeravatar
mystica
Consul
 
Beiträge: 316
Registriert: So 3. Mär 2019, 10:37

Re: Sackerberg

Beitragvon marcus03 » So 6. Okt 2019, 08:13

mystica hat geschrieben: die Frau als eine "zu Durchbohrende" deutet.

Sinn? Sexuell? :?
Das erinnert an das Wort yadah (=erkennen), das sowohl für die Gotteserkenntnis als auch für den Geschlechtsverkehr verwendet wird.
marcus03
Dominus
 
Beiträge: 7700
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: Sackerberg

Beitragvon medicus » So 6. Okt 2019, 08:58

Ich staune und wundere mich über diese Sprache :roll:
medicus
Augustus
 
Beiträge: 4504
Registriert: Do 9. Dez 2010, 11:39

Re: Sackerberg

Beitragvon mystica » So 6. Okt 2019, 09:23

marcus03 hat geschrieben:
mystica hat geschrieben: die Frau als eine "zu Durchbohrende" deutet.

Sinn? Sexuell? :?
Das erinnert an das Wort yadah (=erkennen), das sowohl für die Gotteserkenntnis als auch für den Geschlechtsverkehr verwendet wird.


Salve Marce, mi amice carissime et magister optime!

Ita est. In Biblia Hebraica (Gen IV, I) verba legimus ut sequitur:

וְהָ֣אָדָ֔ם יָדַ֖ע אֶת־חַוָּ֣ה אִשְׁתּ֑וֹ וַתַּ֨הַר֙ וַתֵּ֣לֶד אֶת־קַ֔יִן וַתֹּ֕אמֶר קָנִ֥יתִי אִ֖ישׁ אֶת־יְהֹוָֽה

"Nova Vulgata" ex editione Vaticana Sacrorum Bibliorum hanc sententiam in linguam Latinam convertit, ut sequitur:

"Adam vero cognovit Evam uxo rem suam, quae concepit et peperit Cain dicens: “Acquisivi virum per Dominum".

http://www.vatican.va/archive/bible/nova_vulgata/documents/nova-vulgata_vetus-testamentum_lt.html

Itaque significatio verbis Hebraici ידע in voce Latina "cognoscere" sonat.

Ut recte dixisti, optime Marce, vocem Hebraicam " ידע " in hac sententia "cohabitationem" significare. Itaque videtur Sinemetu noster feminam in voce Germanica "zu durchbohrende" vocare.

Vale! :wink:
Zuletzt geändert von mystica am Mo 7. Okt 2019, 08:18, insgesamt 2-mal geändert.
"Cum quo enim Deus est, nunquam minus solus est, quam cum solus est. Tunc enim libere fruitur gaudio suo, tunc ipse suus est sibi, ad fruendum Deo in se, et se in Deo". (Abbas Bernardus Clarevallis)
Benutzeravatar
mystica
Consul
 
Beiträge: 316
Registriert: So 3. Mär 2019, 10:37

Re: Sackerberg

Beitragvon marcus03 » So 6. Okt 2019, 09:52

Lesetipp:
https://www.bibleserver.com/text/LUT/Hoheslied1
In der Bibel steht vieles, was man ihr nicht zutraut. Scripturae Sacrae nihil humani alienum videtur.
Kein Wunder, dass man sie lange vor der Eigenlektüre durch die Gläubigen fernzuhalten versuchte.
Bei der Kanonbildung blieb einiges auf der Strecke ("Apokryphen") und manches dürfte im Reißwolf gelandet sein, weil zu anstößig.
Dennoch hat sich vieles gehalten, was wir heute nicht mehr nachvollziehen können ("Rachgott" etc.)
Die Bibel ist ein weites Feld, auf dem es zugeht wie im richtigen Leben halt auch.
Kein Wunder: Es geht um die conditio humana und alles, was mit ihr zusammenhängt.

"Dass in der Endphase des Kanonisierungsprozesses noch umstrittene Bücher wie Hoheslied und Prediger akzeptiert wurden, hängt damit zusammen, dass diese in ihren Überschriften Salomo zugeschrieben wurden."

https://www.bibelwissenschaft.de/wibile ... 08e5dc556/
marcus03
Dominus
 
Beiträge: 7700
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Vorherige

Zurück zu Sonstige Diskussionen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste