Exsilium exsulque

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Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Di 22. Sep 2020, 20:43

exsul (exul), sulis, c. (ex u. solum), I) der, die (infolge politischer Verhältnisse od. Vergehungen) außerhalb des vaterländischen Bodens sich Aufhaltende, der Verwiesene, Vertriebene, Verbannte, Ausgewanderte, attrib. = verbannt,


exsilium (exilium), iī, n. (exsul), der Aufenthalt außerhalb des Vaterlandes infolge polit. Verhältnisse od. Vergehungen, er sei freiwillig od. einem als Strafe zuerkannt, die Verbannung, Landesverweisung, das Exil, I)

Beides von Georges.

Ich vermute mal: zuerst Ex-sul, wegen Sulcus, dann Ex-sulium, dann (Vokalangleichung) Exsilium. In sulcus klingt natürlich Ulcus und ulcisci an.

1. Steckt da silere - Schweigen drin, weil der Exsilierte zuhause nicht mehr reden darf, also nicht öffentlich die Stimme erheben darf?

2. Wie wird denn erklärt, daß das Wort eine helle und eine dunkle Form hat?

3. Bei exsul habe ich immer außerhalb des sulcus gedacht, wieso bringt hier Georges Solum, den Boden her? saltare, weil man über die Furche springen muß?

4. Terra und Terror, daß enge Zusammenstehen der Bedeutungen hat wohl mit den alten Vorstellungen von der Unterwelt zu tun. Vielleicht ist Furche und Furcht ein spätes Echo im Deutschen dieser Gedankenverbindung?
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 06:51

sinemetu hat geschrieben:Ich vermute mal: zuerst Ex-sul, wegen Sulcus, dann Ex-sulium

solum = solum patrias
http://www.zeno.org/Georges-1913/A/solu ... D?hl=solum
Dazu gibt es nicht mehr zu sagen. Der Rest ist unbegründete Assoziation.

sinemetu hat geschrieben:Terra und Terror, daß enge Zusammenstehen der Bedeutungen

terra, ae, f. (›das Trockene‹; vgl. τερσαίνω neben torreo u. ex-torris),

terreo, terrui, territum, ēre (*terseo; altind. trásati, zittert, griech. τρέω aus *τρέσω;
Beides hat offensichtlich nichts miteinander zu tun. -->heterorhiz
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Mi 23. Sep 2020, 07:43

marcus03 hat geschrieben:
sinemetu hat geschrieben:Ich vermute mal: zuerst Ex-sul, wegen Sulcus, dann Ex-sulium

solum = solum patrias
http://www.zeno.org/Georges-1913/A/solu ... D?hl=solum
Dazu gibt es nicht mehr zu sagen. Der Rest ist unbegründete Assoziation.

Lass mal bitte; Marcus03, das "unbegründet" weg, denn ich habe ja begründet, und schreibe, "dem Rest kann ich so nicht folgen"!

sinemetu hat geschrieben:Terra und Terror, daß enge Zusammenstehen der Bedeutungen

terra, ae, f. (›das Trockene‹; vgl. τερσαίνω neben torreo u. ex-torris),

terreo, terrui, territum, ēre (*terseo; altind. trásati, zittert, griech. τρέω aus *τρέσω;
Beides hat offensichtlich nichts miteinander zu tun. -->heterorhiz[/quote]

Das Urteil, dass trocknen und zittern nichts miteinander zu tun hätten, halte ich für weltfremd. Geh mal im Oktober baden ... dann wird der Zusammenhang offensichtlich.
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 07:51

sinemetu hat geschrieben:Geh mal im Oktober baden ... dann wird der Zusammenhang offensichtlich.

Welcher Zusammenhang? :?
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Mi 23. Sep 2020, 07:56

marcus03 hat geschrieben:Welcher Zusammenhang? :?

Zwischen Zittern und Trocknen ....
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 08:11

Bloß weil beim Zittern das Wasser abperlet und man trocken wird? O Mann, was sind das für Assoziationen!
Meinst du das wirklich ernst?
Wenn man so argumentiert, kann man alle möglichen Kontext konstruieren für Etymologisieren.
Du hast eine blühende Fantasie. Doch mir seriöser Wissenschaft hat in diesem Fall nichts zu tun.

Die Erde muss übrigens auch nicht zittern um zu trocknen. Das machen Wind und Sonne.
Oder ist Sonne mit Trocknen im Dt. verwandt. Immerhin kommen o, n und e in beiden Wörtern vor.
Das kann kein Zufall sein. :lol:
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Mi 23. Sep 2020, 08:38

marcus03 hat geschrieben:Bloß weil beim Zittern das Wasser abperlet und man trocken wird? O Mann, was sind das für Assoziationen!

Das ist falsch gedacht! Nicht, weil, und vor allem nicht, - dann überall. Es besteht ein Zusammenhang insofern, daß der Mensch beim Trocknen auch zittert. Zittern ist eine physiologische Reaktion des Köpers, um Wärme zu produzieren. Viel Wärme verliert es in der Regel, wenn er nass ist. Die beiden Vorgänge laufen also parallel. Denke jetzt so: Die Zeit, als der Zusammenhang jedem deutlich war, war die Zeit, als Kleidung allgemein etwas sehr Teures war. Die Menschen waren nicht so gut bekleidet, und Wechselkleidung war fast undenkbar. Sie erfuhren den Zusammenhang also viel häufiger. Darum ging er auch in die Sprache ein. Später, als die Kleidungssituation besser wurde, trat der Zusammenhang in den Hintergrund, die Wurzeln konnten sich trennen. Die der Zusammenhang durch den Regen überall gegeben war, wird er auch sich in vielen Sprachen sich finden lassen. Da solche Zusammenhänge nicht zwingend sind, wird es auch viele Sprachen geben die dies Vorgänge unbeachtet lassen.

marcus03 hat geschrieben:Meinst du das wirklich ernst?
Wenn man so argumentiert, kann man alle möglichen Kontext konstruieren für Etymologisieren.
Du hast eine blühende Fantasie. Doch mir seriöser Wissenschaft hat in diesem Fall nichts zu tun.

Das ist kein konstruierter Kontext. Daß Du heute in behüteten Verhältnissen lebst, und dieser hier geschilderte zusammenhang so gut wie nicht mehr erfahren wird, und er Dir und den meisten Zeitgenossen , die nicht über Sprache nachdenken, daher phantastisch vorkommt, ist verständlich. Aber denke Dich nur hier in Mitteleuropa 1000 Jahr zurück!

marcus03 hat geschrieben:Die Erde muss übrigens auch nicht zittern um zu trocknen.

Nein, die Erde nicht, aber der Mensch, und bei der Begriffsbildung ist die Erfahrung direkt am Menschen besonders sprachbildend, weil konkret. Denke nur an die "stabilen Begriffe", deren erste Hälfte homoid sind.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wortgleichung_(Linguistik)

Man zittert übrigens auch vor Angst:
https://www.angst-panik-hilfe.de/angst- ... -test.html
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 08:58

Es geht um terra und terrere/terror, mein Lieber!
Das gibt es nichts Verbindendes und keine TCs.
Du bist ins falsche Fahrwasser abgedriftet.

PS:
Die Erde und der Schrecken hängen heute insofern zusammen, als der Mensch zum Schrecken
für die Erde geworden ist, die zu zerstören im Begriff ist. :?

Gestern gehört: Jedes Jahr landen 1,4 Milliarden Handys/Smartphones im Müll.
Das ist nur die Mini-Spitze den Müllberges.
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Mi 23. Sep 2020, 09:06

marcus03 hat geschrieben:Es geht um terra und terrere/terror, mein Lieber! ... Du bist ins falsche Fahrwasser abgedriftet. [

ja, ich war abgedriftet ...
marcus03 hat geschrieben:Das gibt es nichts Verbindendes und keine TCs.

für uns Heutige nicht, für die Alten wohl, statt Homoiorhizität liegt dann assoziative Präsenz vor.

marcus03 hat geschrieben:Gestern gehört: Jedes Jahr landen 1,4 Milliarden Handys/Smartphones im Müll.
Das ist nur die Mini-Spitze den Müllberges.

6 Tausend Handys enthalten 1 kg Gold ...
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 09:49

sinemetu hat geschrieben:statt Homoiorhizität liegt dann assoziative Präsenz vor.

Die hat in der Wissenschaft nur wenig bis nichts verloren.

sinemetu hat geschrieben:6 Tausend Handys enthalten 1 kg Gold ...

Dann hol dir 120 000 vom Müll, zerleg sie und kratz das Gold darin zusammen.
Bei einem Goldpreis von gut 50000 Euro pro Kilo bist du dann Handygold-Millionär!
Wenn du pro Stunde 1 Handy schaffst, bist du mit 8 Stunden Arbeit pro Tag an 230 Arbeitstagen
in 65 Jahren damit fertig. Wenn Frau, Kinder und Verwandte mitmachen, gehts schneller! :lol:
Wenn der Goldpreis bis auf 8000 Dollar und mehr steigen sollte, was einige Fachleute nicht ausschließen,
bist du als Methusalem sogar Multimillionär, zumindest zahlenmäßig.
Die Kaufkraft in 65 Jahren lasse ich mal außen vor.
1 Handy enthält ca. 0,17g Gold = ca. 9 Euro, also knapp der Mindestlohn. Lohnt sich also nicht,
zumal Zusatzkosten anfallen (Chemikalien,Restmüll).

PS:
Alles jemals von Menschen geschürfte Gold passt übrigens in einen Würfel mit der Kantenlänge
von ca. 20m.
Aktueller Wert: ca. 8 Billionen Euro/9,44 Billionen Dollar.
Das ist weniger als 1/3 der US-Staatsverschuldung:
https://www.gold.de/staatsverschuldung-usa/
Kein Wunder, dass eine Golddeckung von Währungen unmöglich geworden ist
und schon lange bewusst aufgegeben wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nixon-Schock
Bleibt also nur weiterhin der Glaube ans Scheingeld bzw. die Geldscheine, die z.Z.
in gigantischem Ausmaß gedruckt werden, wobei niemand so recht weiß, was die Kohle
landet. Der nächste Crash kommt bestimmt. Ruina certa, hora incerta.
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon sinemetu » Mi 23. Sep 2020, 09:53

marcus03 hat geschrieben:Aktueller Wert: ca. 8 Billionen Euro/9,44 Billionen Dollar.

Kann nicht stimmen: Du vergisst: https://en.wikipedia.org/wiki/Billion
Quaestor sum, quaerere quaerique possum ...
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Re: Exsilium exsulque

Beitragvon marcus03 » Mi 23. Sep 2020, 10:01

Ich meine die europäische Billion (10hoch12).

1 dm^3 (= 1 Liter) Gold wiegt 19,3 kg. Dichte = 19,3kg/dm^3

Goldwürfel: 20m = 200 dm --> Volumen= 200^3 = 8000 000 dm^3

8000 000*19,3*51760 Euro = 8*10^12 Euro = 8 Billionen

Korrekt?

vgl:
https://www.finanzen100.de/finanznachri ... 38_325690/
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