Parmenides: B3 Teil 2 - τὸ γὰρ αὐτὸ νοεῖν ἐστίν τε καὶ εἶναι

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Parmenides: B3 Teil 2 - τὸ γὰρ αὐτὸ νοεῖν ἐστίν τε καὶ εἶναι

Beitragvon Ioscius » Di 20. Dez 2016, 11:22

Hallo,

Rapp schreibt, dass aus dem Satz τὸ γὰρ αὐτὸ νοεῖν ἐστίν τε καὶ εἶναι nicht auch geschlossen werden sollte, dass das Sein für Parmenides auch im Denken gründet. Er nennt zwei Argumente:

Erstens: Wenn das Seiende das einzige ist, was es durch das Denken zu erfassen gibt, und wenn das Denken immer ein Erfassen des Seienden ist, dann ist es legitim, von der Denkbarkeit des Seienden auf seine Wirklichkeit zu schließen.
Aus dem Implikationsverhältnis darf man aber nicht schließen, dass das Seiende nur ist, weil es gedacht wird. Im Gegenteil. Das Denken einer Sache impliziert eine vom Denken und Sagen unabhängige Wirklichkeit des Gedachten, weil ausschließlich Seiendes gedacht werden kann.
Zweitens: Um zu bestreiten, dass das Fragment besagt, dass auch die Umkehrung gemeint ist, also dass nur gedacht werden kann, was sein kann, müsste man argumentieren, dass es sich bei diesem Satz um eine asymmetrische Feststellung handelt, bei der aus der Wortstellung ersichtlich ist(?), dass das, was gedacht wird, auf den Bereich des Seiendes reduziert werden soll, aber nicht umgekehrt.


Das erste Argument verstehe ich: Das Gedachte ist objektiv/ unabhängig von unserem subjektiven Denken und Sprechen. Könnt ihr mir bitte seinen zweiten Einwand mit eigenen Worten erläutern? Ich verstehe es leider nicht :cry:
Was ist unter einer idealistischen Auffassung zu verstehen? Was ist unter einer asymmetrischen Feststellung zu verstehen?

Danke!!
Ioscius
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