Prometheus

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Prometheus

Beitragvon Zythophilus » So 16. Jun 2024, 19:24

Prometheus kommt überraschenderweise in der lateinischen Dichtung kaum vor. Im ersten Buch der Metamorphosen wird er als Iapeto satus als Menschenschöpfer erwähnt, dann findet er sich noch in zwei Büchern der Argonautica libri octo des Valerius Flaccus.
Dazu meine Frage: In v. V 74s. heißt es ille dearum/ fletibus et magno Phoebi commotus honore, wobei mit ille wohl Jupiter gemeint ist.
Wer sind die Göttinen, die vermutlich wegen Prometheus weinen? Was ist mit magnus Phoebi honor gemeint?
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Re: Prometheus

Beitragvon marcus03 » Mo 17. Jun 2024, 07:52

vlt. hilft weiter:
https://books.google.de/books?id=Y9xbkr ... =PA900&dq=

aus einer engl. ÜS:
He moved by the goddesses’ tears and Phoebus’ high renown sends down swift Iris on her

renown = Ruhm, Ansehen, (Renommee)
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Re: Prometheus

Beitragvon Sapientius » Di 18. Jun 2024, 09:30

Prometheus kommt überraschenderweise in der lateinischen Dichtung kaum vor.


Ist es überraschend? Ich finde es eher überraschend, dass er bei uns vorkommt, in Goethes bekanntem Gedicht "Prometheus", einer Art Gründungsmanifest der d. Klassik und Aufklärung; "das Prometheische" gehört zum Genie-Ideal der Klassik, der große Einzelne lässt alle Begrenzungen hinter sich, Nietzsches "Übermensch", Darwin, ...
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Re: Prometheus

Beitragvon mystica » Di 18. Jun 2024, 11:10

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Zuletzt geändert von mystica am Sa 29. Jun 2024, 09:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Prometheus

Beitragvon marcus03 » Di 18. Jun 2024, 14:39

Prometheus steht mMn für die Subjektwerdung des Menschen, der sich immer mehr
seiner selbst bewusst wird und sich emanzipiert von der reinen Triebgesteuertheit.
Auf ihm kann man eine ganze Bewusstseinspsychologie aufbauen und entwickeln.
Er steht für den Freiheitsdrang des Menschen, sein Selbstbestimmungsrecht, seinen Drang nach Unabhängigkeit mit allen Vor-und Nachteilen.

Er steht mythologisch am Anfang der Subjekt-Objektsspaltung.
Er lehnt sich auf gegen scheinbar unantastbare Gesetze.
Er begehrt auf gegen bisher unhinterfragte Autoritäten, zweifelt sie an.
Sein Name VORDENKER ist Programm und wohl auch deswegen so gewählt.

Der Mensch ist den Naturgewalten und interessen-geleiteten Autoritäten (Herrscher, Priester u.a.)
ausgeliefert, deren Macht zu schwinden beginnt in dem Moment, in dem man diese hinterfragt
und entlarvt als Einzelegoimus, Streben nach Privilegien, Vorteilen aller Art, meist im Namen eines
Gottes, der als Letztbegründung herhalten muss, wenn es keine rationalen Argumente mehr gibt
oder diese inopportun und Konflikte provozierend sind.

Die Angst vor Macht-. Kontroll- und Privilegienverlust, die zu erhalten jedes Mittel recht ist angefangen von
Lug und Betrug bis hin zum Mord ist der Hintergrund im verzweifelten Kampf der Machtinhaber,
den Status-quo zu zementieren, auch dann noch, wenn der Zement längst bröckelt an allen Ecken und Enden.
Zur schön und verheißungsvoll ist die Macht und das, was man mit ihr erreichen kann und wenn es
noch so inhuman und grausam ist und zu Lasten deren geht, die skrupellos benutzt werden,
sie möglichst lange zu konservieren.

Prometheus hat die Richtung vorgegeben, nicht alles hinzunehmen, nur weil es halt immer schon so war
und sich vermeintlich bewährt hat gegen jedes Mitgefühl mit denen, auf deren Kosten das geschieht.

Fakt ist: unzählige Herrscher hat die Geschichte weggefegt und wird sie weiter wegfegt,
wenn sie gegen die Grundsätze der Vernunft und Mindesthumanität handeln.
An Anfang standen immer Vordenker, die diese inhumanen Mechanismen durchschauten und
abzuschaffen strebten. Dass an deren richtige Ideen missbraucht hat und es wieder zu Gewaltanwendung
kam, ist tragisch, aber wohl auch wieder psychologisch erklärbar, wenn man den Menschen als
wohl unheilbaren Egoisten bezeichnen muss, ein Egoismus, der aber auch positive Seiten hat und
die Menschheit wirtschaftlich, kulturell, gesellschaftlich und anerweitig vorangebracht hat.
The sword cuts both ways, wie der Brite sagt.

Alles hat seine zwei Seiten, ist ambivalent in einer bipolaren Welt, die ihre Mitte nicht
finden zu scheint bzw. finden kann, weil sie wohl von Gegensätzen lebt, die, wenn ausgeglichen,
vlt. in einer unerträglichen Langeweile enden würden, die vermutlich auch in jenem Quantenvakuum
geherrscht hat, in dem es zum GROSSEN KNALL, der keiner war, gekommen sein soll und dem
wir den ganzen kosmologischen und evolutionsgeschichtlichen "Zirkus" zu verdanken haben,
in dem wohl das, was man dauerhaftes Glück nennt, nicht vorgesehen ist.
Denn der POLEMOS ist und bleibt der Vater aller Dinge,
Ergo fortiter pugnare ne desieris, munde mente capte et difficillime intellectu!

Vlt. bräuchte es einen mächtigen Prometheus vere humanus, der mit der Überzeugungskraft der
Ratio und authentischer, unmanipulierbarer, in allen Bereichen wahrer, selbstloser Humanität
Wege vorausdenkt und Perspektiven eröffnet, an die man noch nicht gedacht hat bzw. die umzusetzen
einer alia metanoia maxima et dolore plena magno bedürfte.
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Re: Prometheus

Beitragvon Zythophilus » Di 18. Jun 2024, 18:41

Der Prometheus, der mich inspiriert hat, nach mehr zu suchen, steht auf der von vorne betrachteten linken Seite des Beethovendenkmals am Beethovenplatz. https://static.vecteezy.com/ti/fotos-ko ... h-foto.jpg
Es findet sich die Erklärung, dass er das Leiden des langsam taub werdenden Künstlers symbolisiert, wie auch, wohl plausibler, soll es eine Anspielung auf das Beethovens Balett „Die Geschöpfe des Prometheus“ (Opus 43) sein. https://www.atkultur.at/das-beethoven-denkmal-in-wien/
Ich denke mir mehr, dass der Künstler Fernkorn durchaus daran dachte, dass Prometheus seit der Zeit des Sturm und Drang ein Symbol für das Aufbegehren des Menschen gegen scheinbar gottgegebene Obrigkeiten ist, wie es auch im entsprechenden Gedicht von Goethe deutlich wird. Zu Beethoven als einem Anhänger der Aufklärung und der Französischen Revolution passt das sehr gut.
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Re: Prometheus

Beitragvon marcus03 » Mi 19. Jun 2024, 11:15

Zythophilus hat geschrieben:dass Prometheus seit der Zeit des Sturm und Drang ein Symbol für das Aufbegehren des Menschen gegen scheinbar gottgegebene Obrigkeiten ist

Das Problem ist, dass Obrigkeiten auch Produkt der Evolution ist. Im Tierreich sind es die
Alpha-Männchen, die den Ton angeben und die Truppe zusammenhalten.
Belohnung: Es kann seine "starken" Gene weitergeben.
Gruppen brauchen Führung (Leittiere z.B. bei den Elefanten und vielen anderen Spezies).
Erst mit der Gehirnfortentwicklung und Kulturentwicklung ergeben sich andere Möglichkeiten.
Nicht der physische Stärkste muss führen, sondern der Intelligente, der den maximalen Nutzen erkennt
und überzeugen kann.
Er war ein langer Bewusstseinsentwicklungsweg, brutal, grausam, völlig inhuman nach heutigen
Maßstäben, die anzulegen wohl auch nicht sachgerecht bis verfehlt ist.
Fakt ist: Alles hängt an der Gehirnentwicklung, die nicht abgeschlossen ist wie die Evolution,
die es per Selektion und Mutation hervorgebracht hat nach dem try-and-error-Prinzip und
Zufallsprinzip.
Was Zufall genau ist, bleibt ein Rätsel. Wann er wo wie zuschlägt ein Geheimnis,
das man zu lüften begonnen hat und der wohl immer mit sich verändernden Umweltbedingungen
zu tun hat (Anpassungszwang oder Aussterben).

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... s-100.html

Wer wissen immer mehr über die Entwicklungsphasen des homo sapiens, die Entwicklung der Erde
und sogar über die Zukunft des Kosmos, der in einem materielosen Nichts enden wird, in dem es nur
extrem langwellige Strahlung geben wird, wenn das letzte schwarze Loch in 10hoch100 Jahren verdampft sein wird.
https://www.zdf.de/suche?q=infinity&syn ... p=gruppe-b

https://www.zdf.de/suche?q=das+ende+des ... p=gruppe-b

Analog dazu werden sich wohl alle Staaten auflösen in einen Weltstaat, dessen Ziel sein sollte,
den Planeten Erde zu retten solange es geht, auch wenn dessen Ende schon feststeht:
die Sonne wird sich aufblähen zum Roten Riesen wie Beteigeuze und alle Planeten verschlingen wird um dann selber - extrem kontrahiert zu weißen Zwerg:
Weiße Zwerge haben einen Durchmesser von einigen tausend bis etwa zehntausend Kilometern also knapp Erdgröße

All das lässt sich prometheisch vorausdenken und im Kosmos beobachten.

Doch wozu nützt es zu wissen, was in ein paar Milliarden Jahren ablaufen wird,
wenn der Planet schon in 100 Jahren inhabitabel sein könnte (s. Hawking), wenn seine Bewohner
auf dem Level weiterleben wie die USA, Europa und immer mehr auch China und Indien.

https://www.umweltpakt.bayern.de/abfall ... gstag-2024

https://de.statista.com/infografik/1057 ... r-laender/

Man muss kein Prometheus sein um zu erkennen, wo alles hinführen wird und muss ohne massive Gegensteuerung.
Und die wird teuer, unangenehm, weil ohne Verzicht in größerem Maßstab nicht auskommend.
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Re: Prometheus

Beitragvon Sapientius » Mi 19. Jun 2024, 15:58

Analog dazu werden sich wohl alle Staaten auflösen in einen Weltstaat, dessen Ziel sein sollte, ...


Marce, zur Aufklärung gehört ihr Illusionismus, nach dem ersten Weltkrieg gedachte man durch den Völkerbund die Kriege für immer überwunden zu haben, nach dem zweiten schuf man die "Vereinten Nationen" und richtete einen "Weltsicherheitsrat" ein. Schon im 18. Jh. machte man sich solche Illusionen.

Das Prometheische mit dem Genie-Ideal hat zwei dunkle Seiten, meine ich: da ist einmal das Elitäre, nur wenige können sich als Genie entfalten, die breite Masse bleibt im Dunkeln, es kommt Pessimismus auf: das Epigonenhafte ist das Schicksal der meisten, das Leben ist wertlos, alles grau in grau; Bsp. kann Adalbert Stifter sein: er hatte eine Wunde in seiner Seele, und der Wald sollte sie heilen; aber der Wald konnte es nicht.

Das andere ist das Fehlen von Moral in diesem Weltbild; nicht der Gute, nicht der gerechte, nicht der Mitfühlende überlebt, sondern der Angepasste, survival of the fittest. Nietzsche und Darwin führen zum Sozialdarwinismus, da ist es nur ein kleiner Schritt zum völkischen Denken, das edle Geblüt des germanischen Menschen ist zur Herrschaft bestimmt.
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Re: Prometheus

Beitragvon marcus03 » Do 20. Jun 2024, 08:45

Sapientius hat geschrieben:Nietzsche und Darwin führen zum Sozialdarwinismus,

Das sind ganz schlimme Fehlentwicklungen. Marx hat den Kommunismus, so wie er kam, sicher
nicht gewollt und Jesus auch diese Kirche nicht.
Das Problem kommt immer mit dem Wachstum und der Organisation der Massen, das höchst ambivalent ist.
In der Ökonomie ist es das Problem schlechthin geworden, v.a. als Lösungsmittel für Probleme.
(circulus vitiosissimus)

Wenn sich das Biophilie-Prinzip durchsetzt, ist das überwunden. Doch der Weg dahin ist lang und steinig.
Sapientius hat geschrieben:zur Aufklärung gehört ihr Illusionismus, nach dem ersten Weltkrieg gedachte man durch den Völkerbund die Kriege für immer überwunden zu haben, nach dem zweiten schuf man die "Vereinten Nationen" und richtete einen "Weltsicherheitsrat" ein

Dass aus guten, richtigen, zukunftsweisenden Ideen oft nichts wird bzw. sie viel Zeit brauchen ist bekannt
und wesensbedingt.
Gerade das Christentum hat eine gute Idee, vlt. die beste, weil humanste, wenn richtig zuende gedacht, missbraucht und sogar pervertiert (Kreuzzüge,Machtansprüche in der Politik, Personenkult, immense Bereicherung und Psychoterror über Jahrtausende).

Sapientius hat geschrieben:Das Prometheische mit dem Genie-Ideal hat zwei dunkle Seiten, meine ich: da ist einmal das Elitäre, nur wenige können sich als Genie entfalten, die breite Masse bleibt im Dunkeln,

Ja, weil die Bildungssysteme versagen (müssen), überlastet und überfordert sind und die Familie als
erster Sozialisierungort dasselbe Problem hat.

https://www.schall-nrw.de/unsere-themen ... tastrophe/

https://www.t-online.de/leben/kolumne-b ... dern-.html

Geld ist mit Sicherheit nicht die alleinige Lösung.
Es bedarf der richtigen, motivierten und tendenziell selbstlosen Menschen mir der dafür notwendigen Zeit.
Weiteres Beschleunigen macht es nur noch schwerer.
Vielerorts wäre Entschleunigung angesagt und Linderung des Realitätsdruckes, der leider das
Prinzip der Evolution ist und schon immer war.

The devil takes the hindmost oder: Wer sich nicht rechtzeitig anpasst/anpassen kann hat die Arschkarte des NOT FIT FOR SURVIVAL.
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Re: Prometheus

Beitragvon Sapientius » Sa 22. Jun 2024, 08:25

Prometheus kommt überraschenderweise in der lateinischen Dichtung kaum vor.


Ich versuche einmal, es zu erklären. Das Prometheische lag für das Blickfeld der Römer im toten Winkel. "Moribus antiquis res stat Romana virisque", der Enniusvers sagt es, die Römer waren konservativ.

Die Römer hatten eine politische Religion, keine individuelle; von Bekehrungen oder Glaubenszweifeln an Juppiter wird nichts berichtet. Die Gründerzwillinge stammten von einem Gott ab, und die Entscheidung zwischen ihnen geschah durch Beobachtung des Vogelflugs, d.h. man sah darin eine göttliche Führung; für uns ist ja aus der Äneis deutlich ablesbar, wie die Römer sich der göttlichen Führung unterstellten und gerade so zur Weltherrschaft sich berufen fühlten, "imperium sine fine dedi", kein Gedanke an Emanzipation von der Religion.
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Re: Prometheus

Beitragvon mystica » Sa 22. Jun 2024, 10:01

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Zuletzt geändert von mystica am Sa 29. Jun 2024, 09:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Prometheus

Beitragvon Zythophilus » Sa 22. Jun 2024, 10:16

Gerade einem Dichter wie Ovid, der bewusst oder unbewusst den Unwillen des u.a. auf die Staatsreligion vertrauenden Augustus erregte, hätte es nichts ausgemacht, sich in spöttischer Weise über Götter in diesem Zusammenhang zu äußern. Sie werden in den Metamorphosen bei weitem nicht nur positiv dargestellt. Bei Vergil würde es wahrscheinlich anders aussehen, aber in der Aeneis wäre auch kaum Platz für die Prometheus-Sage.
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Re: Prometheus

Beitragvon marcus03 » Sa 22. Jun 2024, 12:12

mystica hat geschrieben: wobei alle Römer zur Teilnahme an der öffentlichen Religion verpflichtet waren, weil dies dem allgemeinen Staatswohl diente.

Das erinnert an die Sonntagpflicht bei den Katholiken.
Ich erinnere mich noch, dass der Priester, der zugleich Religiongslehrer war, Schüler, die nicht
im Sonntagsgottesdienst waren scharf angegangen ist und sogar bestraft hat.

Diese brutale Übergriffigkeit und neurotisirenden Zwänge auch in anderen Bereichen habe ich in sehr unagenehmer Erinnerung.
Es wurde auch damit gedroht, dass das im Leben schlimme Konsequenzen habe könne.
Man beleidige Gott, wenn man nicht zur Messe gehe.
Gott sei Dank ist das weitgehend überwunden.

Aber Leute wie Wallner, ein aggressiver Propagandist und Einpeitscher der kath. Rituale und des
Formalkatholizismus erinnern immer noch an diese Psycho-Terror-Zeiten.
Man will den Leuten weiterhin ein schlechtes Gewissen machen, um sich selber als wichtig und
heilnotwendig darstellen, obwohl jeder aufgeklärte Christ weiß, dass all das mit dem Wesen des Glaubens
nicht das Geringste zu hat und nur dazu dient, Macht auszuüben, die Leute bei der Stange zu halten
und zusätzliches Geld in die Opferkörbe legen zu lassen, die herumgereicht werden.

Wie schon erwähnt. hat Heiligenkreuz jetzt auch einen Testamentsbeauftragten, der gerne ins Haus kommt.
Das sagt eigentlich alles darüber aus,worum es diesen Einrichtungen geht: Mammon, Mammon, Mammon
und Macht über die naiven Seelen, die in schwierigen Zeiten noch mehr ihr Heil dort suchen,
wo sie es vlt. sogar mit Geld und Kultteilnahme erkaufen können.
Wie aber heißt es klipp und klar: Ihr könnt nicht Gott und dem Mammon zugleich dienen.
Nur gut, dass immer mehr den Schwinde durchschauen und sich abwenden.

In die Knie zwingen kann man auch die Kirche nur durch Geldentzug.
Drum wird es höchste Zeit, auch in Deutschland die Trennung von Kirche und Staat zu vollziehen
und endlich diese Reparationszahlungen einzustellen, die seit der Säkularisierung laufen.
Warum soll der Staat die Priesterausbildung mitfinanzieren, warum Bischöfe bezahlen, u.v.m.?
Das ist heute nicht mehr vermittelbar.
Die Kirchen haben genug Geld, das selber zu finanzieren.
Nur eine arme Kirche ist eine glaubwürdige, nicht eine, die den Kragen nicht voll genug kriegt
und im Luxus schwelgt.
Die Skandale dazu sind Legion und erschütternd.
Wielange steht das wankende Gebäude KIRCHE noch?
Um es zu stützen müssten ganz andere Stützpfeiler eingebaut werden als das ewige gleiche Gelabere
und runterleiern von Riten voller Leerformeln und Verbalgesülze.
Wallner war mal Pfarrer in Sulz. Nomen est omen (agendorum).
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Re: Prometheus

Beitragvon mystica » Sa 22. Jun 2024, 12:13

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Zuletzt geändert von mystica am Sa 29. Jun 2024, 09:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Prometheus

Beitragvon Sapientius » So 23. Jun 2024, 18:36

Wir brauchen nicht über römische Religion überhaupt, sondern nur über das Fehlen des Prometheischen in ihr uns den Kopf zu zerbrechen; ich greife mal ein Beispiel heraus, das Schnattern der kapitolinischen Gänse vor dem Überraschungsangriff der Gallier auf Rom; dieses Schnattern machte die Wachen aufmerksam, es wurde Alarm gegeben und der Angriff konnte abgewehrt werden. Und jetzt kommt der Punkt: die Römer sahen in diesem Schnattern ein göttliches Warnsignal, sie nahmen es an (sie übten "re-ligio" im Gegensatz zu neglegentia); noch mehr, sie errichteten zum Dank einen Tempel für "Iuno Moneta", die Warnerin, von monere (Später wurde in dem Tempel die römische Münzprägung eingerichtet, daher das Monetäre, money usw.).
Das war die Art, wie die Römer sich die Götter und ihr Wirken vorstellten: ganz anders als die homerischen Götter.
Die Götter, das waren die Helfer für das Gemeinwohl, das Gefühl der Römer: Dankbarkeit und Verpflichtung. Das Prometheische war, wie gesagt, im toten Winkel für sie.
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