Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radicke

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Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radicke

Beitragvon mystica » So 15. Nov 2020, 15:15

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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon Laptop » Mo 16. Nov 2020, 01:54

Sehr viel entspannter und geerdeter. Außerdem geht er ohne Umschweife an die detailreiche Aufschlüsselung des Textes und man lernt was am Ende des Tages. Nur, was mir gleich beim 9. Wort der Satire auffällt, die er ja in pronuntiatio restituta liest: warum spricht er "seu" als /soi/? Dann spricht er auch den Stammvokal von clamare kurz, in "clāmat in urbe".
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon ille ego qui » Mo 16. Nov 2020, 17:50

Das überrascht ja nicht. Wenn einer nicht ausdrücklich Aussprache-Fan ist, brauchst du gar nicht damit zu beginnen, Fehler zu registrieren. Du wirst nicht fertig werden;)
Vielleicht spricht er das a zumindest gespannt... ;-)
Vale!

P.S.: Mit korrekten Vokallängen ist ja ohnehin noch nicht so viel gewonnen, wenn man sich nicht auch um die Quantität der Silben kümmert. Und das tut ja kaum jemand...
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon Laptop » Mo 16. Nov 2020, 20:08

Das waren die einzigen Fehler, die ich gefunden habe, und möchte das nicht wie ein Fazit gelesen haben. Er spricht ansonsten ja sehr gut. Aber Du hast recht, Aussprachefehler findet man im Allgemeinen wie Muscheln am Strand. Evan Millner z. B. kann ich mir gar nicht mehr anhören, das ist mir dann schon zuviel ...
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon iurisconsultus » Mo 16. Nov 2020, 21:18

Am Anfang fand ich ihn mühsam, weil er etwas abgehackt und flat­te­rig doziert. Aber nach einer Folge hatte er mich trotzdem, weil er recht informativ ist. :-D
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon Tiberis » Di 17. Nov 2020, 03:42

Bei dieser fürchterlichen Aussprache hätte Horaz wohl die größte Mühe, seinen eigenen Text wiederzuerkennen. Ich möchte wirklich wenigstens einmal einen deutschen Philologen erleben, bei dem man nicht schon beim ersten lateinischen Wort weiß, aus welchem Land er kommt. Diese extreme Aspirierung insbesondere der Dentale tut geradezu in den Ohren weh. jakthanthibus - horribile auditu!
Und gelesen hat er die Hexameter sowieso wie einen Prosatext. Von Versrhythmus nicht die geringste Spur.
Aber gut, ich will jetzt nicht wieder eine Diskussion um Vers- und Wortakzent beginnen. :roll:
Gehen wir zum Inhaltlichen: Radicke bezeichnet die Satire als "Moralpredigt", was einigermaßen seltsam ist und das Wesen dieser Literaturform nicht trifft. Er verliert kein Wort über die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs "Satire", obwohl gerade das zum Verständnis dieser Form hätte beitragen können.
Überhaupt frage ich mich, an wen sich diese sogenannte online-Vorlesung richtet. Doch nicht etwa an Studenten der klassischen Philologie, von denen man erwarten würde, dass sie z.B. von konjunktivischen Relativsätzen , die Radicke hier langatmig zu erklären versucht, bereits Kenntnis haben ?
Gemessen an dem Anspruch, den ich an eine Vorlesung stelle, war das Gebotene eher schlichte Kost. Dazu kommt noch die stockende, teilweise fahrige Redeweise des Vortragenden, die mitunter den Eindruck mangelnder Vorbereitung erweckt. :sad:
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon ille ego qui » Do 19. Nov 2020, 14:37

Ich möchte wirklich wenigstens einmal einen deutschen Philologen erleben, bei dem man nicht schon beim ersten lateinischen Wort weiß, aus welchem Land er kommt.


Für Österreicher sicher noch einfacher (ohne Aspiration) :)
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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon mystica » So 22. Nov 2020, 12:00

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Re: Horaz, Satire - Digitale Lateinische Lektüre, Prof.Radic

Beitragvon Tiberis » So 22. Nov 2020, 16:37

mystica hat geschrieben:
salve!
6.) Sein Vortragsstil scheint mir sehr sympathisch und vor allem auch lebendig zu sein.

In Bezug auf den "sympathischen Vortragsstil" stimme ich dir zu. Radicke ist zweifellos ein guter Lehrer und die Liebe zu seinem Fach ist spürbar. Bezüglich Lebendigkeit bin ich nicht ganz deiner Meinung, dafür ist sein Vortrag zu langsam und stockend. und tatsächlich wäre ich beim Ansehen dieses Videos fast eingeschlafen. :D Das liegt möglicherweise auch daran, dass Radicke in seiner Besprechung dieser Horazsatire ausschließlich Dinge zur Sprache brachte, die jedem Latinisten ohnehin schon längst bekannt sind. In einem Gymnasium kann ich mir eine solche Textanalyse gut vorstellen - ich habe es seinerzeit nicht viel anders gemacht (von der Aussprache einmal abgesehen ;-) ) - , aber von einem Universitätsprofessor würde ich mir doch mehr erwarten, auch wenn, wie du sagst, seine Interpretation sich auch(!)an ein breiteres Publikum wendet.
mystica hat geschrieben:8.) Wie wäre es, wenn Du einen YouTube Kanal über Horaz eröffnest und uns über die lateinische Dichtkunst belehrst? Ich würde Deine Kanal sofort abonnieren

Das ehrt mich, aber meine diesbezügliche Eitelkeit hält sich in Grenzen ;-)
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