Properz Buch 1, Elegie 10

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Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sinatra » Di 2. Nov 2021, 17:54

Nachdem ich meinen Bachelor ( ich weiß, schreckliches Wort) in Latein abgeschlossen habe - und ich muß sagen, die Tips im Forum habe wirklich gut geholfen- ist jetzt natürlich der Ehrgeiz geweckt auch den Master zu machen, neben den obligatorischen Spachkursen muß ich eine Hausarbeit und Referat über Properz `10 Elegie verfassen,aus dem ersten Buch, hat jemand Ideen, also Literatur, Forschungspositionen etc ?

Viele Grüße

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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Medicus domesticus » Di 2. Nov 2021, 18:16

Wenn du den Master machst, wirst du dich ans wissenschaftliche Arbeiten gewöhnen müssen.
Erst selbst die Elegie lesen und verstehen. Dann über die UniBib + digital suchen und recherchieren. Das erzieht zur Selbstständigkeit. Wenn du dann spezielle Fragen hast, kannst du sie natürlich jederzeit stellen.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sinatra » Di 2. Nov 2021, 20:34

HI, vielen Dank, nun, ich habe ja schon fertig studiert und Examensarbeit verfasst,(Englisch/ Geschichte, hieß damals noch Staatsexamen) da ist ja jetzt mein Drittfach, das ich neben dem Schuldienstt noch studiere, vielleicht hat sich jemand ja schonmal mit der Thematik befasst.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sinatra » Do 3. Mär 2022, 10:10

Salvete, nach erfolgreichen Abschluß aller meiner Übersetzungsklausren, Deutsch-Latein( Rep IV) und Latein-Deutsch Oberstufe ist jetzt nur noch eine HA fällig und 45 minütige Prüfung, und ich bin ganz offiziel,Lateinlehrer fürs Gymnasium!

Der Übersetzungstext war übrigens Livius Buch 9,2, beginnend mit

Duae ad Luceriam ferebant viae….

bis

praeterquam quod hostes superbe increpabant, cum miserabili confessione eludentes.

Die meisten sind da wohl durchgefallen, habe es selber soeben noch geschafft.

So, fehlt jetzt noch eine HA, an die ich mich jetzt ranwagen will und wollte nochmal fragen, ob jemand Ideen hätte, welche Fragestellung interessant wäre, speziell zu der 10 Elegie von Properz.

Vielen Dank und viele Grüße

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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon mystica » Do 3. Mär 2022, 10:51

.
Zuletzt geändert von mystica am Do 14. Jul 2022, 16:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sinatra » Do 3. Mär 2022, 11:10

Gratias ago, carissima Mystica!

Nun,also jetzt noch eine HA, 15 Seiten, bei der Elegie könnte ja man ja die verschiedenen Lesarten vergleichen,es gibt ja die Ausgaben von Fedeli und Heyworth, die ja an einigen Stellen voneinander abweichen, da wäre natürlich interessant, einen Forschungsüberblick zu präsentieren, es gibt in Lustrum 51 anscheinend eine Übersicht,d a ist aber wohl, alles auf italienisch, also die in diversen Publikationen vorgetragen Überlegungen,welche Lesart warum die wahrscheinlichere ist, könnte man ja auf 15 niederschreiben.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon ClaudiaK » Sa 5. Nov 2022, 17:16

Salvete.
Da hier diese Elegie bereits einen Thread hat, würde ich gerne eine Frage anschließen:

v. 7-8
quamvis labentis premeret mihi somnus ocellos
    et mediis caelo Luna ruberet equis,


In diesem Kommentar führt der Autor aus, rubere würde nicht die Färbung (wofür es auch Belege gäbe), sondern das Mondlicht als Gegensatz zum Sonnenlicht meinen. Warum aber sollte nicht das Mondlicht rot scheinen? Im Sinne eines seltenen und wunderbaren Ereignisses? Vielleicht auch im Sinne kommenden Unglücks? Kennt jemand antike Quellen zur Bedeutung eines roten Mondes?
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon iurisconsultus » Sa 5. Nov 2022, 22:49

Hallo Claudia,

wenn der Mond am Zenit (mediis) steht (und nicht am Horizont), ist er (Ausnahme: Mondfinsternis) nicht rötlich, was gewiss auch P. wusste, was eine nicht wörtliche Übersetzung mit „prangen, schimmern, glänzen, strahlen, …“ naheliegender macht.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sapientius » So 6. Nov 2022, 10:35

könnte er nur im Fall einer Mondfinsternis rötlich erscheinen


Ich denke mal, das Astronomische können wir hier vergessen, dem Dichter fallen ja die Augen zu, die Realität löst sich auf: "mediis equis" statt "medio caelo", das Rote ist die charakteristische Farbe für die erotische Stimmung des Ganzen.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon ClaudiaK » So 6. Nov 2022, 13:42

Dank an euch drei. Ich habe nun ein sehr sehr breites Spektrum an großartigen Lesarten :) :

Bild

1) Kennzeichnung der Tageszeit 2) schlicht: heller Mondschein 3) Omen 4) Realitätsverlust durch Wahrnehmung von Gottheiten 5) Kennzeichnung einer erotisch aufgeladenen Stimmung 6) Luna im Höhepunkt 7) der Akt selbst (Erdschatten schiebt sich über den Mond, die Pferde im Geschwindigkeitsrausch) 7) weibliches Geschlechtsteil. Too much?
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon Sapientius » Do 10. Nov 2022, 16:35

Too much?


Vllt. geht sogar das noch:

... et mediis caelo Luna ruberet equis,


Was sollen die Pferde beim Mond? Rothstein sagt im Kommentar, die antiken Dichter hätten nicht nur die Sonne, sondern auch den Mond mit Wagen ausgestattet; und nicht nur mit Wagen, sondern auch mit Gespannen, und auch noch mit einem Fuhrmann.

Warum? Bewegung brauchte nach der antiken Theorie einen Beweger; den Ursache-Wirkung-Zusammenhang stellte man sich nach dem Modell der handwerklichen Bearbeitung eines Werkstücks durch den Handwerker vor; Aristoteles hat die Auffassung formuliert mit seiner "4-Ursachen-Lehre", causa materialis, causa efficiens, usw., wir kennen ja die l. Formulierungen aus der Scholastik des MA.

Die Himmelskörper brauchten also einen Antrieb. Im Mythos waren das die Pferdegespanne, in der Theorie trat die Seele in diese Rolle ein; die Seelen haben die Fähigkeit, das Ruhende in Bewegung zu setzen, so liest man es bei Platon.

Aus moderner Sicht sagt man dazu: es fehlte der Antike der Begriff der Fernwirkung; für uns wirkt bei der Gravitation der Erdmittelpunkt auf den fallenden Stein; für die Antike wirkte die Kraft vom Stein aus in Richtung Erde.
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon ClaudiaK » Do 10. Nov 2022, 21:40

Sapientius hat geschrieben: sondern auch mit Gespannen, und auch noch mit einem Fuhrmann.

... mit einem Spanner, Publikum sozusagen. Dann gerät das Ganzen auch noch zu einer Theateraufführung. :wink:
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Re: Properz Buch 1, Elegie 10

Beitragvon marcus03 » Sa 12. Nov 2022, 10:09

ClaudiaK hat geschrieben:... mit einem Spanner, Publikum sozusagen.

Wenn der Spanner spannt
ist er meist sehr angespannt.
Wartet, dass die Spannung wächst,
dass endlich auszieht sich die Augenweide-Hex.
Doch mancher Spanner hat es übertrieben
und ist tüchtig geohrfeigt zurückgeblieben.
Ja, die Spannerei kam höchst unentspannt enden,
und das Spannerschicksal sich schnell wenden.
Was ihm Freud und Lust sollte bereiten,
kann auch führn zur Geldstraf oder Gefängniszeiten,
In dem spannt der Spanner dann durch die Gitterstäbe,
hoffend, dass ein schönes Weib auf der Straß den Rock hochhebe.
Wenn das mitbekommt der Wärter oder ne andre Aufsicht,
tritt sie in die Zelle und ruft: Lass mich mitspannen, sonst erlaub ich dir das Spannen nicht! :lol:
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