Bobus suis

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

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Bobus suis

Beitragvon Ruprecht » Fr 4. Okt 2019, 13:34

"BEATUS ILLE, QUI
PROCUL NEGOTIIS
RURA PATERNA ARAT
BOBUS SUIS:

Guten Tag, der Text steht auf einer Villa in Wien.
Mit "Bobus suis" komme ich nicht zurecht.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Danke
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Re: Bobus suis

Beitragvon marcus03 » Fr 4. Okt 2019, 13:37

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Re: Bobus suis

Beitragvon Zythophilus » Fr 4. Okt 2019, 16:30

Um der Pointe des Gedichts gerecht zu werden, sollte es sich um die Villa eines Bankier handeln.
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Beitragvon Ruprecht » Fr 4. Okt 2019, 16:43

Vielen Dank, also doch von Horaz.
Der Größe und Lage derVilla nach haben Sie recht, jedoch ist kein Namensschild vorhanden, aber wir wissen wir doch, ...kein Bauer.
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Re: Bobus suis

Beitragvon sinemetu » Sa 5. Okt 2019, 10:52

Ruprecht hat geschrieben: aber wir wissen wir doch, ...kein Bauer.


Bauer ist ja nicht gleich Rusticus. RURA PATERNA können auch das geerbte Gewerbe sein, ARAT dann es weiter betrieben, BOBUS SUIS und die Bullen können auf den Bullenmarkt verweisen. B&B steht doch seit langem für Bulle und Bär. Der Bauer = Bauherr = Banker erntet mit dem Bullenmarkt.

Ich denke, die konkret Übersetzung ist immer nur das Vorbild einer übertragenen Deutung, die dann vorzuziehen wäre. Das procul negotiis bezieht sich nicht unbedingt auf das Gefeilsche am Markt. Das ist nur vordergründig. Bitte jetzt nicht mit Kontext kommen! Das Ding ist ein "geflügeltes Wort", hat sich längst gelöst vom Kontext.
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Re: Bobus suis

Beitragvon medicus » Sa 5. Okt 2019, 11:11

Zythophilus hat geschrieben: sollte es sich um die Villa eines Bankier handeln.

Hier hat Zythophilus ja bereits auf den Bankier hingewiesen. Evtl. kann er das Gebäude in seiner Heimatstadt aufspüren. :roll:
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Re: Bobus suis

Beitragvon cometes » Sa 5. Okt 2019, 13:39

Das gediegene Jugendstilhaus in 1130 Wien, Münichreiterstraße 37 trug bis zu seiner Renovierung vor einigen Jahren die Anfangsverse eines in der großen Zeit des humanistischen Gymnasiums um 1900 viel gelesenen Gedichts von Horaz (Epode 2.1): „Selig, wer fern von Geschäften ..." BEATUS ILLE QUI PROCUL NEGOTIIS ...
Die Fortsetzung konnte ja im näheren Umkreis des Hietzinger Gymnasiums Fichtnergasse als bekannt vorausgesetzt werden. Im Zuge der erwähnten Sanierung wurde aus welchem Grund auch immer der Satzanfang ergänzt in einer sinngemäß zutreffenden, doch sprachlich stark simplifizierenden, das Versmaß des römischen Gedichts ignorierenden Weise. Offenbar hatte der ergänzende Schulmeister die trügerische Hoffnung, daß auch heutige Lateinschüler den Text verstehen oder den unvollständigen Satz nicht als Aufforderungzu Müßiggang auffassen sollten.

Aus: Gertrud Mras, Renate Kohn: Epigraphik 2000. Austrian Academy of Sciences Press (2006), S. 228
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