"bei Kerzenschein"

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon ille ego qui » Di 19. Dez 2017, 15:58

Ich habe mich oben verschrieben. "HOC est tempus amandi".
Ich behaupte, dass man zwar üblicherweise schreibt "tempus est amare", dass man jedoch man nach dem Anfang mit "hoc est..." ein Attribut zu "tempus" braucht und dass ein Infinitiv im Lateinischen kein Attribut sein kann.
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Stomachatus » Di 19. Dez 2017, 16:05

Das ist mir zu theoretisch. Ich rede und schreibe nach guten Beispielen und Bauchgefühl.
Aber egal. Ich wollte mal was Anders besprechen und wir haben uns schon wieder bei so was festgefahren.
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon ille ego qui » Di 19. Dez 2017, 16:18

:D
Da veniam!

Ich kann auch sagen: "Hoc est tempus amare" ist nach meinem Sprachgefühl nicht möglich. ;)
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Stomachatus » Di 19. Dez 2017, 16:28

ille ego qui hat geschrieben::D
Da veniam!

Ich kann auch sagen: "Hoc est tempus amare" ist nach meinem Sprachgefühl nicht möglich. ;)


Ich könnte Dir widerum sagen, amice, dass mir „hoc est tempus“ wie ein Germanismus vorkommt. Ohne nachzudenken bzw. nachzuschlagen, würde ich eher sagen „hic est tempus“.

Aber für heute muss ich mich aus dem Funkverkehr abmelden.
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Willimox » Di 19. Dez 2017, 17:55

Nu, nu.
Warum sollte "hoc est tempus...." ein Germanismus sein?
Der läge wohl vor bei: "Das ist mein Haus" und "hoc est domus mea" statt "haec est domus mea".
Römis ;-) che Eltern korrigieren in dieser Hinsicht ohne großes Gedöns in der Regel :) ihre Kinder.
Woher ich das weiß?
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Prudentius » Di 19. Dez 2017, 18:01

ille ego qui hat geschrieben: ...und dass ein Infinitiv im Lateinischen kein Attribut sein kann.


Im D. auch nicht, denn du kannst weder sagen "es ist lieben Zeit" noch "es ist Zeit lieben"; du kannst nur sagen "Zeit zu lieben" oder "des Liebens", wobei "zu" und "des" Attributisierungsfunktion haben. (Gut, dass Stomachatus schon abgeschaltet hat :-D ).
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Willimox » Di 19. Dez 2017, 19:02

Das mit dem Abschalten stimmt. Wer "widerum " schreibt ist auf stomachatöses Gegengegrummle aus , also oft jedenfalls.
:chefren:
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Stomachatus » Di 19. Dez 2017, 20:15

Willimox hat geschrieben:Das mit dem Abschalten stimmt. Wer "widerum " schreibt ist auf stomachatöses Gegengegrummle aus , also oft jedenfalls.
:chefren:


Willimox, ich weiß nicht, was Du von mir willst.
Du musst aber zugeben, dass das Forum ohne Vulpius viel angenehmer ist.
Wenn ein Forum, wo Du verkehrst, ein angenehmer Ort sein kann.
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon ille ego qui » Di 19. Dez 2017, 23:54

Prudentius hat geschrieben:
ille ego qui hat geschrieben: ...und dass ein Infinitiv im Lateinischen kein Attribut sein kann.


Im D. auch nicht, denn du kannst weder sagen "es ist lieben Zeit" noch "es ist Zeit lieben"; du kannst nur sagen "Zeit zu lieben" oder "des Liebens", wobei "zu" und "des" Attributisierungsfunktion haben. (Gut, dass Stomachatus schon abgeschaltet hat :-D ).


Doch wohl eine reine Definitionssache - je nachdem, ob man "zu" (auch Infinitivpartikel oder -konjunktion als Teil "des" Infinitivs betrachtet oder nicht. Die Germanistik spricht zum Teil von einem "Infinitivattribut".

und "Attributisierungsfunktion" (HAPAX!) von "des", ich weiß nicht recht. Zunächst einmal ist ein Genitivattribut, und zwar der Substantivierung "Das Leben".

nun gut, suam quisque sequatur nomenclaturam! :)
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Stomachatus » Mi 20. Dez 2017, 01:25

Übrigens fällt mir gerade ein:

Amare – aber im Kontext sollte eher „caritas“ gemeint sein, oder?
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Tiberis » Mi 20. Dez 2017, 01:26

ille ego qui hat geschrieben:Ich behaupte, dass man zwar üblicherweise schreibt "tempus est amare", dass man jedoch man nach dem Anfang mit "hoc est..." ein Attribut zu "tempus" braucht und dass ein Infinitiv im Lateinischen kein Attribut sein kann.


der Infinitiv ist ja auch kein Attribut, sondern Subjekt !
Tempus est amare > zu lieben (subj.) ist die Zeit (präd.), im Sinne von: es ist die rechte/passende Zeit, zu lieben, bzw. es ist an der Zeit/ es ist höchste Zeit...
jedenfalls, wenn es (in Bezug auf Weihnachten) heißen soll: "Das ist die Zeit, zu lieben...", dann ist deine Übersetzung mit Gen. des Gerundium absolut richtig ! Über den unterschied liest man im Antibarbarus (II,649) folgendes: "Will man aber sagen: die Zeit, etwas zu tun, ist da, so wird nicht der Infin., sondern der von Tempus abhängige Genetiv des Gerundiums gesetzt..."



Stomachatus hat geschrieben:Bei Tempus mit Gerundium ist da ein Beigeschmack aus der Bibel vorhanden


derartige "Beigeschmäcke" beruhen auf subjektiver Empfindung. :roll: Tatsache ist jedenfalls, dass Gen. des Gerundiums bei/ nach tempus im klassischen Latein durchaus häufig vorkommt.
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Re: "bei Kerzenschein"

Beitragvon Zythophilus » Mi 20. Dez 2017, 07:35

Tiberis hat es schön herausgearbeitet, dass tempus est + Inf. nicht dasselbe aussagt wie tempus est + Gerundium. Für das letztere kann man man auch tempus est quo + Konj. nehmen.
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