die Heliaden

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

Moderator: e-latein: Team

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Mo 25. Dez 2017, 18:11

Stomachatus hat geschrieben:Ein Rädchen in der Maschine dieser morschen Gesellschaft.

Hier liegt die Wurzel allen Übels. Du müsstest die Gesellschaft und deren primär materialistische Wertvorstellungen ändern.
Gegen diesen Strom hast du keine Chance. Was du willst, kannst du nur unter Gleichgesinnten verwirklichen, deren Zahl in der Masse untergehen dürfte.
Du musst schon eine politische Partei gründen, Mehrheiten zustandebekommen u.v.m., um was zu verändern.
Und dann musst du noch viel Glück haben.
Die Lobbies deren, die andere Ziele haben, werden alles finanziell Machbare tun, dir Steine in den Weg zu legen.
Denn ein Volk, das denken und hinterfragen kann, ist das Gefährlichste, was dem Kapitalinteressen passieren kann.

Stomachatus hat geschrieben:und wie die Welt nach deinem Tod aussieht, ist dir scheißegal.

Das würde ich gerade Z. nicht unterstellen. Er ist nur Realist und tut im Rahmen seiner Möglichkeiten als
Lehrer sicher alles, das Fach Latein so interessant zu machen wie möglich.
Wer eine Sprache so liebt und beherrscht wie er, lässt das auch seine Schüler spüren. Auch sein Sinn für Humor macht ihn wohl zu einem angenehmen und liebenswerten Pädagogen.
Er lebt in und für die Sprache Latein, so mein Eindruck.
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: die Heliaden

Beitragvon Lychnobius » Mo 25. Dez 2017, 19:46

medicus hat geschrieben:Gratias ago Lychnobie,
In der Fußnote fand ich die Bezeichnung medial, reflexiv:
https://books.google.de/books?id=tsoUAA ... is&f=false

In deinen Beispielen kommt der mediale Gebrauch von caedere nicht vor, und im Georges fand ich ihn auch nicht, deshalb hatte ich meine Anfrage gestartet.

Ein in seinem Umfang eher begrenztes Lexikon wie der Georges kann nicht zu jedem Lexem sämtliche Verwendungsweisen aufführen und erläutern. Immerhin weist der Georges aber bei plango auf den medialen Gebrauch des Passivs hin und führt sogar die Analogie zu gr. κόπτεσθαι an, die, wie gesagt, sicherlich auch für unsere Ovidstelle intendiert war.
Benutzeravatar
Lychnobius
Quaestor
 
Beiträge: 36
Registriert: Di 5. Dez 2017, 12:48

Re: die Heliaden

Beitragvon Tiberis » Mo 25. Dez 2017, 23:21

Stomachatus hat geschrieben: Du bist kein Lehrer, du bist ein Dienstleister .

als ob das ein Widerspruch wäre! Selbstverständlich sind Lehrer Dienstleister, was denn sonst? Ist denn Kulturvermittlung kein Dienst an der Gesellschaft? Dass ein hervorragender Philologe wie Zythophilus ein solcher Dienstleister im besten Sinne ist, bezweifelt außer dir hier niemand. Du hingegen leistest wahrlich keinen Dienst, weder an unserem Fach noch an der Allgemeinheit, indem du hier "Beiträge" absonderst, deren Inhalt lediglich aus wilden Rundumschlägen und stumpfsinniger Polemik besteht.
ego sum medio quem flumine cernis,
stringentem ripas et pinguia culta secantem,
caeruleus Thybris, caelo gratissimus amnis
Benutzeravatar
Tiberis
Dominus
 
Beiträge: 9798
Registriert: Mi 25. Dez 2002, 20:03
Wohnort: Styria

Re: die Heliaden

Beitragvon Medicus domesticus » Di 26. Dez 2017, 10:05

Das Problem in den letzten Jahren war zusätzlich,dass Studenten das Fach Latein als Zusatzqualifikation gewählt haben, um ihre Bewerbungschancen zu steigern. Dadurch wurden zusätzlich schlechte, nicht geeignete Bewerber/Studenten aufgesogen. Die Anstellungschance schoß in D auf fast 100%. Heute ist das auch nicht mehr so. Was könnte man aus der Lateinzeit machen, die im Gym. übrigbleibt? Wir hatten schon viel diskutiert, aber die Beweglichkeit des Kultusministeriums ist langsam. Hab viel auf die Mütze bekommen. Latein bräuchte einen Grundrahmen, aber auch viel Flexibilität. Eine Grundqualität braucht jeder Lehrer und dann kommen schon die didaktischen Fähigkeiten. Wie in der Uni, sind nicht die Obergenies die besten Lehrer.
Einige Philologen fühlen sich da gleich beleidigt, fachlich super, aber mit Schüler können sie nicht. Stomachatus schwebt als heilende Fee über alle, viel zu abgehoben.
Ob Zythophilus ein guter Lehrer ist oder nicht, kann ich auch nur vermuten. Das letzte Wort haben die Schüler. So leicht für dumm verkaufen lassen sie sich nicht.
Ἔρος δ' ἐτίναξέ μοι φρένας, ὠς ἄνεμος κὰτ ὄρος δρύσιν ἐμπέτων.
Patria mea: http://tinyurl.com/j3oe3yn
Benutzeravatar
Medicus domesticus
Augustus
 
Beiträge: 6423
Registriert: Di 9. Dez 2008, 11:07
Wohnort: BGD - oppidum altis in montibus Bavaricis situm

Re: die Heliaden

Beitragvon ille ego qui » Di 26. Dez 2017, 11:01

Um nicht nur "auf die Mütze zu bekommen", sollte zum Beispiel Stomachatus seine Kritik freundlich, respektvoll und nicht in einer Weise formulieren, als sei er der einzig Erleuchtete hier ;) Etwas Diplomatie ist schon auch nötig, will einer etwas verändern. Von Cicero wäre da sicher einiges zu lernen (mag er auch am Ende gescheitert sein :roll: ) ;)
post coitum omne animal triste est praeter mulierem gallumque
ille ego qui
Augustus
 
Beiträge: 5353
Registriert: Sa 3. Jan 2009, 23:01

Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Di 26. Dez 2017, 11:45

Wie auch Mediziner sind Lehrer Dienstleister, und ich gehe davon aus, dass beide Gruppen normalerweise ihren Beruf wählen, weil sie meinen so etwas Sinnvolles und Wichtiges für die Gesellschaft leisten zu können. Dass sie erwarten, im Gegenzug adäquat entlohnt zu werden - und Geld ist im säkularen Bereich nun einmal ein guter Gradmesser für Leistung - und ein angenehmes Leben ggf. mit Familie finanzieren zu können, sehe ich nicht als negativ. Überhaupt stört mich ein pseudoreligiöser Zugang, bei dem von Berufung und Sendungsbewusstsein die Rede ist. Bei allem geforderten Interesse für sein Fach und die Vermittlung desselben soll ein Lehrer auch ein Leben haben, das davon unabhängig bleibt, mag auch bei vielen Lehrern das Berufliche stärker ins Private hineinragen als bei so manch anderem Beruf.
Vielleicht ist die Situation in Deutschland anders, aber in Österreich wird man ohne eine gewisse Begabung, aber auch viel Anstrengung und sehr gute Lateinkenntnisse ein Lateinstudium nicht abschließen. Wenn die Berufsaussichten gut sind, fangen natürlich mehr an; derzeit sind sie halbwegs gut, aber wie es in fünf oder mehr Jahren, wenn die aktuellen Anfänger abschließen, aussehen wird, lässt sich nicht sagen. Rein finanzielle Anreize können es auch nicht sein, denn die Anfangsgehälter von Lehrern sind nicht überragend. Wer verdienen will, sollte daher Jus oder Wirtschaft studieren.
Zythophilus
Divi filius
 
Beiträge: 15226
Registriert: So 22. Jul 2007, 23:10
Wohnort: ad Vindobonam

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Di 26. Dez 2017, 12:30

Zythophilus hat geschrieben:Wer verdienen will, sollte daher Jus oder Wirtschaft studieren.

Dort sieht es vielerorts auch nicht mehr so rosig aus. Es herrscht Lohndumping. Praktikantenverträge etc. machen es möglich. :(
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: die Heliaden

Beitragvon Stomachatus » Di 26. Dez 2017, 13:36

Zythophilus hat geschrieben:Vielleicht ist die Situation in Deutschland anders, aber in Österreich wird man ohne eine gewisse Begabung, aber auch viel Anstrengung und sehr gute Lateinkenntnisse ein Lateinstudium nicht abschließen.


In Deutschland wird „Recht auf Bildung“ mit „Recht auf Studienabschluss“ verwechselt. Und n Wisch bekommt jeder. Eine 4,0 beim dritten Anlauf in der D-L-Klausur bekommt jeder.
Wenn die Institute nicht genug Absolventen „produzieren“, werden sie getadelt und ihre Existenz in Frage gestellt. So ein Kriterium kann ich für die Rinderzucht billigen.
Stomachatus
Consul
 
Beiträge: 270
Registriert: Di 12. Apr 2016, 12:36

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Di 26. Dez 2017, 14:04

Welche Qualifikation hast du eigentlich in Latein? Hast du einen Uni-Abschluss?
Zu welchem Zweck betreibst du diese Sprache?
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Di 26. Dez 2017, 14:55

Was das von dir, Stomachate, beschriebene Phänomen "Recht auf Studienabschluss" betrifft, so gibt es das in Österreich ganz ähnlich. In Volksschulen (in D: Grundschulen) ist es nicht nur verpönt, sondern mittlerweile praktisch unmöglich, Leistungen einzufordern, Probleme werden in die nächste Stufe verschoben und Schulabschlüsse oftmals verschenkt, weil es die Politik so wünscht. Im universitären Bereich herrscht dann immer wieder Staunen, wie so ein Absolvent die Matura (in D: Abitur) geschafft hat. Doch auch dort gibt es mit Fächern wie Politikwissenschaft oder Publizistik schon die Möglichkeit, sehr einfach einen Titel zu erlangen. Latein ist davon noch nicht betroffen, da es hierzulande ohnedies als suspekt, weil zu elitär gilt.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist trotz mancher Probleme die Zentralmatura, die immerhin Mindeststandards sichern sollte.
Mag sein, dass sich unter der neuen Regierung etwas verbessern wird, was ich allerdings auch nicht sofort glaube, aber so ein böses Konzept wie die Wiedereinführung von Noten in den ersten drei Volksschulklassen ist ein gewisser Lichtblick.
Zythophilus
Divi filius
 
Beiträge: 15226
Registriert: So 22. Jul 2007, 23:10
Wohnort: ad Vindobonam

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Di 26. Dez 2017, 15:51

Zythophilus hat geschrieben:aber so ein böses Konzept wie die Wiedereinführung von Noten in den ersten drei Volksschulklassen ist ein gewisser Lichtblick.

Ablauf: Jeder Schüler darf seine Note würfeln. Der Würfel trägt nur die Zahlen 1 und 2.
Wer eine 2 würfelt, darf solange weiterwürfeln, bis die 1 kommt. :lol:
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: die Heliaden

Beitragvon medicus » Di 26. Dez 2017, 16:07

Heliades interea iam adstratae sepulcro Latinitatis sunt :cry:
medicus
Senator
 
Beiträge: 3985
Registriert: Do 9. Dez 2010, 11:39

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Di 26. Dez 2017, 16:14

Ergo pectora palmis caedamur! ;-)
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Di 26. Dez 2017, 18:39

Du bist sehr antiautoritär, Marce03. Der Lehrer sollte würfeln. In Deutschland gibt es ohnedies sechs Noten, in Österreich wird bei einem Sechser noch einmal gewürfelt.
Zythophilus
Divi filius
 
Beiträge: 15226
Registriert: So 22. Jul 2007, 23:10
Wohnort: ad Vindobonam

Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Di 26. Dez 2017, 19:12

Zythophilus hat geschrieben:Du bist sehr antiautoritär, Marce03

Si iam, nam iam! ;-)

Zythophilus hat geschrieben:Der Lehrer sollte würfeln.

Können Lehrer würfeln? Kommt doch im Staatexamen nicht vor oder doch mittlerweile? :wink:
marcus03
Augustus
 
Beiträge: 6884
Registriert: Mi 30. Mai 2012, 06:57

VorherigeNächste

Zurück zu Übersetzungsforum



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 12 Gäste