Seneca

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

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Seneca

Beitragvon marcus03 » So 18. Feb 2018, 13:35

Et tanta stultitia mortalium est ut quae minima et vilissima sunt, certe reparabilia, imputari sibi cum impetravere patiantur, nemo se iudicet quicquam debere qui tempus accepit, cum interim hoc unum est quod ne gratus quidem potest reddere.

Wie sind die unterstrichenen Teile genau zu verstehen?

Wie würdet ihr das modern/frei übersetzen? V.a. imputari patiantur macht mir Probleme.

Gratias praemitto.
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Re: Seneca

Beitragvon Tiberis » So 18. Feb 2018, 16:21

spontan würde ich so übersetzen:

und so groß ist die Dummheit der Menschen, dass sie zwar akzeptieren, dass die geringsten und wertlosesten Dinge, die doch gewiß ersetzbar sind, ihnen in Rechnung gestellt werden, wenn sie sie bekommen haben, aber dass niemand meint, etwas schuldig zu sein, der Zeit erhalten hat, zumal diese das einzige ist, das nicht einmal jemand , der dankbar ist, zurückerstatten kann.
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Re: Seneca

Beitragvon Prudentius » So 18. Feb 2018, 16:42

Mir ist auch noch was dazu eingefallen, "imputari sibi patiantur", sich etwas (als Schuld() anrechnen lassen", sich also zu Gegenleistung verpflichtet fühlen, oder "sich erkenntlich zu zeigen".

"tempus accepit", d.h. vllt. dass die Wartezeit für ein erwünschtes Gut verkürzt wird.

"gratus", einfach "der Dankbare".
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Re: Seneca

Beitragvon romane » So 18. Feb 2018, 19:09

Prudentius hat geschrieben:"tempus accepit", d.h. vllt. dass die Wartezeit für ein erwünschtes Gut verkürzt wird.


Das verstehe ich anders: keine Wartezeit oder Wartezeitverkürzung!

Jemandem seine Zeit widmen, obwohl es z.B. nicht unbedingt zum eigenen Vorteil/Nutzen ist.

Negativ ist dann der Zeitdiebstahl, den u.U. Lehrer erleiden, weil sie immer die Vertretungspläne komplett durchlesen müssen, weil sie nicht benutzerfreundlich sortiert sind etc.
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Re: Seneca

Beitragvon marcus03 » So 18. Feb 2018, 20:26

Tiberis hat geschrieben: der Zeit erhalten hat, zumal diese das einzige ist, das nicht einmal jemand , der dankbar ist, zurückerstatten kann.

Welche Zeit? Vom wem erhalten? :nixweiss:
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Re: Seneca

Beitragvon Tiberis » So 18. Feb 2018, 21:16

(Beitrag gelöscht)
Zuletzt geändert von Tiberis am So 18. Feb 2018, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Seneca

Beitragvon Lychnobius » So 18. Feb 2018, 21:59

Ich sehe das so wie romane. Die Zeit, um die es hier geht, ist die eigene Zeit, die man einem anderen sozusagen überlässt, wenn er einen etwa um Rat fragt. Wenn man die Phrasen

Hätten Sie wohl bitte etwas Mehl für mich?

und

Hättest Du gerade mal Zeit für mich?

nebeneinanderstellt, klingt es ja auch so, als wäre Zeit etwas Materielles, das man einem anderen abgeben kann.

In der Übersetzung der Stelle könnte man z. B. auch formulieren: "... aber dass niemand, dem man seine Zeit geopfert hat, meint, etwas schuldig zu sein ..."
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