Zitat

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

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Re: Zitat

Beitragvon ille ego qui » Mo 28. Okt 2019, 01:56

So dermaßen furchtbar! :roll:
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Re: Zitat

Beitragvon cometes » Mo 28. Okt 2019, 02:54

mystica hat geschrieben:
Fortasse autem vox "Automobil" vocari possit ut sequitur: "autoraeda", "autocurrus" vel "currus automobilis" vel "ipsomobile".
Quid de his vocibus sentitis? :?


Keinen dieser Begriffe kann man wählen, denn bei den ersten dreien handelt es sich um griechisch-lateinische Hybride, die nur in Neologismen moderner Sprachen benutzt werden, während letzterer eine im Lateinischen unzulässige (oder zumindest unübliche) Wortzusammensetzung darstellt, wie man sie in der Regel in heutigen Markennamen findet (in meiner Nachbarschaft gibt es etwa eine Praxis "novotergum").


Griechisch-lateinische Hybridbildungen im Lateinischen sind in der Literatur nicht gänzlich unbekannt - Plautus beispielsweise hatte eine gewisse Vorliebe dafür (dismaritus, dictabolaria, flagritriba ...). Das Unbehagen kommt meines Erachtens eher daher, dass auto- im Lateinischen so gut wie ausschließlich auf die Übernahme weniger griechischer Wörter, deren Bestandteil es schon war, beschränkt geblieben ist, und niemals die Produktivität und kombinatorische Freiheit des modernen Konfixes (in zahlreichen Sprachen) erlangt hat, die hier nachzuahmen versucht wird. Daran änderte sich, soweit ich sehe, auch im Neulateinischen zunächst nichts. Zudem ist das Bildungsmodell Kompositum aus zwei Konfixen, von dem die Frage ihren Ausgang nimmt (Auto-mobil), dem Lateinischen fremd, wie überhaupt die Komposition als Wortbildungsverfahren eine untergeordnete Rolle spielt. Das Zusammenwirken dieser Faktoren lässt die Ergebnisse sehr bald "unlateinisch" erscheinen, ohne dass es dafür eine an bestimmten Autoren orientierte Präferenz benötigte.
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Re: Zitat

Beitragvon marcus03 » Mo 28. Okt 2019, 06:16

Stomachatus hat geschrieben:Und Wortschatz, der nur in den Briefen vorkommt, ist stilübungstechnisch nicht so wertwoll, wie der Wortschatz, der in den Hauptwerken vorkommt.

Daran sieht man, wie du tickst. Kurz gesagt: Du spinnst und bist an Bornierheit nicht zu übertreffen.
Latein ist eine "tote Sprache", durch Leute wie dich wird sie noch "toter"!
Wäre Latein nicht schon tot, du würdest die Sprache umbringen und für ihr Ausstreben sorgen.

Bleib in deinem Elfenbeinturm sitzen, quäle deine Schüler weiter mit deinem Purismuswahn und
deiner absurden Detailversessenheit, die v.a. eines bewirkt: Frust mit/durch Latein statt Lust auf Latein.

An jeder Schule würdest du krachend scheitern und die Schüler würden Kopf schüttelnd sagen:
Auf welchem Planeten lebt dieser Typ?

PS:
Du scheinst u.a. von Stilübungkursen (Zeitverträgen??) und Nachhilfe für Studenten (auch im Netz??) zu leben.
Für eine Beamtenstelle scheint deine Qualifikation und Lehrkompetenz nicht gereicht zu haben.
Hast du überhaupt promoviert in Latein? Hast du das Staatsexamen?
Von allen hiesigen Profis kennen wir deren Qualifikation, nur von dir nicht.
Warum machst du ein Geheimnis daraus? Schämst du dich etwa, nur eine Hilfskraft mit
Magisterabschluss zu sein? Wer etwas kann, bekennt sich auch dazu.
Warum outest du deine Qualifikation(en) nicht? Was ist dabei zu sagen: Ich habe den Abschluß X
und unterrichte Latein im Rahmen Y? Das würde nichts an deiner Anonymität ändern.
Keiner will wissen, wo genau du "dozierst" oder wo du wohnst.
Ein paar klare, allgemeine Aussagen würden genügen, um dich einordnen zu können.
So bleiben große Zweifel an der Qualifkation und deiner höchst dubiosen Persönlichkeit, die
sich mit dubiosen Argumenten um klare Aussagen drückt.
Oder ist Dubiosität ein bewusst gewähltes Markenzeichen von dir nach dem Motto
"Dubiosus sum, ergo sum"?

PPS:
Es hat schon Ärzte gegeben und gibt es vlt. immer noch, die ohne Studienabschluss und/oder Approbation den Arztberuf ausüben (oft lange erfolgreich).
Anlesen kann man sich viel, gerade in Fächern, die ausschließlich auf Lektüre beruhen.
Mit der nötigen Begabung und Entschlossenheit kann man sich mMn sogar auf Dozentenniveau "hochlesen" und mit entsprechendem Marketing-Knowhow das Produkt Latein erfolgreich an
motivierte Interessierte oder verzweifelt Hilfe Suchende verkaufen.
Möglich ist bekanntlich alles.

Andernfalls schreibt man merowingisches Latein wie manche hier.

Wer weiß? Vlt. schlummerte das schon im Cicero multipartitus und die Fachwelt hat es
nur nicht mitbekommen. Vlt. tauchen ja noch Belege dafür auf. In den Höhlen von "Cum-ran" am toten Lateinmeer in Neo-Stomachazien! :lol:
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Re: Zitat

Beitragvon Longipes » Mo 28. Okt 2019, 08:41

cometes hat geschrieben:Griechisch-lateinische Hybridbildungen im Lateinischen sind in der Literatur nicht gänzlich unbekannt - Plautus beispielsweise hatte eine gewisse Vorliebe dafür (dismaritus, dictabolaria, flagritriba ...).

Danke für den Hinweis, auf diese drei Vokabeln bin ich tatsächlich noch nie gestoßen. Da sie alle aus der Komödie oder dem Mimus stammen, stellt sich natürlich die Frage, ob sie a) durch die bewusste Abweichung vom üblichen Sprachgebrauch Gelächter hervorrufen sollten, es sich b) um umgangssprachliche Begrifflichkeiten handelte, wie sie sich auch im heutigen "Denglisch" manifestieren, oder ob es c) eine andere Erklärung dafür gibt.
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Re: Zitat

Beitragvon ille ego qui » Mo 28. Okt 2019, 09:24

-mobil mag heute ein Konfix sein, zum Zeitpunkt der Bildung war es keines. Irre ich mich?
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Re: Zitat

Beitragvon Stomachatus » Mo 28. Okt 2019, 11:47

marcus03 hat geschrieben:
Stomachatus hat geschrieben:Und Wortschatz, der nur in den Briefen vorkommt, ist stilübungstechnisch nicht so wertwoll, wie der Wortschatz, der in den Hauptwerken vorkommt.

Daran sieht man, wie du tickst. Kurz gesagt: Du spinnst und bist an Bornierheit nicht zu übertreffen.

In der „Lateinischen Phraseologie“ von Meißner/Meckelnborg werden die Einträge tatsächlich so gekennzeichnet. Und das ist ein Standardwerk (die früheren Ausgaben sahen anders aus, aber ich rede nur vom Buch, wie es gerade erhältlich ist).

Den Rest weise ich gerne zurück.

Von mir aus spinnen diejenigen, die mir eine Legende fabrizieren.
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Re: Zitat

Beitragvon marcus03 » Mo 28. Okt 2019, 11:57

Stomachatus hat geschrieben:Von mir aus spinnen diejenigen, die mir eine Legende fabrizieren.

Sinn?? :?
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Re: Zitat

Beitragvon Stomachatus » Mo 28. Okt 2019, 12:26

marcus03 hat geschrieben:
Stomachatus hat geschrieben:Von mir aus spinnen diejenigen, die mir eine Legende fabrizieren.

Sinn?? :?


Spionenfilme???
??eins?
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Re: Zitat

Beitragvon cometes » Mo 28. Okt 2019, 12:44

Longipes hat geschrieben:
cometes hat geschrieben:Griechisch-lateinische Hybridbildungen im Lateinischen sind in der Literatur nicht gänzlich unbekannt - Plautus beispielsweise hatte eine gewisse Vorliebe dafür (dismaritus, dictabolaria, flagritriba ...).

Da sie alle aus der Komödie oder dem Mimus stammen, stellt sich natürlich die Frage, ob sie a) durch die bewusste Abweichung vom üblichen Sprachgebrauch Gelächter hervorrufen sollten, es sich b) um umgangssprachliche Begrifflichkeiten handelte, wie sie sich auch im heutigen "Denglisch" manifestieren, oder ob es c) eine andere Erklärung dafür gibt.


Sie haben jedenfalls einen anderen Status als heute griechisch-lateinische Hybridbildungen im Deutschen, die in der Regel der Wissenschaftssprache angehören und sozusagen auf Seriosität festgelegt sind. Dass es bei Plautus nur darum ginge, den Nutzer solcher Bildungen zu charakterisieren oder sogar zu verhöhnen (wie das etwa die zeitgenössische Comedy mit bestimmten Soziolekten tut), sehe ich nicht unbedingt. Man müsste das natürlich im Detail analysieren. dictabolaria stammt übrigens nicht aus Plautus, sondern ist ein Zitat aus Laberius, einem Mimendichter des 1. Jhdts vor, das bei Fronto auftaucht - zur Einschätzung siehe die Fußnote https://books.google.de/books?id=cl7eV-AsCgQC&pg=PA361 Cicero macht in seinen Briefen ebenfalls einen spielerischen Gebrauch von dieser Strategie, die, wenn man so will, etwas von Denglisch hat: qua re, ut opinor, φιλοσοφητέον, id quod tu facis, et istos consulatus non flocci facteon. Weitere Beispiele und Erwägungen (in allerdings historischen Kategorien) bietet: https://archive.org/details/classicalre ... ft/page/18
Zuletzt geändert von cometes am Mo 28. Okt 2019, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zitat

Beitragvon cometes » Mo 28. Okt 2019, 13:13

ille ego qui hat geschrieben:-mobil mag heute ein Konfix sein, zum Zeitpunkt der Bildung war es keines. Irre ich mich?
@Cometes



Zu Beginn nicht, aber es geht ziemlich rasch, schon 1906 ist ein ganzes Buch dem Elektromobil gewidmet.
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Re: Zitat

Beitragvon Medicus domesticus » Mo 28. Okt 2019, 19:02

Stomachatus hat geschrieben:
marcus03 hat geschrieben:
Stomachatus hat geschrieben:Und Wortschatz, der nur in den Briefen vorkommt, ist stilübungstechnisch nicht so wertwoll, wie der Wortschatz, der in den Hauptwerken vorkommt.

Daran sieht man, wie du tickst. Kurz gesagt: Du spinnst und bist an Bornierheit nicht zu übertreffen.

In der „Lateinischen Phraseologie“ von Meißner/Meckelnborg werden die Einträge tatsächlich so gekennzeichnet. Und das ist ein Standardwerk (die früheren Ausgaben sahen anders aus, aber ich rede nur vom Buch, wie es gerade erhältlich ist).

Den Rest weise ich gerne zurück.

Von mir aus spinnen diejenigen, die mir eine Legende fabrizieren.


Natürlich haben auch Stilübungen ihre Berechtigung eines engen Ausschnitts des klassischen Lateins. Die Grammatik des damaligen Hochlateins ist sowieso unsere Grundlage. Nur ist das ein Teil. Warum ist dieses Hochlatein eigentlich so schnell zugrunde gegangen? Es hat sich zu stark vom Vulgärlatein abgewandt, so dass es kaum jemand gesprochen hat. Eine engstirnige Fesselung an dieses Latein und Seneca, Tacitus zählt nichts, ist gefährlich für das Fach. Obwohl :sind zwei Stunden viel , Stomachate?
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Re: Zitat

Beitragvon Stomachatus » Mo 28. Okt 2019, 19:25

Medicus domesticus hat geschrieben: Obwohl :sind zwei Stunden viel , Stomachate?


Was meinst Du? Zwei Semesterwochenstunden?
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Re: Zitat

Beitragvon Medicus domesticus » Mo 28. Okt 2019, 19:28

Ja, nicht nur zwei Stunden pro Semester...
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Re: Zitat

Beitragvon Medicus domesticus » Mo 28. Okt 2019, 19:30

Ich weiß nur noch, dass wir unseren Dozenten ziemlich zerlegt haben. Das war ein richtiger Sport!
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Re: Zitat

Beitragvon marcus03 » Mo 28. Okt 2019, 19:43

Dabei werden ohnehin nur Originaltexte rückübersetzt. Wo ist da der Reiz am Latein?
"Gewonnen hat", wer dem Original am nächsten kommt. Macht sowas wirklich Spaß?
Ein Streiflicht aus der SZ zu übersetzen wäre für mich viel reizvoller.
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