Ein "Kepler" Satz

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Re: Ein "Kepler" Satz

Beitragvon marcus03 » Sa 11. Jan 2020, 14:30

Ich halte Steiner für höchst fragwürdig und das Ganze für wirres Zeug und Fantasterei.
Er schrieb viel, v.a. viel Unsinn, was man so hört.
Spekulatives Denken auf z.T. absurder Basis.
Modernen Philosophen würde er nicht einmal ein müdes Lächeln abringen.
De illo Rudolfo nihil nisi dubiosa!

PS:
Ohne Theia keinen Mond, ohne Mond keinen 24-Stunden-Rythmus, ohne diesen vermutlich kein
Leben auf der Erde, keinesfalls den homo sapiens/insapiens.
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Re: Ein "Kepler" Satz

Beitragvon sinemetu » Sa 11. Jan 2020, 14:58

marcus03 hat geschrieben:Ich halte Steiner für höchst fragwürdig und das Ganze für wirres Zeug und Fantasterei.
....

Ich ebenso. Wir alle reden den ganzen Tag nur wirres Zeug und nach 1000 Jahren bleibt von dem einen oder andern noch 1 Satz übrig, wovon auch nicht sicher ist, ob er wegen des Überlebens nun etwas mehr "Wahrheit" enthält als alle unseren anderen Sätze.

Ich bin hier aber dran, weil ich vor langer Zeit zufällig die Spuren dieser Geschichte von vor 2500 Jahren gefunden habe. Man kann sie auch aus dem locus classikus zum großen Jahr im Timaios errechnen. Ich bin jetzt nur auf der Suche nach Zwischengliedern, und Steiner muß das ja irgendwoher was haben. Er hat aber nicht die Zugänge zu der Sache, die ich gefunden habe, sonst hätte er sie wahrscheinlich erwähnt, wenn auch verschlüsselt.

Ist er nicht theosophisch inspiriert? Blavatsky?? Die Inder haben es doch auch mit dem Atmen im Yoga ...
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Re: Ein "Kepler" Satz

Beitragvon Sapientius » So 12. Jan 2020, 11:41

Rudolf Steiner

Modernen Philosophen würde er nicht einmal ein müdes Lächeln abringen.


Man darf ihn nicht auf den nüchternen Magen lesen, er hat einiges zu bieten, z.B. die Waldorfschulen, das "Goetheanum", ansehnlich anzuschauen, die anthroposophische Bewegung; er steht in Zusammenhang mit damaligen Zeitströmungen, C. G. Jung, der George-Kreis in München ...

Steiner nimmt Motive aus unserer Tradition auf, die sonst verloren sind, Platon war ja genannt; er ist ein echter Metaphysiker; man findet bei ihm orientalische Motive, Indisches, Gnostisches, Frühchristliches ...
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Re: Ein "Kepler" Satz

Beitragvon sinemetu » So 12. Jan 2020, 11:56

Sapientius hat geschrieben:Steiner nimmt Motive aus unserer Tradition auf, die sonst verloren sind, Platon war ja genannt; er ist ein echter Metaphysiker; man findet bei ihm orientalische Motive, Indisches, Gnostisches, Frühchristliches ...


.. alles schön und gut, aber ich würde ihm zurufen: Komm auf den Punkt, Junge ...

Der Mond nämlich, der erscheint ja jedes Jahr an einem anderen Orte. Ebenso wie die Sonne, auf- und absteigend in der Ekliptik, eine Art pendelnder Bewegung vom Äquator fort und zum Äquator zurück durchläuft, so der Mond. Er braucht 18 Jahre, um wieder an der Stelle am Himmel anzukommen, wo er vor 18 Jahren erschienen ist. Sie sehen, diese Nutation hängt mit dem Himmelsgang des Mondes zusammen, so daß man sagen kann: diese Nutation zeigt überhaupt nichts anderes an als den Himmelsgang des Mondes. Diese Nutation ist nur die Projektion dieser Bewegung des Mondes. Wir können also tatsächlich das Atmen des Makrokosmos beobachten. Wir brauchen nur den Gang der Mondenbahn während 18 Jahren zu beobachten, be- ziehungsweise die Nutation der Erde zu beobachten. Die Erde tanzt, und sie tanzt so, daß ihre Achse einen Kegel, einen Doppelkegel beschreibt in 18 Jahren. Dieses Tanzen, das spiegelt ab das Atmen des Makrokosmos. Es ist im platonischen Jahr gerade so oft vorhanden, wie 18 menschliche Atemzüge in einem Tag. Sie haben also eigentlich ein einminutiges Atmen in dieser Nutationsbewegung. So daß wir sagen können: wir schauen in das Atmen des Makrokosmos hinein durch diese Nutations- beziehungsweise Mondbewegung. Da haben wir das Entsprechende für das Atmen. Aber was besagt denn dieses? Das besagt, daß geradeso wie wir, indem wir in das Schlafen hinübergehen oder beziehungsweise nur von dem völlig Wachen in das Träumen hinübergehen, wie wir da in eine andere Welt hinübergehen, so liegt uns - gegenüber den gewöhnlichen Gesetzmäßigkeiten von Tag, Jahr und so weiter, auch dem platonischen Jahr - in diesem Hereinstellen einer Mondregelmäßigkeit etwas vor, was sich verhält im Makrokosmos, wie sich das Atmen, also das Halbbewußte zu unserem Vollbewußten verhält.


Dies kann man in drei Sätzen sagen, und zwar klarer, als hier in 12
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