Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon Medicus domesticus » Di 22. Nov 2022, 16:31

ille ego qui hat geschrieben:Salve!
Was findet sich dazu bei Quintilian? :-)
Vale.


Insbesondere im Buch IX, 4 112 ff. .. :book:
Ἔρος δ' ἐτίναξέ μοι φρένας, ὠς ἄνεμος κὰτ ὄρος δρύσιν ἐμπέτων.
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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon marcus03 » Di 22. Nov 2022, 16:45

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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon ille ego qui » Di 22. Nov 2022, 16:53

Gratias tibi ago.
Kannst du da wirklich was für unsere Frage entnehmen?
Ille ego, qui quondam gracili modulatus avena
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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon iurisconsultus » Di 22. Nov 2022, 21:10

Wie wäre es mit Quint. 9, 4, 46 :
... numeri spatio temporum constant, metra etiam ordine, ideoque alterum esse quantitatis videtur, alterum qualitatis.

Ergibt sich daraus nicht, dass Rhythmen (numeri) auf Zeitspannen bzw. Quantitäten (spatio temporum) beruhen?
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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon ille ego qui » Di 22. Nov 2022, 22:58

Salve, iurisconsulte!

Danke auch dir!
Das klingt für meine (!) Ohren natürlich so, als bräuchte man über die Quantitäten hinaus nichts. :-)
Aber dass sich die Verse zunächst durch Quantitäten konstituieren, das unterliegt ja letztlich gar keinem Zweifel. Nur Tiberis vermutet, die Quantitäten reichten nicht aus, um das rhythmische Vers-Erlebnis zu vermitteln. **
Dies kann aber m.E. leicht ein "Bias" unserer Zeit und Sprache sein, wo wir eben an eine rein quantitätsbedingte Poesie nicht gewöhnt sind.
(Ich stelle mir vor mal spaßeshalber, die Römer würden - ganz anachronistisch - unsere Poesie wieder entdecken und nicht umgekehrt. Wer weiß, ob nicht irgendwelche römischen Grammatiker irgendwelche Quantitätsmuster in unseren deutschen Gedichten postulieren würden in der Ansicht, allein der Akzent könne doch wohl keinen Vers machen :D )

Auf die anderen Dinge, die Tiberis unlängst vorgetragen hat und gegen die m.E. einiges vorzubringen ist, gehe ich vielleicht die Tage noch ein. Aber für den Moment bewahre ich mir mal meinen Seelenfrieden. :D

Valeas.
:-)


______________
** Dass der Iktus dafür tatsächlich nicht notwendig ist, kann man m.E. leicht durch Beispielrezitationen jedermann vorführen. Mit solchen Beispielrezitationen konfrontiert, hat Tiberis aber meist geschwiegen oder sich auf Details gestürzt, die mit der Frage kaum etwas zu tun hatten. Ober er letztlich bei den Beispielen - entgegen seinen vorangehenden Behauptungen - den Rhythmus doch auch ohne Iktus vernommen hat oder nicht, blieb bislang stets sein Geheimnis ;-)
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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon Tiberis » Mi 23. Nov 2022, 20:15

ille ego qui hat geschrieben: dass sich die Verse zunächst durch Quantitäten konstituieren, das unterliegt ja letztlich gar keinem Zweifel. Nur Tiberis vermutet, die Quantitäten reichten nicht aus, um das rhythmische Vers-Erlebnis zu vermitteln

Tja, ich war eben immer schon ein Wolf, der nicht mit selbigen heult.. :D
Aber Spaß beiseite. Grundsätzlich bestreite ich gar nicht, dass die Quantitäten für das Zustandekommen des Versrhythmus ausreichen. Wogegen ich mich wende, ist eine unverhältnismäßig starke Betonung des Wortakzentes, wenn dieser dem Versrhythmus zuwiderläuft. Automatisch , d.h. allein schon aufgrund der Quantität, ist eine lange Silbe tonal stärker präsent. Würde man z.B. in einem Jambus aufgrund des Wortakzents die erste Silbe zu stark betonen, wäre der quantitätsbedingte Rhythmus gestört. Ob man diesen Rhythmus jetzt ictus oder sonstwie nennt, ist unerheblich.
Entscheidend ist jedenfalls, dass der Wortakzent so gesprochen wird, dass er den Versrhythmus nicht unkenntlich macht. Dies geschieht am besten durch eine leichte Anhebung der Tonhöhe. Aber das habe ich ja alles schon ausgeführt, und ich bin wahrlich nicht der einzige :-o , der es so sieht.
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Re: Hörbeispiel Vergil ohne Iktus

Beitragvon ille ego qui » Mi 23. Nov 2022, 23:13

Du einsamer Wolf :D
"Nur Tiberis..." meinte ich als "Nur ist es so - und darin besteht der Unterschied -, dass Tiberis..."

und ich bin wahrlich nicht der einzige :-o , der es so sieht

Wir brauchen doch keinerlei Autoritäten...
;-)

Inhaltlich ist da wieder einiges an diskussionswürdigem Stoff dabei. Aber ich will es gerade nicht übertreiben :D
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