Abstammung der Etrusker

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Abstammung der Etrusker

Beitragvon Odinus Thorus » Sa 9. Dez 2023, 10:45

ich stelle einmal diesen Aufsatz zur Diskussion:
https://antikewelt.de/2021/09/25/geneti ... hluesselt/

und dazu diese Wortliste für cerebrale Lockerungsübungen.
https://etruscans1.tripod.com/Language/EtruscanL.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_etruskischer_Wörter

Dass noch mehr lat. Wörter, als wir jetzt denken, etruskisch sind, halte ich für wahrscheinlich. Ich versteh z. b. nicht, warum man aro und ara nie zu rus stellt und die Etrusker aus Etrurien einfach die etruscischen rusticusse* :wink: sein lässt.

Wenn ich an Ungarisch und ungarischer Zigeunersprache denke, die die ung. Worte absichtlich so verdrehten und andersartig betonten, ähnlich dem Cock'ney, dass Normalo sie nicht erkennt als Zeichen der Desintergation, so liegt hier wenigstens wirklich ein eingewandertes Volkstum und eine andersartige DNA vor, wenn aber dies zwischen Römern und Etruskern fehlt, und man aufgrund der DNA sagen muss, es sind praktisch dieselben Leute, dann liegt der Unterschied nur in der Machtsstruktur und Sprache ist immer machtbestimmt. Man ahmt den nach, den man mag, zu dem man sich hält. So setzte sich der lat. Standard in gewissen Gebieten durch, bevor er Waffenverstärkung erhielt.
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Re: Abstammung der Etrusker

Beitragvon Zythophilus » Mi 13. Dez 2023, 23:13

Die Etrusker dürften nach den aktuellen Erkenntnissen eng mit ihren NAchbar verwandt gewesen sein, während ihre Sprache völlig eigenständig war. Wie es dazu kam, ist zur Zeit noch ein Rätsel. Natürlich können die Römer Wörter von dem geographisch so nahen und anfangs kulturell überlegenen Volk übernommen haben und in der umgekehrten Richtung ist so eine Befruchtung durchaus möglich; ich weiß nur nicht, ob es bei der begrenzten Auswahl an etruskischen Texten Zeugnisse davon gibt. Mächtiger waren zunächst sicher über Jahrhunderte die Etrusker, und als die Römer die Oberhand gewonnen hatten, verschwand das Etruskische sehr rasch. Mit genetischen Unterschieden oder Ähnlichkeiten scheinen solche Phänomene wenig zu tun zu haben.
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