Skandierung: Homo sum, humani ...

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Re: Skandierung: Homo sum, humani ...

Beitragvon Orlando » Fr 22. Aug 2014, 09:55

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Darf ich also wie folgt zusammenfassen (als gemeinsame Lösung):

Homo sum, humani ni(hi)l a me alienum puto.

"sum" und "humani" werden zusammengezogen: das auslautende "m" und anlautende "h" sind stumm, von den nun zusammenstoßenden "u"s, wird das erste elidiert, es bleibt also das lange "u" von "humani".
Ebenso wird das "e" in "me" elidiert.

Damit ergibt sich

hŏ mō | sū mā | nī nī | lā mă lĭ | ē nŭm | pŭ tō.

hŏ mō | sū mā | nī nĭ hĭ | lā mă lĭ | ē nŭm | pŭ tō.

1. "ho" ist kurz, "mo" ist naturlang: Iambus.
2. "su" und "ma" sind beide naturlang (aus "humani"): Spondeus.
3a. "ni" von "humani" und "ni" von "nil" sind beide naturlang; Spondeus.
3b. Schreibt man "nihil" anstelle von "nil", so gilt für den dritten Versfuß: ni ní hi
"ni" von "humani " ist lang, die beiden Silben von "nihil" werden kurz gemessen, d.h. in diesem Iambus steht in der Senkung eine Länge ("ni"), und die Länge in der Hebung ist durch eine Doppelkürze "ni hi" aufgelöst: -uu. Der Ton liegt auf auf "ni".
4. "la" ist lang und "ma li" sind beide kurz. In diesem Iambus steht in der Senkung eine Länge ("la"), und die Länge in der Hebung ist durch eine Doppelkürze "ma li" aufgelöst: -uu. Der Ton liegt auf auf "ma"
5. "e" und "num" sind beide lang: Spondeus; "e" ist naturlang (das "e" von "alienum"), "num" ist positionslang wegen des nachfolgenden Konsonanten "p" (das "u" selbst ist aber kurz).
6. "pu" ist kurz, "to" ist naturlang: Iambus.

Das Versschema dieses iambischen Senars lautet somit:

u-|--|--|-uu|--|u- bzw.

u-|--|-uu|-uu|--|u-
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