Übersetzungen dt. / lat.

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Re: Übersetzungen dt. / lat.

Beitragvon LaniusCollurio » Sa 12. Aug 2017, 19:18

Mal schauen, Medice.

In keinem Fach kann man seinen Wissensstand so schwer abschätzen wie in Latein/Altgr.

1. Keiner der Dozenten sagt, ob man etwas kann oder nicht.
2. Die Studenten halten sich alle zurück. Keiner traut sich etwas zu sagen oder zu fragen.
3. Mit anderen Studenten verglichen, müsste ich bereits 20 Jahre Lateinerfahrung haben.
4. Hier im Forum fühle ich mich wie in der 6 Klasse.

:D
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Re: Übersetzungen dt. / lat.

Beitragvon marcus03 » Sa 12. Aug 2017, 19:38

LaniusCollurio hat geschrieben:Keiner traut sich etwas zu sagen oder zu fragen.

Das ist ein schlechtes Zeichen. Der Dozent scheint kein guter Pädagoge zu sein. Oder sind alle so schüchtern und haben Angst sich zu blamieren? :shock:
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Re: Übersetzungen dt. / lat.

Beitragvon LaniusCollurio » Sa 12. Aug 2017, 20:20

Die meisten haben Angst sich zu blamieren.

Es ist eine unglaubliche Heterogenität in diesem Studienfach.
Ich dachte immer - auch wegen meiner Erfahrungen hier im Forum -, dass ich ordentl. baden gehe in dem Studiengang. Ganz im Gegenteil; Die Leute hatten 6 und mehr Jahre Latein, haben aber Schwierigkeiten "ire" zu konj., spontane lat./dt. Überetzungen (Cicero Briefe ad Atticum) gehen meist mit viel Stottern und Unbehagen vonstatten oder das Seminar ist in kürzester Zeit auf 16 Leute geschrumpft. Die Zahl derer, die sich einbringen, beläuft sich auf 3 - 5 Personen.
Dies liegt daran, dass es bei den allermeisten Studenten an den einfachsten Dingen hapert.
Also, das was ich hier zu übersetzen versuche, ist jenseits irgendwelcher Anforderungen der ersten Semster. Und dennoch habe ich immer das Gefühl , nicht genügend zu machen, nicht genügend zu wissen.
Die dauerhafte Kritik - und daran scheitern ebenfalls sehr viele Studenten - in diesem Fach tut ihren Rest (das ist nicht böse gemeint), da sie wenig präzise ist. Wird man/der Satz nun kritisiert, weil man Leichtsinnsfehler machte, weil man zu doof dafür ist. Ist die Korektur nun desaströs oder im Rahmen. Ist sie vielleicht sogar nur minimal oder gar normal.

Ich hatte letztes Semster freundlich gefordert, in den Seminaren mehr spontan dt. lt. zu übersetzen. Die Studenten also direkt zum Übersetzen zu fordern, da es nach meiner Meinung nur so vorangeht, da man nur so direkt auf Fehler hinweisen kann, und den gramm.Teil nach hinten zu verlagern, also auch einfach zu Hause die Gramm. nachzuarbeiten. Ich glaube, die meisten Studenten hätten mich gerne sofort gesteinigt.

Wie Du/Ihr merkt könnte ich mich über Std. zu diesem Studiengang auslassen., da mir viele Dinge höchst eigenartig erscheinen.
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Re: Übersetzungen dt. / lat.

Beitragvon medicus » Sa 12. Aug 2017, 21:31

LaniusCollurio hat geschrieben: Wird man/der Satz nun kritisiert, weil man Leichtsinnsfehler machte, weil man zu doof dafür ist. Ist die Korektur nun desaströs oder im Rahmen. Ist sie vielleicht sogar nur minimal oder gar normal.


Ob du einen Leichtsinnsfehler gemacht , oder das Problem nicht verstanden hast, kannst nur du selbst feststellen. Ob die Fehlerbreite normal, d.h. im Durchschnitt liegt, kann nur der Vergleich mit den Mitstudenten zeigen.
Ein typisches Beispiel ist dieser Satz:
Summus omnium, qui pater deorum et hominum appellabantur, Iupiter erat proles Saturni.
Du solltest erkennen, dass das Subjekt des Nebensatzes (qui) und das Prädikat (appelabantur) nicht zusammenpassen, denn qui ist ja Singular (welcher/der) und appelabantur ist Plural.
Es könnte natürlich sein, dass du während des Schreibens dich für eine andere Übersetzungsmöglichkeit entschieden hast als geplant ( quem patrem...appelabantur statt qui pater appelabatur) und so in einen Fehler hineingeschlittert bist. Das musst du selbst wissen.

Im übrigen kann ich nicht beurteilen, wie man Latein an der Uni. studiert, da ich selbst nur über mein Schullatein verfüge. :sleep:
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Re: Übersetzungen dt. / lat.

Beitragvon LaniusCollurio » Sa 12. Aug 2017, 22:03

medicus hat geschrieben:
LaniusCollurio hat geschrieben: Wird man/der Satz nun kritisiert, weil man Leichtsinnsfehler machte, weil man zu doof dafür ist. Ist die Korektur nun desaströs oder im Rahmen. Ist sie vielleicht sogar nur minimal oder gar normal.


Ob du einen Leichtsinnsfehler gemacht , oder das Problem nicht verstanden hast, kannst nur du selbst feststellen. Ob die Fehlerbreite normal, d.h. im Durchschnitt liegt, kann nur der Vergleich mit den Mitstudenten zeigen.
Ein typisches Beispiel ist dieser Satz:
Summus omnium, qui pater deorum et hominum appellabantur, Iupiter erat proles Saturni.
Du solltest erkennen, dass das Subjekt des Nebensatzes (qui) und das Prädikat (appelabantur) nicht zusammenpassen, denn qui ist ja Singular (welcher/der) und appelabantur ist Plural.
Es könnte natürlich sein, dass du während des Schreibens dich für eine andere Übersetzungsmöglichkeit entschieden hast als geplant ( quem patrem...appelabantur statt qui pater appelabatur) und so in einen Fehler hineingeschlittert bist. Das musst du selbst wissen.

Im übrigen kann ich nicht beurteilen, wie man Latein an der Uni. studiert, da ich selbst nur über mein Schullatein verfüge. :sleep:


Da hast du in der Tat ein gutes Beispiel gefunden, lieber Medice!
Dass "qui" Sgl. (in diesem Bspl.) mit der Endung "bantur" nicht zu vereinbaren ist, ist offensichtlich. Nun war meine Absicht, einen Satz mit "man" zu bilden. Unter all den Möglichkeiten ist die 3. P. Pl. eine.
Also habe ich vermutet - und ich vermute leider viel zu oft Dinge, die da nicht hingehören -, dass das Relativum auch in den Nom. gesetzt werden muss.

Das hat natürlich etwas mit Unwissenheit zu tun, wie man einen Gliedsatz richtig angleicht, Unsicherheit im Umgang mit unpersönlichen Formulierungen und Übung.

Gute Nacht, medice!
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