quantifacere?

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quantifacere?

Beitragvon Laptop » Mo 4. Nov 2019, 14:03

Hallo, ich hänge an dieser Zeile. Ich nehme an dass Anataxerses eine gültige Nbf. zu Artaxerxes ist. Aber bei quantifacere bin ich unsicher: gibt es ein mlat. Verb quantifacere? Der Bindestrich macht unmißverständlich, daß da kein Leerzeichen hin soll, aber vielleicht ist es auch ein Druckfehler?
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Quelle: Matthaeus Silvaticus, Opus pandectarum medicinae, Bologna 1474
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Re: quantifacere?

Beitragvon Martinus » Mo 4. Nov 2019, 14:07

Das Wort kenne ich nicht, ich gehe aber davon aus, dass es von "quantificere" kommt. Bei den Komposita von "facere", die mir einfallen, kommt es zur Vokalschwächung des a zu i (inficere, reficere, conficere, afficere, ...).
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Re: quantifacere?

Beitragvon Laptop » Mo 4. Nov 2019, 14:11

Ja, das mag sein, leider finde ich auch unter quantificere nichts, z. B. im Kirsch ist das Verb nicht erwähnt..
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Re: quantifacere?

Beitragvon Stomachatus » Mo 4. Nov 2019, 14:28

Ich verstehe die Frage nicht.
Der Satz ist unmissverständlich.
Es sieht nur so aus, dass der Setzer kein Leerzeichen am Ende der Zeile haben wollte, und da hat er einen „Platzhalter“ eingesetzt.
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Re: quantifacere?

Beitragvon Laptop » Mo 4. Nov 2019, 16:36

Meine Frage ist: soll da nach dem Willen des Autors quantifecerit stehen oder quanti fecerit.

Ein Platzhalter für ein Leerzeichen? Wozu? Sorry aber das ist allein deshalb schon Unsinn, weil es ein Leerzeichen am Ende des Satzes praktisch nicht gibt. Es wird immer Platz gebraucht, und wenn, was seltenst vorkommt, mal tatsächlich zuviel Platz in einer Zeile vorhanden sein sollte, dann streckt der Setzer Wörter und Lettern. Wir haben es schließlich mit Blocksatz zu tun. Und selbst wenn am Ende der Zeile ein unschönes Leerzeichen stünde, dann wird es bestimmt nicht durch ein Worttrennzeichen ersetzt, das liegt nicht in der Kompetenz des Setzers den Text zu verunstalten.
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Re: quantifacere?

Beitragvon Stomachatus » Mo 4. Nov 2019, 16:55

Laptop hat geschrieben:Meine Frage ist: soll da nach dem Willen des Autors quantifecerit stehen oder quanti fecerit.

Ein Platzhalter für ein Leerzeichen? Wozu? Sorry aber das ist allein deshalb schon Unsinn, weil es ein Leerzeichen am Ende des Satzes praktisch nicht gibt. Es wird immer Platz gebraucht, und wenn, was seltenst vorkommt, mal tatsächlich zuviel Platz in einer Zeile vorhanden sein sollte, dann streckt der Setzer Wörter und Lettern. Wir haben es schließlich mit Blocksatz zu tun ...



Aber selbstverständlich quanti fecerit.
Oder wollen wir da einen Nebensatz stehen haben, der von nichts eingeleitet ist?
(ja klar gibt es theoretisch welche, sage ich gleich, bevor mich Pedanten angreifen. Aber hier ist es nicht der Fall)

Und ausgerechnet deswegen, weil es Blocksatz ist, will der Setzer einen aus seiner Sicht harmonischen typ. Satz haben. DIN-Normen für den Satz gab's damals leider nicht, so hat er sich was einfallen lassen. Was uns egal sein soll, weil es sich für unser Textverständnis nichts ändert.
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Re: quantifacere?

Beitragvon Laptop » Mo 4. Nov 2019, 17:18

Gut, dann korrigiere ich das zu quanti fecerit. (Artaxerxes verkündete in seinem Sendschreiben wie sehr er Hippokrates schätzen würde ..)

Mir fällt gerade ein daß ich mal das mlat. Verb magnifacere gesehen habe, zusammengeschrieben als ein Verb, meine ich. Vielleicht hat der Setzer da irrtümlich eine Analogie gezogen und gemeint das müsse mit quanti auch zusammengeschrieben werden. Lewis & Short führt es sogar an: https://lsj.gr/wiki/magnifacio
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Re: quantifacere?

Beitragvon Stomachatus » Mo 4. Nov 2019, 17:24

Laptop hat geschrieben:Artaxerxes verkündete in seinem Sendschreiben wie sehr er Hippokrates schätzen würde ..


ja genau, oder auch

Artaxerxes verkündet in seinem Sendschreiben, wie sehr er Hippokrates geschätzt habe



(vorzeitig. Ob Präsens oder Präteritum im dt. HS, das ist Deine Entscheidung, je nach dem wie Du den Rest gemacht hast usf.)
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Re: quantifacere?

Beitragvon medicus » Mo 4. Nov 2019, 17:34

Könnte bitte jemand von den Schriftgelehrten dem medicus erklären, wo der Buchstabe n in quati zu finden ist. Und was bedeutet der Strich über dem a und die Zahlen 9 und 3 am Ende einiger Zeilen. :help:
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Re: quantifacere?

Beitragvon marcus03 » Mo 4. Nov 2019, 17:39

Die Tilde über dem a steht für das ausgefallene n.
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Re: quantifacere?

Beitragvon Zythophilus » Mo 4. Nov 2019, 18:05

Was aussieht wie die Ziffern 3 und 9, ist m und us. Für ein Schluss-m hat der Setzer somit drei Möglichkeiten: normales -m, "3", womit er etwas Platz sparen dürfte, Kürzungsstrich über dem vorangehenden Vokal.
Der Strich nach quanti ist tatsächlich seltsam: Wenn den Setzer der frei bleibende Platz am Ende der Zeile gestört hätte, dann hätte er einfach die Kürzung bei quāti weglassen können. Sinnvoll ist es nicht, ein Leerzeichen zu setzen, wenn man es gewissermaßen selber nötig macht.
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Re: quantifacere?

Beitragvon medicus » Mo 4. Nov 2019, 18:12

Danke, nach marcus03 Beitrag dachte ich auch, dass der Setzer sich selbst ein Problem geschaffen hat. :roll:
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Re: quantifacere?

Beitragvon Stomachatus » Mo 4. Nov 2019, 18:47

Zythophilus hat geschrieben:Der Strich nach quanti ist tatsächlich seltsam: Wenn den Setzer der frei bleibende Platz am Ende der Zeile gestört hätte, dann hätte er einfach die Kürzung bei quāti weglassen können. Sinnvoll ist es nicht, ein Leerzeichen zu setzen, wenn man es gewissermaßen selber nötig macht.


Er hatte mehrere Möglichkeiten zu Verfügung, er hat sich (warum auch immer) für eine entschieden, das nehmen wir zur Kenntnis und lesen weiter.
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Re: quantifacere?

Beitragvon marcus03 » Mo 4. Nov 2019, 18:55

Stomachatus hat geschrieben: das nehmen wir zur Kenntnis und lesen weiter.

Du schon, andere nicht. Statt "wir" bitte "ich" beim nächsten Mal! Suum cuique!
Dafür machen andere weniger Theater, wenn es um moderne Begriffe geht.
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Re: quantifacere?

Beitragvon Stomachatus » Mo 4. Nov 2019, 19:10

marcus03 hat geschrieben:Dafür machen andere weniger Theater, wenn es um moderne Begriffe geht.


Aber das ist ein ganz anderes Paar Schuhe!
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