WIe lern ich das am besten?

Für alle Fragen rund um Latein in der Schule und im Alltag

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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon marcus03 » Do 7. Nov 2019, 20:24

Man macht sich halt seine Gedanken bei so dubiosen Leuten wie dir, die nicht zu dem stehen, was
sie sind und geradezu ein Geheimnis aus ihrer Quali und Person machen.
Ich werde den Eindruck nicht los, dass du dich irgendwie schämst zu dem zu stehen, was du
(nur??) bist? Deine Quali ist weiterhin dubios, genauso wie dein Sendungsbewusstsein.
Mit einem Satz könntest du diese Spekulationen beenden und würdest dir dabei nichts
vergeben und genauso anonym bleiben wie bisher.
Das Theater um deine Person versteht ohnehin keiner hier.

Du darfst auch hier gerne auf Latein antworten. Am Wortschatz sollte es nicht scheitern. ;-)

Er hat mich inzwischen schon mehrere und unterschiedliche Berufsprofile und Werdegänge verpasst, das ist lächerlich und mühsam.

Ich finde das spannend und interessant! Who is St.?
Im "Who is who" bist du aber noch nicht gelandet, oder? ;-)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon marcus03 » Do 7. Nov 2019, 20:55

Stomachatus hat geschrieben:Ich will überhaupt keine Angaben machen, weil auch Kleinigkeiten ausreichend sein können, einen Klarnamen aufzuspüren, wenn man weiß, Indizien zusammenzutragen und auszuwerten.

Nein! Wenn du sagst, ich arbeite an einer Uni im deutschsprachigem Raum an einem Lehrstuhl. wie
sollte man das rauskriegen, wer du bist? Es gibt zig Unis mit Latein!
Es ist ja auch wurscht, wer genau du bist und wo du arbeitest, es geht ausschließlich um deine
Quali. Ein Satz wie "Ich arbeite am Lehrstuhl eine Uni" o.Ä. reichte völlig aus.
Dein Argument zeugt eher von einer gewissen Paranoia, als ob alle hinter dir herwären.
Hinter deiner Quali bin ich her, sonst gar nicht und ohne jede Lust alle Unis abzugrasen, um
per Megazufall auf deine Identität zu stoßen. Das wäre mir viel zu blöd!
Ich möchte nur wissen, mit welcher Fachkompetenz ich es zu tun habe. Punkt.

PS:
Mir reicht auch schon, wenn du sagst: Ich bin Magister in Latein oder Ich habe das/die
Staatexamen/ina. :)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon mystica » Do 7. Nov 2019, 21:08

marcus03 hat geschrieben:
mystica hat geschrieben:Es fehlt wohl in dieser unserer so schnelllebigen Zeit die nötige Muße und auch Konzentration, um die sprachliche Struktur eines lateinischen oder altgriechischen Textes durchdenken zu können, was wohl heutzutage bei vielen SchülerInnen zu beobachten ist, die sich nur allzu leicht ablenken lassen.

Volle Zustimmung! Ein ganz wesentlicher Aspekt, vlt. der entscheidende.


Salve optime Marcus03,

es freut mich sehr von Dir zu lesen, dass Du mir bei meiner Einschätzung aufgrund Deiner pädagogischen Erfahrung im Fach Latein zustimmst.

Salve optime Tiberis,

die Unterscheidung zwischen intuitiven modernen Sprachen und Reflexionssprachen der klassischen Philologie scheint mir eine herrschende Lehrmeinung unter den Altphilologen zu sein, die mir bisher auch plausibel zu sein schien. Deine Bedenken aber kann ich dennoch gut nachvollziehen.

Ich meine aber, dass die Dichtkunst eines Horaz sich auch zur damaligen Zeit nur dem gebildeten Römer vollends erschlossen hat. Denn das klassische Latein der Römer scheint mir eine kultivierte Sprache einer gesellschaftlichen Elite gewesen zu sein, die sich bewusst vom Vulgärlatein abzuheben versuchte. Gerade die römische und altgriechische Dichtkunst beweist doch, dass sie durch ihr wohlkomponiertes Versmaß eine sprachliche Reflexionsleistung gewesen ist, die nicht gänzlich intuitiv entstanden sein kann, sondern sich streng an einer bestimmten Ästhetik der Form orientierte.

Zur modernen Literatur will ich nur anmerken, dass heutzutage die Romane der Gegenwartsliteratur offenkundig immer banaler geschrieben werden und es dazu wahrlich keiner "Kultur des langsamen und gründlichen Lesens" mehr bedarf, wie dies bei den großen Klassikern der Fall ist.

Salve optime Medicus domesticus,

Deine Kinder kann ich gut verstehen, dass sie heute mit Latein nicht mehr viel am Hut haben. Wahrscheinlich wäre es bei mir auch so, wenn ich nicht daheim streng katholisch sozialisiert worden wäre. Mein Vater studierte mit mir oft in meiner Jugendzeit die Vulgata und schenkte mir zur Firmung die "Confessiones" Sancti Augustini und die "Imitatio Christi" Thomae a Kempis, die ich mit Begeisterung auf Latein zu verstehen suchte. Ich denke, dass man eine hohe Motivation braucht, um Freude am Latein zu haben. Wer diese nicht hat, dem wird das Lateinlernen immer schwerfallen…

Leider aber wird der Lateinunterricht noch immer durch den öden Caesar "De Bello Gallico" und die endlosen Satzperioden Ciceronischer Reden vielen SchülerInnen und StudentInnen systematisch vermiest. Viel lieber hätte ich mehr philosophische Texte von Cicero, Seneca et alii im Lateinunterricht gelesen, um mich von der sapientia maiorum inspirieren zu lassen.

Valete! Mystica ;-)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon Tiberis » Fr 8. Nov 2019, 00:54

mystica hat geschrieben:Leider aber wird der Lateinunterricht noch immer durch den öden Caesar "De Bello Gallico" ... vielen ... systematisch vermiest

also bitte! Wenn Caesar als "öde" empfunden wird, kann es wohl nur an einer schlechten Textauswahl und/oder einem völlig ungeeigneten Lehrer liegen. Caesars Bellum Gallicum ist brandaktuell, was man sonst leider nur von wenigen antiken Texten sagen kann. Und die schlichte Eleganz der Sprache Caesars ist ohnhin unübertroffen.
mystica hat geschrieben:Ich meine aber, dass die Dichtkunst eines Horaz sich auch zur damaligen Zeit nur dem gebildeten Römer vollends erschlossen hat.

mag sein, aber ich denke nicht, dass dieser gebildete Römer beim Horazlesen "über Sprachstrukturen nachgedacht" hat.

marcus03 hat geschrieben:Es ist ja auch wurscht, wer genau du bist und wo du arbeitest, es geht ausschließlich um deineQuali

Ich verstehe nicht ganz, optime Marce, weshalb du von Stomachatus immer noch einen Qualifikationsnachweis einforderst, von anderen hingegen nicht. Mich jedenfalls haben seine kritischen Anmerkungen zu meiner unlängst zu später Nachtstunde erstellten Cometes-übersetzung von seiner Qualifikation durchaus überzeugt. :wink:
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon marcus03 » Fr 8. Nov 2019, 07:38

Tiberis hat geschrieben:Mich jedenfalls haben seine kritischen Anmerkungen zu meiner unlängst zu später Nachtstunde erstellten Cometes-übersetzung von seiner Qualifikation durchaus überzeugt. :wink:

Mich nicht unbedingt. Rummäkeln ist leichter als selber spontan und in kurzer Zeit Texte zu verfassen
zu aktuellen Themen.
Solange er sich weigert, Lateinisch zu schreiben - nicht einmal in "Latine loquendi tut er das-
bin ich von ihm nicht überzeugt.
Dichten wir ihr kann er nicht, davon bin ich überzeugt.
Er ist primär ein Wortklauber. Ob er das alles im Kopf hat oder nachschlägt, wissen wir nicht.
Da er dauernd auf Literatur verweist, ist er m.E. eher ein reiner Theoretiker denn ein
spontaner, spritziger Lateiner. In summa ist er ein langweiliger Besserwisser und Dauernörgler:
Sein Name ist sein Programm. Sein Gelehrtenlatein ist langweilig.
Stilübungen sind kein Maßstab, da es dort nur um Rückübersetzungen geht.
Die Lösung ist immer schon bekannt.
Unter lebendigem Latein stelle ich mir etwas anderes vor z.B. die Poesie eines Zythophilus
oder deine lateinischen, kritischen Kommentare zum Tagesgeschehen.
Ob St. zu so etwas fähig ist, darf immer noch bezweifelt werden.
Er hat noch nie wirklich geliefert.
Mir fehlen weiter klare Beweise seines Könnens, die zu liefern er täglich die
Möglichkeit hätte. Dass er es nicht tut, muss Gründe haben.
Das Getue um seine Person und die Angst um seine Anonymität halte ich für
absurd und lächerlich. Es sind Scheinargumente, die leicht zu widerlegen sind.
Mir kommt er manchmal vor wie Rumpelstilzchen.
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon medicus » Fr 8. Nov 2019, 09:21

Tiberis hat geschrieben: Caesars Bellum Gallicum ist brandaktuell

Leider ja; im hiesigen Gymnasium wird zur Zeit als erste Lektüre die Geschichte von Euryalus und Lucretia von Silvio Piccolomini gelesen. Das ist zwar kein klassisches Latein, die Geschichte ist aber für Schüler/Schülerinnen dieses Alters sehr spannend geschrieben.
Was halten die Experten in diesem Forum davon?
Zuletzt geändert von medicus am Fr 8. Nov 2019, 18:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon marcus03 » Fr 8. Nov 2019, 10:45

Ich warte weiter (un)geduldig auf den ersten lat. Text zu irgendeinem Thema.
Vlt. hast du einfach nur den falschen Lieferservice oder keine geeigneten Produkte.
Du darfst auch gerne ein kleines Märchen auf Latein erzählen. Vlt. erleben wir dann
märchenhaftes/traumhaftes Latein, dass uns Hören und Sehen vergeht.
Zugleich könntest du Humor und Fantasie beweisen, die ich in deinen Beiträgen
meist vermisse.

Gruß vom Stilzchen! :)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon mystica » Fr 8. Nov 2019, 14:22

medicus hat geschrieben:
Tiberis hat geschrieben: Caesars Bellum Gallicum ist brandaktuell

Leider ja; im hiesigen Gymnasium wird zur Zeit als erste Lektüre die Geschichte von Euralius und Lucretia von Silvio Piccolomini gelesen. Das ist zwar kein klassisches Latein, die Geschichte ist aber für Schüler/Schülerinnen dieses Alters sehr spannend geschrieben.
Was halten die Experten in diesem Forum davon?


Salve optime Medice!

Ich danke Dir sehr für Deinen wertvollen Hinweis auf eine aktuelle lateinische Schullektüre über die Geschichte von Euralius und Lucretia von Enea Silvio Piccolomini, der ein bedeutender Humanist der Frührenaissance war und später sogar Papst geworden ist und sich Papst Pius II nannte. Den Namen "Pius" soll er sich wegen seiner tiefen Bewunderung für die Aeneas des Vergilii gewählt haben, worin es heißt: "Sum pius Aeneas, fama super aethera notus".

Ich habe mal ein wenig recherchiert, wie Lateindidaktiker die Geschichte von Euralius und Lucretia bewerten. Hier ist ein sehr positive Bewertung von Andrea Kammerer, die mich sehr überzeugt hat.

Unter diesem Link kann man die Beurteilung von Andrea Kammerer in der Zeitschrift Pegasus lesen:

http://www.pegasus-onlinezeitschrift.de/alte_seite/erga12001kammerer.htm

Lectio scholaris operis, quod inscribitur "De Bello Gallico", desiisse videtur. Vivat papa Pie II! :D :klatsch:

Vale, carissime amice! Mystica ;-)
Zuletzt geändert von mystica am Fr 8. Nov 2019, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon medicus » Fr 8. Nov 2019, 18:16

Stomachatus hat geschrieben: @Medicus, das sog. Gendern ist noch nicht Pflicht und Du in Deinem Alter kannst Dir wohl leisten, solche Moden glatt zu ignorieren

Ich wollte mystica nicht provozieren :roll:
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon medicus » Fr 8. Nov 2019, 18:27

Stomachatus hat geschrieben:Ich von meiner Seite finde Cäsar spannender, und, genau so wie Tiberis, glaube, dass es am (unfähigen) Lehrer und an einer falschen Textauswahl liegt, wenn das Publikum das Werk nicht mag. Wenn man z.B. das erste Buch liegt, sollte die Aufmerksamkeit auf Politik und Diplomatie gerichtet werden, und nicht auf Schleuderer, Bogenschützen und Leichtbewaffneten.

In der am hiesigen Gymnasium verwendeten Caesar-Lektüre geht es ausschließlich um Kriegsführung. :x
https://www.ccbuchner.de/titel-1-1/lehrerkommentar-623/
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon ille ego qui » Sa 9. Nov 2019, 00:48

Ich warte weiter (un)geduldig auf den ersten lat. Text zu irgendeinem Thema.
Vlt. hast du einfach nur den falschen Lieferservice oder keine geeigneten Produkte.
Du darfst auch gerne ein kleines Märchen auf Latein erzählen. Vlt. erleben wir dann
märchenhaftes/traumhaftes Latein, dass uns Hören und Sehen vergeht.
Zugleich könntest du Humor und Fantasie beweisen, die ich in deinen Beiträgen
meist vermisse.


SALVE, MARCE! :-)

Ob man hier jemandem etwas beweisen muss (einfach nur um es zu beweisen), weiß ich nicht. Nur weil andere die eigene Qualifikation anzweifeln und einen Nachweis fordern, diesen auch postwendend zu erbringen, käme mir sogar eher als ein Zeichen von Schwäche vor :D
Selbst ein Titel oder eine Position sagt nichts zwingend etwas darüber, was einer kann. Und wenn Stomachatus nun gut Latein können sollte, ändert dies wahrscheinlich auch wenig an der Bewertung seines Verhaltens hier, wie immer diese ausfallen mag. Wenn er nun eine mindere Qualifikation nennen würde, sollte dir das Genugtuung verschaffen? Und wenn es eine höhere wäre, würdest du ihm dann zugestehen, sich in der Weise zu verhalten, die dir (und sicher nicht nur dir) bisher missfallen hat? Nicht zuletzt, wenn St. eine qualifizierte Stellung angäbe, könnte dies auch gelogen sein. Es wäre also nichts gewonnen. So bleibt ein bisschen der Eindruck, als wolltest du St. immer wieder nur mit der (vermeintlichen) Tatsache konfrontieren, dass er eben keine solche Position besitzt.
Davon unabhängig meine ich mich auch zu erinnern, dass Stomachatus durchaus schon das eine oder andere Mal Latein geschrieben hat, und verbürge mich* aufgrund persönlicher Begegnungen auch - soweit ich das selbst beurteilen kann - dafür, dass Unfähigkeit im (auch gesprochenen und geschriebenen) Latein nichts ist, was man ihm vorwerfen kann.
Was St. in diesem Forum sucht, ist mir allerdings tatsächlich bislang nicht ganz klar. Helfen? Eher nicht. Leute von seiner Herangehensweise zu überzeugen? Falls er das wirklich will, fehlt die Diplomatie. Der Ton, der hier (auch dank St., das muss man sagen) herrscht, wird auch einen Neuankömmling nicht zum Verweilen einladen. Außerdem ist dieses Forum für seine Mission kaum der richtige Ort. Uns paar "Hanseln", die wir uns hier mehr oder weniger zufällig tummeln, zu überzeugen, wäre wohl ein ziemlich überflüssiges Ansinnen. Für die Öffentlichkeit aber, um die es gehen könnte, ist dieses Forum von einer vernachlässigbaren Bedeutung. Und dies liegt wohl kaum primär an Vulpius, vielmehr sind Internetforen überhaupt dabei, ihre Bedeutung zu verlieren. Heute tauscht man sich anders aus.

VALE(TE)!

* (auch wenn St. hier im Forum in Diskussionen zu sprachlichen Fragen schon nachweisbare kleinere Irrtümer und Einseitigkeiten vorgebracht hat - was seiner Neigung zur Apodiktik geschuldet sein mag)


P.S.: Ob man Caesar "öde" finden darf oder ob nur in der unfähigste Lehrer nicht für ihn begeistern kann? Ich denke doch, das ist Geschmackssache. Es gibt genügend in der lateinischen Literatur sehr versierte Zeitgenossen, die ihn ebenfalls "öde" finden. Und es mag an "total unfähigen" Lehrern liegen, aber wenn man fragt, was Leuten Latein verleidet habe, hört man den Namen "Caesar" besonders oft. Also kurz: De gustibus non est disputandum ;-)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon Medicus domesticus » Sa 9. Nov 2019, 08:46

Ich finde deine Stellungnahme besonders gelungen und bin mit dieser in vielen Punkten einverstanden. Ebenfalls hat Longipes sehr ausgewogen und durchdacht geschrieben.
Welche Qualifikationen Stomachatus hat, interessiert mich nicht direkt, aber wie Tiberis schrieb, hat mich seine Verbesserung der genannten Übersetzung überzeugt. Wenn St. sich dazu nicht äußern will, dann ist das sein gutes Recht. Keiner kann ihn zu einer Aussage zwingen. Klar missfällt mir auch manchmal "wie" St. schreibt, im Kern hat er in einigen Dingen aber gar nicht so unrecht. Ich denke, dass es an der Zeit ist, dieses gegenseitige Gezänke aufzuhören. Es senkt nur die Stimmung ab, im Nachhinein denkt man sich nur: "das hat sich nicht gelohnt".
Longipes hat geschrieben:Ich darf (auf Basis sicherer Quellen) behaupten, dass meine Schüler überwiegend gerne in meinen Unterricht kommen. Allerdings nimmt die Begeisterung für die Sprache selbst ab dem Punkt ab, wo der Anspruch steigt. Das Interesse an Inhalt und Interpretation bleibt, aber die Schwierigkeiten beim Übersetzen führen zu Frustration. Diejenigen, die dem Pensum gewachsen sind, haben aber weiterhin Freude.

Genau so erinnere ich mich auch an meine Lateinzeit bis zum LK. Diejenigen, die sich leicht getan haben und Freude hatten, waren hauptsächlich im LK-Latein vertreten, die anderen wählten das Fach ab.

Ich war vielleicht - mit einigen wenigen hier - einer, der Caesars De Bello Gallico noch komplett in einem Schuljahr als Schüllektüre gelesen hat (damals Schönigh-Verlag mit Kommentarband). Unser Lehrer hat viel Geschichtliches und Geographisches eingestreut, auch die Karte Galliens an der Wand. Die große Schwierigkeit war anfangs, auch für die Guten, der Umstieg vom Lehrbuch (damals Cursus Latinus I-III) auf die "echte" Lektüre. Das hat viele meiner Mitschüler zur Verzweiflung gebracht. Latein ist nicht gleich Latein für jeden. Für mich selbst war Caesar manchmal interessant, manchmal eine Quälerei in militärischen Beschreibungen. Die Reinheit und Klarheit des Lateinischen interessiert dich als Schüler zunächst nicht. Erst im LK-Latein, als das Übersetzen nicht mehr das Schwierige war, widmeten wir uns viel mehr der Antike, Philosophie und Geschichte, begleitet von Originalauszügen.

Das Lateinforum hier hat sich auch verändert: Schüler und deren Anfragen spielen kaum mehr eine Rolle. Der harte Kern ist geblieben in unterschiedlichster Zeit, in der er auftritt. Die Generation meiner Kinder beschäftigt sich mehr mit Whatsapp, Telegram usw. als mit Foren. Latein bleibt oft Mittel zum Zweck, die Berufswahl und das Interesse entwickeln sich meist zu etwas anderem.
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon ille ego qui » Sa 9. Nov 2019, 13:55

Ich war vielleicht - mit einigen wenigen hier - einer, der Caesars De Bello Gallico noch komplett in einem Schuljahr als Schüllektüre gelesen hat (damals Schönigh-Verlag mit Kommentarband).


Bombax! Ich wusste nicht - und hätte auch nicht gedacht -, dass das jemals irgendwo passiert wäre ;-)
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon Medicus domesticus » Sa 9. Nov 2019, 14:12

Da schauste, ille!
Ich kann mich noch gut erinnern als ich den Band von meiner älteren Schwester übernommen habe. Ich war damals froh, weil am Rand von ihr noch Bleistiftkommentare waren. Sie war ein Jahr über mir.
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Re: WIe lern ich das am besten?

Beitragvon ille ego qui » Sa 9. Nov 2019, 14:25

hahahae! optime!
Und, wie kam das bei der Klasse insgesamt an?
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