supersunt, Betonung

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Re: supersunt, Betonung

Beitragvon sinemetu » Do 19. Mär 2020, 15:57

Sapientius hat geschrieben:
Meine Einstellung:
Diese Sachen sind, wie sie sind.

Dagegen sträube ich mich, das ist ja ein "Offenbarungseid", eine "Bankrotterklärung" der philologischen Spracherschließung; so ungeschminkt sollte man nicht auf die Bühne treten!

Die einen wollen die Sprache verstehen, die andern, was da steht. Man muß nicht gegeneinander. Die Anliegen sind jeweils andere.
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Re: supersunt, Betonung

Beitragvon ille ego qui » Fr 20. Mär 2020, 10:01

Umgekehrt meine ich, man geht zu sehr vom Deutschen aus, wenn man meint, ein Vers bräuchte einen (Vers-) Akzent, um zu funktionieren. Eine quantitierende Dichtung benötigt eben keinen (eigens hinzugefügten) festen Akzent (ebenso wenig wie ein Vers in einer Sprache, in der eine silbenzählende Poesie gepflegt wird), um als Vers hörbar zu sein und bestehen zu können. Das Hörbeispiel sollte das beweisen. Man mag einen Iktus hinzufügen, aber man braucht ihn eben nicht. Und damit sind wir eigentlich schon bei Ockhams Rasiermesser ;-)
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