Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Beitragvon suetonius » So 24. Sep 2006, 15:34

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Beitragvon RM » So 24. Sep 2006, 16:05

Genau! Und, was lernen wir jetzt daraus? Vielleicht, daß man darauf hätte verzichten sollen, so viele Staatsdiener zu verbeamten - oder vielleicht den pädagogischen Teil des Lehramtsstudiums nicht unbedingt für den Lehrerberuf vorauszusetzen, damit man eine größere Auswahl an Studierten hat - oder die Hilfslehrer besser zu bezahlen, damit das für die "richtigen" Leute attraktiver wird?
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Beitragvon suetonius » So 24. Sep 2006, 16:19

nunja, die aktuelle ist ja positiv. Mit den Bachelor Studiengängen umgeht man ja schon mal den Anspruch der Studenten auf ein Refendariat!
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Beitragvon romane » So 24. Sep 2006, 16:49

RM hat geschrieben:
romane hat geschrieben:richtige Pädagogen oder 'richtge' Lateiner

Heus romane! Ich wußte nicht, daß sich das ausschließt ... ;-)
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Kein Ausschluss nur eine Frage - gibt es 'richtige' Lateinlehrer?
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Beitragvon nighean_neonach » So 24. Sep 2006, 18:14

RM hat geschrieben:oder vielleicht den pädagogischen Teil des Lehramtsstudiums nicht unbedingt für den Lehrerberuf vorauszusetzen


Öh, gerade das finde ich aber ziemlich wichtig... es gibt 'ne Menge "Fachidioten", selbst unter den normal ausgebildeten Lehrern, die zwar in ihrem Thema viel wissen, aber keine Ahnung haben, wie sie es an die Schüler vermitteln können.

Wenn ich bei meinen Nachhilfeschülern sehe, was die teilweise an Arbeitsblättern o.ä. bekommen, da sträuben sich mir die Haare. Viele Lehrer geben sich überhaupt keine Mühe in Bezug auf die didaktische Methode, die schmeißen den Schülern einfach ihren Stoff vor die Nase und gucken, was rauskommt :roll:
Vielen fehlt auch völlig das Verständnis für die verschiedenen Altersstufen, die da vor ihnen sitzen, und wie man mit denen umgehen sollte, welche Sachen bei 13jährigen, 15jährigen oder 18jährigen Leuten funktionieren oder eben nicht...

Wenn Quereinsteiger an die Schulen geholt werden, sollten die zumindest eine gründliche didaktische Schulung bekommen und ein bissel Info über Entwicklungspsychologie.
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Beitragvon RM » So 24. Sep 2006, 21:04

Schlechte Arbeitsblätter kenne ich von Lehrern mit pädagogischer Ausbildung auch. In manchen anderen europäischen Ländern braucht man als Gymnasiallehrer keine Pädagogik nebenbei zu studieren.
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Beitragvon RM » So 24. Sep 2006, 21:05

romane hat geschrieben:gibt es 'richtige' Lateinlehrer?

Ich dachte, Du wärst einer ... :shock:
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Beitragvon nighean_neonach » So 24. Sep 2006, 21:32

RM hat geschrieben:Schlechte Arbeitsblätter kenne ich von Lehrern mit pädagogischer Ausbildung auch.


Sage ich ja. Bei Leuten ohne pädagogische Ausbildung ist es aber erfahrungsgemäß eher noch schlimmer als besser.

In manchen anderen europäischen Ländern braucht man als Gymnasiallehrer keine Pädagogik nebenbei zu studieren.


Und ist deshalb dort der Unterricht besser? In GB zum Beispiel ist der Fremdsprachenunterricht eine Katastrophe. In Italien hatte ich auch den Eindruck, dass generell weniger im Unterricht lief als in Deutschland.
Ganz gut sieht es wohl in Skandinavien aus, aber dort sind die Lehrer auch gut ausgebildet.
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Beitragvon RM » Mo 25. Sep 2006, 08:20

Ein Brite braucht ja auch keine Fremdsprachen - er spricht ja schon eine ... :shock: :-o :P
In Italien ist nach PISA der Unterricht auch nicht schlechter als in Deutschland. Schlecht ausgebildet sind die Lehrer dort jedenfalls nicht.

Arbeitsblätter braucht man ja heutzutage nicht mehr unbedingt selbst zu gestalten - es gibt ja Verlage bzw. deren Autoren, die das schon übernehmen.
Der Erfolg skandinavischer Länder hat natürlich mehrere Gründe: Es wird sich intensiver um die Schüler gekümmert, vor allem um die schlechteren (s. Finnland), während in Deutschland immer noch das Selektionsprinzip angewandt wird - insbesondere in Bayern. Statt also die Kinder zu fördern, werden sie bei uns lieber nach Leistung sortiert (das ist einfacher). Andrerseits fehlt in den skandinavischen Ländern viel von dem kulturellem Ballast, den wir in Deutschland, Frankreich und Italien notgedrungen mitschleppen. Dadurch kann man sich in diesen Ländern leichter auf Fächer konzentrieren, die für PISA relevant sind.

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Beitragvon nighean_neonach » Mo 25. Sep 2006, 08:44

RM hat geschrieben:Der Erfolg skandinavischer Länder hat natürlich mehrere Gründe: Es wird sich intensiver um die Schüler gekümmert [...]


Joa, und das sind eben so Gründe für mich, nicht im deutschen Schulsystem arbeiten zu wollen. Ich schaue mir dieses System seit Jahren von außen an, bin als Nachhilfelehrerin ja quasi ständig damit beschäftigt, die Defizite dieses Systems auszubügeln (und verdiene zugegebenermaßen ganz nett dabei ;) ).

Was meinst du mit dem "kulturellen Ballast"?
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Beitragvon RM » Di 26. Sep 2006, 07:54

nighean_neonach hat geschrieben:Was meinst du mit dem "kulturellen Ballast"?
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Literatur, Musik und Geschichte. Auf diesen Gebieten haben es die skandinavischen - oder generell die kleineren Länder einfacher, sie können sich viel freier auswählen, was sie davon behandeln wollen und was nicht, während es gerade in Deutschland, Frankreich und Italien ein enormes Pflichtprogramm zu absolvieren gilt.
Aber warum nicht in Deutschland arbeiten? Man sollte immer da arbeiten, wo es noch Potential nach oben gibt. Man kauft ja auch nicht Aktien von einem Unternehmen, das bereits auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung steht ...
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Beitragvon nighean_neonach » Di 26. Sep 2006, 08:01

Das "Pflichtprogramm" könnte man ja auch mal entrümpeln. Passiert ja auch teilweise schon.

Was meinen Arbeitsplatz angeht: Das Thema hat sich eh erledigt. Mit meinem derzeitigen Studium gehe ich in die universitäre Lehre und Forschung - da hat man dann wenigstens Leute vor sich sitzen, die über die Pubertät hinaus sind. Denn ein Affenzirkus von dreißig 15jährigen ist mir - Lehrplan hin oder her - schlicht und einfach zu stressig :P
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Beitragvon RM » Di 26. Sep 2006, 18:43

nighean_neonach hat geschrieben:... Leute vor sich sitzen, die über die Pubertät hinaus sind. Denn ein Affenzirkus von dreißig 15jährigen

Na, dann viel Glück an der Uni ... ;-) Dort gibt es dann andere Dinge, über die man sich ärgern kann.
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Beitragvon Felix » Mi 27. Sep 2006, 14:50

Zu den Beiträgen weiter oben:
Schmeißt mir nicht Pädagogik und (Fach-)Didaktik durcheinander :)

Grüße,
Felix
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Beitragvon Felix » Mi 27. Sep 2006, 14:50

Herrlich, nun sind es die Beiträge der letzten Seite (weiter oben) ;)
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