Studiengebühren

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Studiengebühren

Beitragvon Eteokles76 » Sa 10. Jun 2006, 11:49

Hallo,

bei uns werden ab dem nächsten Semester Studiengebühren eingeführt - wie sicher bald überall. Insgesamt belaufen sich die Kosten dann für Estsemester auf knapp 800 Euro. Was haltet ihr davon? Halten euch die Studiengebühren evtl. davon ab euer Lieblingsfach oder überhaupt zu studieren?

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Beitragvon suetonius » Mi 21. Jun 2006, 18:53

nö, bei uns ins NRS werdens ja ca. 600€ (auch wenn ich nicht unbedingt hier studiere...). Aber es gibt ja immerhin ganz vernünftige Finanzierungsangebote.
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Beitragvon nighean_neonach » Mo 3. Jul 2006, 08:59

Ich mache ein Zweitstudium und zahle daher schon seit einigen Jahren die Gebühren für Langzeitstudenten.
Für mich persönlich ist es okay, da ich Freiberuflerin bin und mein Studium sozusagen mein "Hobby" ist, das ich mir mit meiner Arbeit finanziere. Monatlich 100 Euro sparen ist nun auch nicht so viel, es gibt Leute, die geben an den 4 Wochenenden eines Monats mehr für Alkohol und Parties aus.

Ich habe auch den Eindruck, dass die Langzeitgebühren einige Leute aus den Unis raushalten, die nur aus Langeweile eingeschrieben sind und sowieso nix auf die Reihe kriegen.

Andererseits finde ich gerade die Gebühren fürs Erststudium etwas bedenklich, denn es gibt eben nicht flächendeckend "vernünftige Finanzierungsangebote". Ja, es gibt wohl einige Kreditangebote von irgendwelchen Banken, aber da versucht mal, euch mit sowas wie Klassischer Philologie oder Historischer Sprachwissenschaft oder Archäologie drauf zu bewerben, die lachen euch doch aus. Das ist was für die BWL- und Jurastudenten, die "fit für die Wirtschaft" werden sollen und möglichst in den ersten 2 Jahren nach dem Studium mit ihren Manangergehältern den Kredit zigfach wieder ausgleichen sollen.
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Beitragvon Neni » Mo 3. Jul 2006, 16:24

das hört sich alles so schön an mit den krediten, ein studium ohne verdienst nebenher finde ich dennoch schwierig. eben diese vernünftigen finanzierungsangebote sind zwar "transparent", jedoch kann man die aufgeschobenen kreditrückzahlungen auch locker unterschätzen. ca. 40000 direkt als berufseinsteiger zu zahlen ist auch kein pappenstiel, zumal nicht gesagt ist, dass man mit abgeschlossenem studium auch den erwünschten beruf ausführen kann..mal ganz abgesehen davon, dass die eigene sache zunächst sowieso schlecht finanziert werden kann. hinzu kommt noch, dass eine immense finanzielle belastung schneller und vor allem überraschender kommt, als einem lieb ist.
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Beitragvon suetonius » Mo 3. Jul 2006, 19:58

Meine Aussage bezog sich auf das staatliche Finanzierungsangebot, was es m.E. wenigstens hier in Niedersachsen gibt.

Was ich bisher von den Banken gesehen habe, finde ich ekelerregend und abstoßend. Wie kann man nur arme Studenten zudem so ausnehmen. Es lohnt sich für mich bald eh nicht mehr zu studieren.
Lieber gleich in die Ausbildung und fertig. Was für Perspektiven.... :sad:

Es bleibt den Studenten wohl keine andere Möglichkeit, sich den Unterhalt nur Nebenjobs zu finanzieren...und wir alle wissen wie dünn diese Jobangebote momentan gesät sind.

Wie gesagt, momentan finde ich das alles sehr sehr abschreckend. Irgendwie wird man wohl rumkommen, aber ich hatte mir mein Studium ruhiger vorgestellt...armes Deutschland.
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Beitragvon Clemens » Fr 7. Jul 2006, 18:26

Sind die oben genannten Beträge pro Semester oder pro Jahr zu verstehen?
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Beitragvon nighean_neonach » Fr 7. Jul 2006, 22:28

Normalerweise werden diese Gebühren semesterweise angegeben. Ich bezahle als Langzeitstudentin 650 € Gebühr pro Semester plus den normalen Semesterbeitrag von ca. 140 €, den jeder Student zahlt.
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Beitragvon Clemens » Fr 7. Jul 2006, 22:37

Das ist ja ganz schön teuer bei euch...
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Beitragvon suetonius » Sa 8. Jul 2006, 14:40

wie gesagt, sollen es in NRS 600€ werden, aber wenn darauf noch die 140€ Standardgebühren kommen, werde ich noch ärgerlicher sein :(

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/ ... 430588.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Studiengeb%C3%BChr Wow, was ein Artikel!

http://www.studis-online.de/StudInfo/Ge ... deslaender
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Beitragvon akidalia » Sa 8. Jul 2006, 17:14

Ich habe schon ein Studium abgeschlossen, doch ich würde gerne nach meinem Referendariat ein Zweitstudium beginnen. Was mich allerdings daran hindern wird sind die Studiengebühren von 650€ pro Semseter. Ich kann mir das sehr warscheinlich nicht leisten, denn ich wohne nicht mehr zuhause und meine Eltern verdienen nicht so viel, dass sie mich unterstützen könnten. Für Leute, die wirklich studieren und lernen wollen sind die Studiengebühren ziemlich ärgerlich.
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Beitragvon !0verb0z! » Sa 8. Jul 2006, 19:13

kommt es für dich nicht in Frage die Finanzierungshilfen (-des Staates) zu nutzen?
Latein ist die späte Rache der Römer an den Germanen ! ;)
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Beitragvon juergen » Sa 8. Jul 2006, 20:06

Ich bin irgendwo in einem XL-Semester und zahle keine Studiengebühren (NRW). Man muß nur wissen, wie man es macht :P
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Beitragvon Eteokles76 » Sa 8. Jul 2006, 20:20

Also ich würde nach meinem in Kürze abgeschlossenen Bachelorstudium auch gerne noch weiter machen, am Liebsten so wie nighean es oben beschreibt. Welchen Job machst Du denn? Allerdings weiß ich nicht, ob ich das zeitlich und finanziell auf die Reihe bekomme so neben dem Beruf. Das ist bestimmt ein riesiger Spagat. Arbeiten gehen muss ich auf jeden Fall erstmal. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch brauchbare Fernstudiengänge für Indogermanistik/Klassische Philologie - was ich aber stark bezweifle...

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Beitragvon nighean_neonach » Di 19. Sep 2006, 10:11

!0verb0z! hat geschrieben:kommt es für dich nicht in Frage die Finanzierungshilfen (-des Staates) zu nutzen?


Gerade bei einem Zweitstudium ist da irgendwann nicht mehr viel mit Finanzierungshilfen... Bei mir sieht es so aus, ich bin schon seit einigen Jahren freiberuflich tätig, und als ich dann mein Zweitstudium angefangen habe, habe ich mich auch umgeschaut nach finanzieller Förderung. Es wäre aber im Endeffekt weniger dabei herausgekommen als ich mit meiner jetzigen Arbeit verdiene, und ich hätte dazu noch einen Haufen Papierkram, und wahrscheinlich die Pflicht, bestimmte Studienleistungen in bestimmten Zeiträumen nachzuweisen und all sowas. Das heißt, ich hätte weniger Einkommen und mehr Stress als jetzt, mit meiner Eigenfinanzierung. Dazu kommt, dass mein Mann irgendwann auch angefangen hat, voll zu arbeiten und der Staat dann wohl ihn herangezogen hätte - was für mich aber überhaupt nicht in Frage kommt.
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Beitragvon nighean_neonach » Di 19. Sep 2006, 10:20

Eteokles76 hat geschrieben:Also ich würde nach meinem in Kürze abgeschlossenen Bachelorstudium auch gerne noch weiter machen, am Liebsten so wie nighean es oben beschreibt. Welchen Job machst Du denn?


Ich unterrichte Sprach- und Computerkurse und gebe Nachhilfe. Ich arbeite 25-30 Wochenstunden, in den Semesterferien auch mehr (dann noch Büroarbeit), und gehe an ca. 2-3 Tagen (meist ein ganzer und zwei halbe Tage) zur Uni. Für mich funktioniert das soweit ganz gut. Ich habe natürlich oft sehr viel zu tun und lange Tage, aber ich will es ja so. Gelernt und gelesen wird meist in der Bahn (ich pendle, pro Strecke ca. eine Stunde). Finanziell komme ich klar, wobei man dazusagen muss, dass ich einen sehr lieben Mann habe, der den größeren Teil unserer Lebenshaltungskosten bezahlt und mir auch mal aushilft, wenn ich teure Bücher o.ä. brauche.
Ich hoffe darauf, nach dem ersten Abschluss direkt ein Promotionsstudium anzuschließen, das müsste dann aber über eine Stelle an der Uni finanziell abgesichert sein, denn da will ich nicht noch nebenbei so viel arbeiten... wird wahrscheinlich eher in GB oder Skandinavien stattfinden als hier in D.
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