Autodidakten: Latein

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Ludovicus » Fr 17. Jun 2011, 13:17

Naja weil man i.d.R. nicht so lernt. Aber wenn du damit lernen kannst, dann ist es gut.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon quamquam » Fr 17. Jun 2011, 13:47

Slon38,

letztlich nimm die Wortkunde, mit der Du am besten lernen kannst.
Die Vischer finden die meisten eher nicht so schön, weil sie verwirrend ist. Die Worte sind Alphabetisch und nach Wortfamilien aufgelistet und es kann sein, dass man mal auch was nicht findet. Da muss man dann wissen aus welcher Wortfamilie das Wort kommt. Außerdem ist der gesamte Aufbau etwas irritierend, die ganzen Zahlen, Dreiecke und Kreise sind nicht immer so leicht zu durchschauen, das irritiert viele.
Ich hab die Vischer zwar, weil ich sie für das Studium brauche, nutze sie aber auch nur für die Uni, eigentlich auch nur, wenn ich denn mal was nachschlagen will. Oft genug lasse ich sie dann aber dann auch einfach ungeachtet im Regal liegen, weil meistens eh jemand das Buch mit hat.
Andere Wortkunden sind Schülerfreundlicher aufgebaut. Die Wortkunde von Klett nach Sachgebieten angeordnet ist meine liebste Wortkunde, wenn ich mit einer lerne, weil die Worte logisch aufeinander bezogen sind und man nicht nach dem Alphabet lernen muss. Hinten im Anhang ist dann auch nochmal eine Liste mit den Worten, damit man auch ein aphatbetisches Verzeichnis hat und man wird auf die Lektion in der es steht hingewiesen. Außerdem wird man bei Worten mit Doppelbedeutungen auf das jeweils zusätzliche Sachgebiet hingewiesen.
Nachteil hier, man hat nur einen von Klett festgelegten Grundwortschatz, aber keinen Autoren- und Aufbauwortschatz. Die muss man sich einzeln dazu kaufen. Der von Cicero ist im übrigen ziemlich gut.
Alle Wortschätze, die ich von Klett kenne, haben zusätzlich noch Phrasen, die oft wichtig sind.
Außerdem kann man gezielt Wortfelder lernen, die man vielleicht gerade speziell braucht, weil man einen Text über das römische Leben, das Militär oder den Staat etc. übersetzen will.
Ich weiß, dass es einen von Langenscheidt gibt, wie der ist, weiß ich allerdings nicht.
Lern mit der Vischer, wenn Du meinst, dass Du damit gut zurecht kommst, aber es gibt auch Alternativen, die meines Erachtens besser sind. Im übrigen benutzt nicht jede Uni diese Wortkunde ;-)

Ich finde es auch gar nicht so doof als Autodidakt genauso einen Grundwortschatz zu lernen, das spart nämlich das ständige Nachschlagen. Und vielleicht will man als Autodidakt später noch etwas damit anstellen, das Latinum machen oder Latein noch studieren, da nutzt einem das Wörtbuch auch herzlich wenig :-)
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Slon38 » Fr 17. Jun 2011, 15:37

@ quamquam:
Ich hatte schon bemerkt, dass die Auswahl an Lehrbüchern aller Art riesig ist. Danke für deine umfangreiche Erläuterung zum Thema Wortkunden. Da meine im Moment ja nur geliehen ist, werde ich mich in nächster Zeit mal umschauen, was es da sonst noch so gibt (evtl. ein Wortschatzbuch von Reclam oder von Klett, aber keinesfalls Langenscheidt!) Allerdings empfinde ich die Vischer nicht unbedingt als abschreckend.

Nun muß ich aber noch eine ganz doofe Frage stellen: bei der Vischer steht ja unter Punkt 5 eine Erklärung zu den Zeichen vor den Stichwörtern - also für welchen Autor / Dichter bzw. welche Gruppe(n) davon das Wort wichtig ist oder ob es für alle wichtig ist. Steht das denn in jedem Wortschatzbuch dabei? Ist das relevant? Kann man nicht einfach auch Wörter lernen, ohne zu wissen für welchen Autor man die irgendwann mal brauchen wird? :? :nixweiss: Vielleicht kann mich da mal jemand aufklären...
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Ludovicus » Fr 17. Jun 2011, 16:16

Nein, das steht nur beim Vischer dabei.
Die meisten Wortkunden (z.B. Grundwortschatz von Langenscheidt oder Klett) basieren auf Untersuchungen, die die häufigsten Wörter bei den meistgelesenen lat. Autoren angeben (zwischen 1200 und 2200 Wörter).
Jedoch gibt es zu einigen Autoren Spezialwortschätze (zu Cicero und Caesar z.B. von Klett)
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon quamquam » Fr 17. Jun 2011, 20:27

Slon38 hat geschrieben:@ quamquam:
Ich hatte schon bemerkt, dass die Auswahl an Lehrbüchern aller Art riesig ist. Danke für deine umfangreiche Erläuterung zum Thema Wortkunden. Da meine im Moment ja nur geliehen ist, werde ich mich in nächster Zeit mal umschauen, was es da sonst noch so gibt (evtl. ein Wortschatzbuch von Reclam oder von Klett, aber keinesfalls Langenscheidt!) Allerdings empfinde ich die Vischer nicht unbedingt als abschreckend.

Nun muß ich aber noch eine ganz doofe Frage stellen: bei der Vischer steht ja unter Punkt 5 eine Erklärung zu den Zeichen vor den Stichwörtern - also für welchen Autor / Dichter bzw. welche Gruppe(n) davon das Wort wichtig ist oder ob es für alle wichtig ist. Steht das denn in jedem Wortschatzbuch dabei? Ist das relevant? Kann man nicht einfach auch Wörter lernen, ohne zu wissen für welchen Autor man die irgendwann mal brauchen wird? :? :nixweiss: Vielleicht kann mich da mal jemand aufklären...


Jeder empfindet diese Wortkunde anders. Wenn Du gut mit lernen kannst, dann lerne damit.

Lerne nur Worte, die Du wirklich brauchst, auf Vorrat lernen bringt Dir nichts, schon allein, weil die Vischer ca. 7000 Vokabeln kennt.
Für Deine Bedürfnisse wird die Wortkunde von Klett reichen (Grundwortschatz nach Sachgruppen), wenn Du dann Autoren wie Cicero und Caesar brauchst, kannst Du sie dazu kaufen.

Diese Analyse nach den meist verwendeten Worten wird für jede Wortkunde genutzt, ob sie so stimmt bleibt immer fraglich, denn jeder versucht für sich den Anspruch zu erheben, dass sie besser und genauer ist.

Vischer nutzen Studenten, weil sie von der Uni dazu aufgefordert werden, es gibt aber auch andere gute und ich weiß, dass Dozenten durchaus die Klett Wortkunde sehr gut finden ;-)

Nimm die, die Du willst, mit der Du Dich wohlfühlst, lerne aber die Wörter nicht stumpf runter, weil Dir das wenig bringt, Du kannst Dir niemals alle Worte merken und hinterher bleiben die hängen, die Du kaum brauchst, aber die Du öfter brauchst sind nicht abrufbar.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Slon38 » Di 21. Jun 2011, 14:43

So, ich habe mir jetzt mal den Klett Wortschatz zur Ansicht in meine Buchhandlung bestellt und beim Wörterlernen beschränke ich mich derzeit auf diejenigen, die in meinem Buch mit dem Kurztests (auch von Klett) bzw. im Grammatikbuch vorkommen. Trotzdem wundere ich mich ein wenig, dass es nicht das Ziel sein soll, möglichst viele Vokabeln zu kennen... :? :-o
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Di 21. Jun 2011, 15:24

Slon38 hat geschrieben:Trotzdem wundere ich mich ein wenig, dass es nicht das Ziel sein soll, möglichst viele Vokabeln zu kennen... :? :-o

Das wäre doch total unsinnig.
Natürlich ist es wichtig viele Vokabeln zu kennen,
so erspart man sich schon das geblättere im Wörterbuch... :book:
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Ludovicus » Di 21. Jun 2011, 15:30

Viatrix hat geschrieben:
Slon38 hat geschrieben:Trotzdem wundere ich mich ein wenig, dass es nicht das Ziel sein soll, möglichst viele Vokabeln zu kennen... :? :-o

Das wäre doch total unsinnig.
Natürlich ist es wichtig viele Vokabeln zu kennen,
so erspart man sich schon das geblättere im Wörterbuch... :book:

Ja, aber zuerst einmal sollte man den Grundwortschatz lernen.
Was bringt es dir, wenn du 7000 Vokabeln kannst, aber gerade mal 1200 brauchst um etwa 90% eines lat. Textes zu erfassen?
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Medicus domesticus » Di 21. Jun 2011, 15:40

Kleiner Tipp von mir:
Wenn ihr noch in der Lernphase Latein seid und noch mit einem Lehrbuch arbeitet, reicht der Wortschatz, der im Lehrbuch gebraucht wird. Wenn ihr dann mehr mit Latein anfangen wollt und ggf. richtige Lektüre (Caesar, Cicero usw.), dann müsst ihr spezieller lernen, auch Wortschatz ausbauen. Durch ein gutes Lehrbuch habt ihr dann schon einen gewissen Grundwortschatz, das Weitere würde ich der Lektüre anpassen.
Wichtig für die Lektüre ist auch Grammatiksicherheit, Konstruktionen beherrschen.
Ich weiß, dass ich mich jetzt leicht rede, da ich Latein in der Schule hatte.
Dann noch viel Durchhaltevermögen!
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Mi 22. Jun 2011, 14:56

Medicus domesticus hat geschrieben:Kleiner Tipp von mir:
Wenn ihr noch in der Lernphase Latein seid und noch mit einem Lehrbuch arbeitet, reicht der Wortschatz, der im Lehrbuch gebraucht wird.

Also ich lerne natürlich die Vokabeln nach dem Lehrbuch,
muss aber gestehen, dass ich zusätzliche Informationen mit lerne.
Ein Beispiel:
Die neue Vokabel im Lehrbuch lautet: sed
Dann suche ich diese Vokabel in meinem Karteikartensystem von dfn,
und wenn ich dort sed gefunden habe & weitere Vorschläge angegeben werden,
wie zum Beispiel non solum...sed etiam oder
non modo...sed etiam lerne ich diese gleich mit.
Sicher, gebraucht habe ich die zusätzlichen Informationen bisher noch nicht,
doch ich dachte mir "schaden kann es nicht"!
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Medicus domesticus » Mi 22. Jun 2011, 15:15

Das schadet natürlich nicht, Viatrix. Umso mehr Vokabeln und Bedeutungen man kann, um so besser. Ich meinte nur, dass ihr als Autodidakten vielleicht Schritt für Schritt vorgehen solltet, aber macht es am besten so, wie ihr das selbst für richtig haltet. Jeder lernt auch anders.
Weiterhin viel Spass und bei Fragen ist das Forum ja da.. :-D
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Mi 22. Jun 2011, 16:00

Medicus domesticus hat geschrieben:Das schadet natürlich nicht, Viatrix. Umso mehr Vokabeln und Bedeutungen man kann, um so besser. Ich meinte nur, dass ihr als Autodidakten vielleicht Schritt für Schritt vorgehen solltet, aber macht es am besten so, wie ihr das selbst für richtig haltet. Jeder lernt auch anders.
Weiterhin viel Spass und bei Fragen ist das Forum ja da.. :-D


Vielen Dank Medicus domesticus. :klatsch:
Fragen kommen sicher noch viele...
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Mi 22. Jun 2011, 16:01

Medicus domesticus hat geschrieben: Jeder lernt auch anders.


Das stimmt wohl, doch an Tipps und Anregungen bin ich immer interessiert. :book:
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Logi » Mi 22. Jun 2011, 19:42

Also ich habe mir vorgenommen, mein Tagebuch jetzt auf Latein zu führen. Bis jetzt geht es ganz gut. :D
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Mi 22. Jun 2011, 19:56

So weit bin ich leider noch lange nicht :(
(deine Idee finde ich aber klasse!).
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