Vokabeln

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Vokabeln

Beitragvon Sokrates » Fr 29. Jul 2011, 18:41

An alle Latinisten,

mit welcher Wortkunde lernt ihr im Studium Vokabeln, die meisten nehmen ja Vischer oder auch Klett. Gerade beim Vischer ist der Grundwortschatz aber enorm umfangreich, was meint ihr?
Und wie viel Wörter lernt ihr so pro Woche/Monat?

danke für eure Infos
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Re: Vokabeln

Beitragvon Quintus » Fr 29. Jul 2011, 19:37

Hallo Sokrates,

sicher, der Umfang der Vischer-Wortkunde schreckt am Anfang schon ab. Ich würde dir daher empfehlen, erst einmal die Klett-Wortkunde zu lernen, um eine ordentliche Vokabelbasis aufzubauen. Wichtiger wie stures Vokabellernen sollte eh das Übersetzen/Lesen lateinischer Texte sein. Dabei lernst du automatisch auch Vokabeln (unbekannte nachschauen - vll. gleich mit der Vischer als 'Lexikon'). Das gute daran ist, du lernt dabei die Vokabeln in einem Kontext und nicht nur als 'leblose' Bedeutungszuordnungen.
Natürlich ist Wörterpauken:-) wichtig, aber immer sollte das Lesen lateinischer Texte den Vorrang haben :-).

Viele Grüße,
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Re: Vokabeln

Beitragvon colocynthis » Fr 29. Jul 2011, 21:41

Sinnloses mechanisches Auswendiglernen mit einer Wortkunde kann ziemlich frustrierend sein. Wie Quintus bereits erwähnt würde ich beim Übersetzen unbekannte Wörter im Georges nachschlagen und gleichzeitig eine Phraseologie heranziehen, sodass Lernen in Kollokationen ermöglicht wird.
concordia parvae res crescunt, discordia maxumae dilabuntur.
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Re: Vokabeln

Beitragvon Martinus » Fr 29. Jul 2011, 22:18

WERBUNG: :hammer:

Schon mal unter den Buchtipps geschaut?

http://www.latein.at/pgs/buch/buchstw1.php?stw=Vokabel&zahl=58
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Re: Vokabeln

Beitragvon Richard84 » Sa 30. Jul 2011, 08:03

Du bist Student, nehm ich an.
Dann führt eigentlich kein Weg am Vischer vorbei.

Der Klett ist zu schmal, auch die Wortkunde von Hengelbrock ("Thesaurus" :lol: ) ist nur ein halber Vischer.

Prinzipiell ist das aber auch von deiner Uni abhängig.
In Münster wird der Vischer vorrausgesetzt, wohingegen z.B. in Osnabrück vor kurzem der Klett mit seinen 1800 Vokabeln ausgereicht hat, jetzt der Hengelbrock mit 3000 Vokabeln genommen wird.

Ich würde also einfach mal bei deinen Dozenten nachfragen, was verlangt wird.
ignorantque datos, ne quisquam serviat, enses.
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Re: Vokabeln

Beitragvon agricola » Fr 5. Aug 2011, 22:05

Ich fand als Student den Vischer nervig, aber im Nachhinein entpuppt er sich als hervorragendes Standardwerk. 'n paar Tipps, wobei diese natürlich vom Lerntüp abhängig sind:

1. Ich habe kurz vor den Examina vor allem Substantive gepaukt. Ist einfach leichter zu merken als Verben oder kleine Wörter und wenn man einen fremden Text hat, helfen Substantive ungemein: torpedo = Lähmung, Betäubung, vitulus = Kalb, cycnus = Schwan usw.

2. Auch Adjektive eignen sich gut zum Pauken.

3. Verben lernt man am besten, wie meine Vorredner schon gesagt haben, im Kontext und durch Nachschauen (Inkonzinnität) im Vischer, der viele tolle Erklärungen abgibt.

4. Eine Menge seltener (aber für's Examen geforderter) Vokabeln finden sich (constructio ad sensum) meiner Meinung nach bei Vergils Eklogen.

Ja, ich habe "Lerntyp" falsch geschrieben, hatte Lust dazu :hammer:

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Re: Vokabeln

Beitragvon Sokrates » Sa 6. Aug 2011, 10:04

Ich seh schon, Latein und Griechisch ist besonders was für Wörterfresser :book:
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Re: Vokabeln

Beitragvon Logi » Sa 6. Aug 2011, 13:36

Sokrates hat geschrieben:Ich seh schon, Latein und Griechisch ist besonders was für Wörterfresser :book:


Und für Grammatik-Fetischisten. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es soviel Wörter gibt, wo die Sprache doch schon eine gewisse Zeit nicht mehr gesprochen wird.
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Re: Vokabeln

Beitragvon Quintus » Sa 6. Aug 2011, 18:29

Hallo,

Logi hat geschrieben:Und für Grammatik-Fetischisten. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es soviel Wörter gibt, wo die Sprache doch schon eine gewisse Zeit nicht mehr gesprochen wird.


Solange ist es noch nicht her, das Latein an den Universitäten und in der gelehrten Welt eine bedeutend aktivere Rolle gespielt hat als heute. Und Latein ist ja immer noch die Amtssprache des Vatikan, vgl.

http://de.wikipedia.org/wiki/Latein

Viele Grüße,
Quintus
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Re: Vokabeln

Beitragvon Zythophilus » Mo 8. Aug 2011, 14:48

Logi hat geschrieben:Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es soviel Wörter gibt, wo die Sprache doch schon eine gewisse Zeit nicht mehr gesprochen wird.
Auch wenn Latein seit geraumer Zeit kaum mehr aktiv gesprochen wird, so muss man den Zeitraum berücksichtigen, in dem es Muttersprache der Römer, später dann Sprache der Gelehrten etc. war. Da kommt schon ein beachtlicher Wortschatz zu Stande.
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Re: Vokabeln

Beitragvon quamquam » Fr 12. Aug 2011, 12:02

Ich benutze den Vischer (Pflicht) und Klett. Ich mische das immer ein wenig. Vischer ist mehr so das Phase6 Werk, das Buch benutze ich dann eher selten, weil mir der Aufbau nicht gefällt. Die Klett schaue ich dann auch als Buch an und gebe die Zusatzwortschätze auch in Phase6 ein. Ansonsten lese ich halt, weil das am effektivsten ist. Natürlich bedeutet das viel Aufwand, aber man muss sich halt echt überlegen, ob man schnell und effektiv einen Wortschatz lernen möchte oder ewig nervig die Voks in sich kloppen will, mit mäßigem Erfolg.

Ich versuche täglich mindestens 100 Vokabeln zu lernen, wobei ich das aber mit Phase6 mache, wenn es um reines Auswendiglernen der Worte geht (außer ich habe halt keinen PC zur Hand). Aber ich mache das halt auch so, dass ich nicht die letzten 20 Vokabeln dann immer wieder abfrage, bis ich sie dann irgendwann richtig geraten habe. Das bringt nichts und sie kommen im nächsten Durchgang ohnehin nicht weiter, weil man sie ja doch wieder vergisst, sondern ich fülle das dann wieder mit 80 neuen Vokabeln auf, so dass immer nur 100 "aufgeweckt" sind. Phase6 erinnert einen ja auch immer daran wieviele Vokablen zur Abfrage ausstehen. Davon mache ich dann abhängig, ob ich noch neue hinzunehme oder nicht. Wenn mir bei den 100 die meisten sehr leicht fallen und ich die schnell abarbeite, weil es nur ein schnelles Abfragen ist, dann nehme ich noch neue 100 dazu, sonst fülle ich nur auf oder warte bis zum nächsten Tag. Wenn keine Vokabeln zur Abfrage anstehen, nehme ich 100 Neue hinzu. Da das Programm ja für mich routiert, kann ich das ganz gut steuern.

Ich lerne im übrigen damit nicht nur Vokabeln, sondern auch Pronomen, Stammformen etc..

Wenn man die Vokabeln auch erstmal alle in Phase6 hat, ist der Aufwand minimal, weil man alles steuern kann. Hat man mal keine Zeit, friert man sein Phase6 einfach für den Zeitraum ein und das Programm zählt die Tage nicht mit.
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