Das Lateinstudium

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

Moderator: e-latein: Team

Hairy Eyeball

Beitragvon Willimox » Fr 7. Jun 2013, 19:45

Jetzt mal nur so aside:

Bild

Die Typen, es sind die schlechtesten nicht, werden Lehrer oder Nicht-Lehrer,
Gemeint ist - überflüssig zu sagen - der Typ mit der Brille und welligem Haar.
Und: Solche verschrobenen Typen mögen Freising kennen und lieben oder auch nicht.

;-)

http://languagelog.ldc.upenn.edu/myl/Bi ... every4.gif
Zuletzt geändert von Willimox am Fr 7. Jun 2013, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Willimox
Dictator
 
Beiträge: 1971
Registriert: Sa 5. Nov 2005, 21:56
Wohnort: Miltenberg & München & Augsburg

Re: Das Lateinstudium

Beitragvon Medicus domesticus » Fr 7. Jun 2013, 20:14

Pyrrha hat geschrieben:Gut, man muss vielleicht nicht gleich das Rad neu erfinden, es gibt vielleicht auch einen Mittelweg. Vielleicht ist es auch gar nicht sooo nötig, direkt zu sprechen, meiner Meinung sollte es reichen, das lateinische Schreiben wieder in den Unterricht einzubauen....

Ich bin auch deiner Meinung. Eine komplette Umstellung auf "Lateinisch sprechen" sehe ich als nicht realistisch an, aber man kann es begleitend im Unterricht einbauen. Wer Latein als zweite Fremdsprache in Bayern hat, hat 5 Jahre Latein, wenn bis zum Abitur, 7 Jahre. Da ist schon Zeit da. Eine Crux ist auch, dass Deutsch-Latein abgeschafft wurde (Ich hatte es noch in den ersten 2 Lateinjahren). Man bekommt da schon ein besseres Gefühl für Latein. Andererseits muß ich sagen, dass wir damals im LK Latein eine gute Truppe waren, die mit der Grammatik eigentlich kaum mehr Probleme hatte und flüssig übersetzen konnte, so dass wir uns auch oft auf das Geschichtliche und das Drumherum/Interpretative konzentrieren konnten. Unser Lateinlehrer sprach auch im LK einmal pro Woche Lateinisch mit uns (bei aber auch 6 Stunden/Woche).
Ἔρος δ' ἐτίναξέ μοι φρένας, ὠς ἄνεμος κὰτ ὄρος δρύσιν ἐμπέτων.
Patria mea: http://tinyurl.com/j3oe3yn
Benutzeravatar
Medicus domesticus
Augustus
 
Beiträge: 6394
Registriert: Di 9. Dez 2008, 11:07
Wohnort: BGD - oppidum altis in montibus Bavaricis situm

Re: Das Lateinstudium

Beitragvon RM » Fr 7. Jun 2013, 22:51

Zythophilus hat geschrieben:Die vorgeschlagene Methode ist sicher nicht schlecht, nicht unbedingt neu, aber auch nicht der Stein der Weisen. Mit der knapp bemessenen Zeit, die im Lateinunterricht an einer Schule zur Verfügung steht, wird sie leider nicht viel bringen.

Ich biete immer noch an, es auszuprobieren. Wer von euch war eigentlich schon einmal in der Accademia Vivarium Novum in Rom oder in der Schola Nova in Belgien?

8) RM
RM
Augustus
 
Beiträge: 4522
Registriert: So 22. Sep 2002, 22:08
Wohnort: Bayern

Re: Das Lateinstudium

Beitragvon Zythophilus » Fr 7. Jun 2013, 23:07

Interessierten Personen, möglicherweis sogar mit Vorkenntnissen, mit der definitiven Absicht, etwas zu lernen, und der nötigen Zeit in relativ kurzer Zeit viel zu vermitteln, ist ja nicht das Problem.
Zuletzt geändert von Zythophilus am Sa 8. Jun 2013, 13:03, insgesamt 2-mal geändert.
Zythophilus
Pater patriae
 
Beiträge: 14852
Registriert: So 22. Jul 2007, 23:10
Wohnort: ad Vindobonam

Re: Das Lateinstudium

Beitragvon Pyrrha » Fr 7. Jun 2013, 23:14

Laptop: pädagogisch ausgerichtete lateinische Texte der Renaissance sfinden sich in den Colloquia z.B. des Erasmus, aber auch bei anderen Autoren; auch den Orbis Pictus des Comenius könnte man sich in der Schule durchaus ansehen.

Prudenti: In den oberen Klassen ging es, aber bei Caesar haben wir zu Beginn wirklich nicht mehr als drei Sätze pro Stunde geschafft, und im Gedächtnis ist mir geblieben, wie ich mich nach einer verpassten Lateinstunde nach dem Stoff erkundigen wollte und mein Mitschüler nicht den blassesten Schimmer hatte, was er da eigentlich gelesen hatte.

Zythophile: Du hast sicherlich Recht damit, dass Latein nicht 1-1 als modern Fremdsprache unterrichtet werden kann, wenn man innerhalb von zwei Jahren zur Lektürereife kommen will. Ein Experiment ware wirklich interessant - man muss ja nicht unbedingt Englisch als Vergleichssprache nehmen, sondern lieber eine slawische Sprache, das ist von der Komplexität her eher vergleichbar. Aber auch da würde ich wetten, dass ein Russischschüler nach vier Lehrjahren - trotz grammatikalischer Defizite - Tolstoj besser versteht als ein Lateinschüler Cicero. Zu einem gewissen Teil wirft das aber die Frage auf, was denn das Endziel des Lateinunterrichts sein soll - Latein zu können oder sich an Cicero versucht zu haben. Insgesamt tendiere ich zu einem Mittelweg, mit mehr Deutsch-Latein gerade in den Anfangsjahren, das dauert vielleicht ein bisschen länger, aber dafür liest man nachher doppelt so schnell.

P.S. Zytho: Dass der Konjunktiv immer erst so spät eingeführt wird, gefällt mir eigentlich gar nicht, und wenn ich mich selber in moderne Fremdsprachen einlese, kommt er immer so früh wie möglich dran.
Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?
Pyrrha
Censor
 
Beiträge: 704
Registriert: Sa 11. Aug 2007, 23:01

Re: Das Lateinstudium

Beitragvon RM » Sa 8. Jun 2013, 10:31

Pyrrha hat geschrieben:Aber auch da würde ich wetten, dass ein Russischschüler nach vier Lehrjahren - trotz grammatikalischer Defizite - Tolstoj besser versteht als ein Lateinschüler Cicero.

Der Satz gibt 3 Smilies: :) :) :) ! Genau das ist es, worüber sich Lateinlehrer Gedanken machen sollten. Also noch einmal: Wagen wir ein Experiment!

8) RM
RM
Augustus
 
Beiträge: 4522
Registriert: So 22. Sep 2002, 22:08
Wohnort: Bayern

Vorherige

Zurück zu Schule, Studium und Beruf



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste