Willendorf

Fragen zur Geschichte und Archäologie des griechisch-römischen Altertums

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Beitragvon Zythophilus » Di 23. Sep 2014, 22:09

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Beitragvon RM » Di 23. Sep 2014, 22:40

Soso, sie kultivierten sich in Gesprächen am Feuer ... :shock:
Aber, wenn Vitruv das schon festgestellt hat, dann stimmt es bestimmt!
Die vollständige Stelle ist übrigens diese hier:
Ergo cum propter ignis inventionem conventus initio apud homines et concilium et convictus esset natus, et in unum locum plures convenirent habentes ab natura praemium praeter reliqua animalia, ut non proni sed erecti ambularent mundique et astrorum magnificentiam aspicerent, item manibus et articulis quam vellent rem faciliter tractarent, coeperunt in eo coetu alii de fronde facere tecta, alii speluncas fodere sub montibus, nonnulli hirundinum nidos et aedificationes earum imitantes de luto et virgulis facere loca, quae subirent. Tunc observantes aliena tecta et adicientes suis cogitationibus res novas, efficiebant in dies meliora genera casarum.
(Vitr, Arch, 2, 1, 2)

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Beitragvon consus » Mi 24. Sep 2014, 16:25

Nebenbei:
Auch der im br so überzeugend auftretende Mythenkünder Michael Köhlmeier scheint um die heute noch bestehende Wirkung des Feuers beim Erzählen zu wissen: Das lodernde, zuweilen prasselnde, jedenfalls wärmende Element verbindet uns Zuseher und Zuhörer während des Vortrags auf faszinierende Weise mit dem genialen fabulator maximus.
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Beitragvon RM » Mi 24. Sep 2014, 18:32

Tja, und heute sieht man das Kaminfeuer immer öfter auf 60-Zoll-Flachbildschirmen flackern. Das war's dann mit der Lagerfeuerromantik. :wink:

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Beitragvon cultor linguarum antiquarum » Mi 24. Sep 2014, 18:41

Au ja, da passt der Fernseher bei mir zuhause mehr als viermal darauf...
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Beitragvon consus » Do 25. Sep 2014, 13:11

RM hat geschrieben:... und heute sieht man das Kaminfeuer...
Lauschte in der vergangenen Nacht nach des Tages Mühen und Plagen auf ARD-alpha Köhlmeiers Ausführungen über Apollon... Die dabei lodernden Flammen waren aber keineswegs in die Enge eines Kamins gebannt. Das feurige Schauspiel fand, wenn ich mich nicht täusche, auf einer Wiese statt, also doch etwas von Lagerfeuerromantik...
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Beitragvon iurisconsultus » Do 25. Sep 2014, 13:42

Köhlmeiers Podcast ist ständiger Begleiter meines iPhones. Sein großes Sagenbuch des klassischen Altertums kann ich aber aus sprachlichen Gründen nicht empfehlen. Da bevorzuge ich den Schwab und den Hederich. :D
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Beitragvon SursumDeorsum » Do 25. Sep 2014, 14:33

iurisconsultus hat geschrieben:Köhlmeiers Podcast ist ständiger Begleiter meines iPhones. Sein großes Sagenbuch des klassischen Altertums kann ich aber aus sprachlichen Gründen nicht empfehlen. Da bevorzuge ich den Schwab und den Hederich. :D


Also, am Strande von Stalis/Stalida hat mir besagtes Büchlein hervorragend getaugt :-D
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Beitragvon iurisconsultus » Do 25. Sep 2014, 15:08

Nun ja, de gustibus et coloribus non est disputandum. Das gilt wohl auch für den deutschen Stil, der mE immer blasser und auswechselbarer wird (meine Wenigkeit eingeschlossen). Ich lese daher privat nichts aus dem 20. und 21. Jhd, ausgenommen Nachrichten. Wer einmal Eduard Engels Deutsche Stilkunst (als Faksimile erhältlich)* gelesen hat, wird es mir nachempfinden können.

_______________________
* Ein grandioses Werk, das von Reiners grauslig plagiiert worden ist, sodass Engels fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist.
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Beitragvon Zythophilus » Do 25. Sep 2014, 21:38

Inter se uarios hominum differe solemus
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Beitragvon consus » Fr 26. Sep 2014, 13:44

iurisconsultus hat geschrieben:... Ich lese daher privat nichts aus dem 20. und 21. Jhd, ausgenommen Nachrichten. ...
Na, da schau her! Verzeihe diese Nebenbemerkung eines jetzt fürbass Erstaunten, doctissime Iurisconsulte: ... also auch nichts von Joseph Roth ("Radetzymarsch"), Arthur Schnitzler, Heimito von Doderer ("Strudlhofstiege"), Thomas Mann ("Zauberberg") u.a.m. Was mich angeht, so schätze ich aber auch das 19. Jh., da ganz besonders Adalbert Stifter...
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Beitragvon iurisconsultus » Fr 26. Sep 2014, 15:28

Servus conse!

Natürlich sind auch in der ersten Hälfte des 20. Jhd noch sehr geistreiche und kurzweilige Bücher geschrieben worden, insbesondere Stefan Zweig hat es mir bis heute enorm angetan; zudem kenn ich bei weitem nicht alles. Rein sprachlich aber erfreuen mich einfach ältere Texte mehr, bspw Luther, der frühe Goethe, Schiller, Schopenhauer, die Grimms, Büchner, Bismarck uvam. Die haben einfach mehr Charme. Da wird "sich" noch "empfohlen" und nicht bloß "verabschiedet", "junge Mädchen" heißen noch "Dirnen" usw. Da war die Welt eben noch in Ordnung. :lol:
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Beitragvon cultor linguarum antiquarum » Fr 26. Sep 2014, 17:46

Ich lese auch lieber ältere Bücher, gerade Thomas Mann, der zwar eine für heutige Verhältnisse lustige Rechtschreibung hat, aber sonst gut schreibt.
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Beitragvon cultor linguarum antiquarum » Fr 26. Sep 2014, 17:46

Ich lese auch lieber ältere Bücher, gerade Thomas Mann, der zwar eine für heutige Verhältnisse lustige Rechtschreibung hat, aber sonst gut schreibt. Es war ziemlich ungewöhnlich, zwischendrin wieder einmal etwas Neueres zu lesen. Bei neuerer Literatur kann ich für Freunde der mittelalterlichen Phantastik G. R. R. Martins Lied von Eis und Feuer empfehlen. Da übersetzte ein guter Übersetzer.
Zuletzt geändert von cultor linguarum antiquarum am Fr 26. Sep 2014, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon iurisconsultus » Fr 26. Sep 2014, 18:16

Ahja, wer der mE besten Metamorphosen-Übersetzung und -Lesung (Rösch/Boysen) lauschen möchte, dem sei dies hier wärmstens empfohlen:

http://m.youtube.com/watch?v=KguhtSwJ750
http://m.youtube.com/watch?v=Ke8ISXZEdx4

Ich habe noch nie eine Lesung wie diese gehört! Gänsehaut pur! Nicht zum Einschlafen geeignet!
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