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Beitragvon Neo » Mi 2. Dez 2020, 16:24

Hallo zusammen,
ich bitte darum, dass ein Admin meinen jahrelang nicht mehr benutzten Account löscht.
Vielen Dank im Voraus :)
Neo.
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Beitragvon Sapientius » Do 3. Dez 2020, 11:31

Hallo Neo,
bleib doch lieber bei uns!

Zuletzt fragtest du, wie man "Ursprache" ausdrücken könnte; ich würde vorschlagen: "lingua primitiva" oder "prima" einfach.

Für die jüdische Tradition war ja das Hebr. Ursprache, bis zum Turmbau von Babel.

Die Frage wird wohl zuerst aufgeworfen bei Herodot, dabei kam das Ägyptische als Ergebnis heraus; da wurde ein Test gemacht mit zwei neugeborenen Kindern, die ohne menschlichen Kontakt aufgezogen wurden und nur von Ziegen ernährt wurden. Dann musste man sie in der Ursprache reden hören, und sie sagten nur "Me", naturgemäß; das war ein ägyptisches Wort.
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Beitragvon marcus03 » Do 3. Dez 2020, 12:35

Sapientius hat geschrieben:da wurde ein Test gemacht mit zwei neugeborenen Kindern, die ohne menschlichen Kontakt aufgezogen wurden und nur von Ziegen ernährt wurden

Diesen Test bzw. seelische Grausamkeit würde kein Kind überleben.
Als „Marasmus“ wird gelegentlich auch der psychische Hospitalismus bezeichnet, das „Dahinwelken und schließliche Verlöschen“ (René A. Spitz 1978) von an sich gesund geborenen Kindern infolge totaler emotionaler Deprivation. Spitz nannte diesen Zustand „anaklitische Depression“. In früheren Zeiten starben bis zu 70 % der Findelkinder an diesem Zustand.[34] Hier spricht man auch von der Dekomposition.


Grausames Beispiel absurder und primitiver menschlicher Neugier. :(
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Beitragvon medicus » Do 3. Dez 2020, 13:00

Es gab wohl einen menschlichen Kontakt, der Ziegenhirt durfte nur nicht mit den Kindern reden.
Ein ähnliches Experiment hatte übrigens schon vor rund 2500 Jahren der ägyptische König Psammetich I. durchgeführt. Er setzte zwei neugeborene Kinder bei einem Ziegenhirten in der Wildnis aus, um die menschliche Ursprache zu erforschen. Der Ziegenhirte durfte mit den Kindern natürlich kein Wort reden, so waren deren einzige »Ansprechpartner« die Ziegen. Nach zwei Jahren war das einzige Wort, das die Kinder sprachen »bek bek« - eine Nachahmung des Meckerns der Ziegen.
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Beitragvon Sapientius » Do 3. Dez 2020, 20:42

... Beispiel absurder und primitiver menschlicher Neugier


Heute fragt man nicht mehr nach der Ursprache, aber warum nicht? Sind wir nicht mehr so primitiv oder neugierig?
Ich glaube, das hat eine ganz tiefe Ursache, da ist nichts Absurdes oder Primives darin; man konnte früher nicht anders; das Begriffsarsenal, das uns zur Verfügung steht, war noch nicht so entwickelt; Sprachen entstehen und entwickeln sich in einem Fluktuationsprozess, würden wir sagen, da hat es keinen Sinn, nach einem Anfangspunkt zu suchen, wechselnde Gleichgewichtszustände je nach Umwelt ...
Der moderne Denkstil ist verbal, der antike substantivisch; modern ist das Werden, die Entwicklung, vormodern ist das Sein, die Substanz. Die Sprache wurde als etwas Festes vorgestellt, musste also einen Anfang haben, und es war ganz natürlich, diesen Anfang, Ursprung aufzusuchen, um das Echte zu finden, an das man sich halten kann.
Andere Beispiele für dieses substanzhafte Denken: der "erste Beweger" des Aristoteles, bei ihm noch im Neutrum, später getauft im Maskulinum; die Planetengötter, die als Beweger gebraucht wurden; die "Säulen des Herkules", da musste ja einer das Himmelsgewölbe hochhalten; die Windgötter.
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Beitragvon Zythophilus » Fr 4. Dez 2020, 17:36

Ich ersuche euch, diese Diskussion anderswo weiterzuführen. "Sonstige Diskussionen" wäre eine Möglichkeit. Allerdings sollte auch mit der Zeit ein Bezug zu Latein kommen, wenn wir nicht in den Verdacht geraten wollen, hier mit zweierlei Maß zu messen.
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Beitragvon Sapientius » So 6. Dez 2020, 09:12

Jetzt werden wir mit unserer Diskussion vor die Tür gesetzt :-o , aber sie ist schon im Sande verlaufen, da brauchen wir nicht mehr zu überlegen, wohin wir sie verlegen.

Aber überrascht hat mich die Bemerkung, wir sollten erst einen Bezug zu L. suchen, wir sind doch ständig dabei; mit der Frage nach der substantivischen oder verbalen Denkmethode haben wir einen Bezug zum l. Satz, mit dem wir doch immer hantieren: Sollen wir den Satz nach dem Baukastenmodell verstehen, also substantivisch-dinglich: "Objekt steht neben Subjekt", oder sollen wir ihn verbal verstehen, dynamisch, nach dem Kraftfeld-Modell: "Kasusrektion steht neben Kongruenz-Bindung"?
Die gleiche Problematik auf anderem Gebiet: Sollen wir mit Planetengöttern rechnen oder mit Kräfteparallelogrammen?
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Beitragvon marcus03 » So 6. Dez 2020, 09:55

Sapientius hat geschrieben: Sollen wir mit Planetengöttern rechnen oder mit Kräfteparallelogrammen?

Das Wesen der Schwerkraft genau zu verstehen, die die Planeten(götter) auf ihren Bahnen
hält, dürfte interessanter sein. Doch mit Kräfteparallelogrammen kommt man da nicht weit
bei dieser geheimvollen Kraft, die alles zusammenhält und immer gewinnt, wenn es um
gigantische Ereignisse und Phänomene im Kosmos geht (schwarze Löcher, Sternexplosionen).
Was ist eigentlich das Innerste, das einen Satz zusammenhält? Subjekt und Prädikat, denke ich.
Der Rest schwirrt irgendwie mit und wird von beiden auf Bahnen gehalten, die zu erkennen
man Satzanalyse nennen könnte. :)
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Beitragvon consus » So 6. Dez 2020, 13:08

Zythophilus hat geschrieben:Ich ersuche euch, diese Diskussion anderswo weiterzuführen. "Sonstige Diskussionen" wäre eine Möglichkeit. Allerdings sollte auch mit der Zeit ein Bezug zu Latein kommen, wenn wir nicht in den Verdacht geraten wollen, hier mit zweierlei Maß zu messen.

Ich schließe mich Zythophilens Bitte mit Entschiedenheit an. :)
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Beitragvon Sapientius » Mo 7. Dez 2020, 17:19

Wenn man so bittet, dann kann man nicht widerstehen.

Marce, was machen wir jetzt, wo doch die Diskussion interessant wird?
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Beitragvon Tiberis » Mo 7. Dez 2020, 17:27

Sapientius hat geschrieben:Marce, was machen wir jetzt, wo doch die Diskussion interessant wird?

gibt es da nicht ein Forum mit dem schönen Titel "sonstige Diskussionen" ? :wink:
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