Studium- Chancen

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Studium- Chancen

Beitragvon Gast » So 10. Apr 2005, 18:08

Hallo!

Ich bin nun wirklich ernsthaft am Überlegen, ob ich Latein studieren soll.
Meine Wahl wäre ein Diplomstudium an der Uni Wien. Nicht sehr viel Studierende und sehr wenig Absolventen.
Frage: Wie stehen die Chancen, mit diesem Studium einen ordentlichen Beruf zu ergattern? Vorschweben würde mir da eine Stelle an der Akademie der Wissenschaften, nur: gibt es überhaupt Bedarf an Lateinstudenten? Wie würdet ihr das einschätzen?
Weiters überlege ich, ob ich denn nicht ein Doppelstudium Latein - Germanistik machen sollte... bessere Möglichkeiten? :?

Ich wäre hoch erfreut, wenn ihr mir irgendwelche Tipps geben könntet!

Lg, Cathrine
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Beitragvon Felix » Do 21. Apr 2005, 13:45

Wende dich am besten an eure Studienberatung -- die haben wohl zuverlässigere Informationen als du sie hier im Forum bekommen kannst. Im Grunde solltest du überlegen, ob dir die Sache auch wirklich zusagt. Ich weiß nicht wie es in Österreich resp. Wien ist, doch Germanisten gibt es doch genügend, oder?

Grüße
Felix
Lücken in der Grammatik, Probleme mit dem Übersetzen und den Hausaufgaben, schlechte Noten in Latein? Das muss nicht sein: http://www.lateinschueler.de
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Beitragvon Gast » Do 21. Apr 2005, 18:03

Die Studienberatungen beschönigen immer etwas, denn je mehr Studenten in ihrem Fach sind, desto sicherer ist ihr ARbeitsplatz.
Gast
 

Beitragvon Felix » Fr 22. Apr 2005, 12:55

Wir haben hier eine zentrale Studienberatung, die nichts zu beschönigen hat. Lass dir eben Zahlen nennen!
Lücken in der Grammatik, Probleme mit dem Übersetzen und den Hausaufgaben, schlechte Noten in Latein? Das muss nicht sein: http://www.lateinschueler.de
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Beitragvon peregrinus2002 » Fr 22. Apr 2005, 21:51

Leider hast du nicht gesagt, wo du später arbeiten möchtest. In Deutschland zum Beispiel werden in den nächsten Jahren die Einstellungschancen für Lateinlehrer (noch) recht gut sein.

Alles andere als ein Lehramtsstudium kann ich dir für die Fächerkombi Latein/Deutsch leider nicht empfehlen und alles andere wäre auch illusorisch. Ob man nun später promoviert, sich habilitiert, das alles ist meist noch nicht genug um eine Professur oder ähnliches zu ergattern; wir haben bei uns an der Uni immer wieder Privatdozenten (habilitierte Hilfskräfte), die keine Professur erhalten und dann recht undankbar für zwei Semester eingestellt werden, dann aber - sobald das Geld für das nächste Semester nicht genehmigt wird - entlassen werden und sich wieder an einer anderen Uni, meist ein einem ganz anderen Teil Deutschlands, bewerben dürfen und hoffen dürfen...

Lehramt hat den Vorteil, dass du später auch einen Abschluss hast, mit dem du etwas anfangen kannst und dir ist dadurch nichts verschlossen; viele meiner Profs haben als Lehrer gearbeitet, die meisten auf Lehramt studiert. Wenn du allerdings jetzt schon genau weißt, dass der Lehrerberuf keinesfalls etwas für dich ist, solltest du es die mit den beiden gewählten Fächern nochmals ernsthaft überlegen!
peregrinus2002
 

Beitragvon ResPublica » Di 26. Apr 2005, 19:39

Hallo!

Erst mal ein herzliches "Danke" für eure Antworten!
Ich konnte nicht schreiben, weil ich eine schulische Kulturreise in meine zweite Heimat, roma aeterna, unternahm und erst jetzt zurückkehrte.

Zu deiner Frage, Peregrinus, - ich habe nicht vor einen Lehrberuf zu ergreifen, alles, nur nicht das! *lach*
Ich hatte nun eine Woche Zeit genervte Lateinlehrer zu beobachten ;-)
Dass es wenig Chancen, und schon gar nicht außerhalb der Lehrberufe gibt, macht mir Sorgen... ich stellte mir die Zukunft eher in einem Museum oder einem wissenschaftlichen Institut vor: In einem kleinen Kämmerchen irgendwo alte Texte bearbeiten... DAS wäre mein Wunsch *g*

Was ich noch Fragen wollte: Wie wird das mit dem Graecum? Ist dies zu schaffen? Ich hatte nie Griechisch und fürchte, dass ich den Kurs nicht schaffe - gibt es irgendwelche Erfahrungswerte?

Doppelstudium Latein - Philosophie wirkt sich wohl auf die Berufschancen auch wenig aus, oder? Das wäre meine zweite Wahl gewesen...

Cathrine
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Beitragvon Clemens » Di 26. Apr 2005, 20:09

Wie wird das mit dem Graecum? Ist dies zu schaffen?

Ganz blöd gefragt: Gäb's sonst Lateinabsolventen?
Sicher ist es in zwei Semestern viel Arbeit, aber als halbwegs normaler Mensch (;-)!), der Latein mag, mag man auch Griechisch und wenn es bis Anfang Juli gar nicht klappen will, gibt es ja immer noch den Herbsttermin, auch wenn das heißt, dass du im Sommer mit Griechisch beschäftigt bist...so oder so - machbar ist es.
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Beitragvon ResPublica » Di 26. Apr 2005, 20:13

Seeeehr gut :D
Da ich mich als halbwegs normalen Menschen einschätze, Latein mag und ehre werde ich doch sicherlich auch Freude am Griechischen haben...
Sind wir denn nicht alle im Sommer mit altertümlichen Sprachen beschäftigt anstatt den Urlaub zu genießen und sich den leiblichen Genüssen hinzugeben? Ob jetzt eine Sprache mehr oder nicht, macht da keinen Unterschied ;-)
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Beitragvon Latein-Fan » Mi 27. Apr 2005, 16:43

Ich kann es nicht oft genug betonen: Unterschätzt das Griechischstudium nicht! Ich hatte es bis jetzt in der Schule und es hat mir immer genausoviel Freude bereitet wie Latein - jedoch gilt es, für das Fach insofern mehr Zeit mit Formenlehre zu verbringen, da es auch für mediale und passive Verbalendungen verschiedene Formen gibt - das ist auch nur ein kleiner Teil des Teils des Teils davon! Also wenn Griechisch gelernt wird, dann von Anfang an konzentriert und motiviert!


Gruß,
ein Latein-Fan
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Beitragvon Marcus » Mi 27. Apr 2005, 19:56

dann hab ich ja schon was verpasst mit meiner AG, 2x die Woche zur 0. Stunde, also vor regulärem Unterrichtsbeginn :>
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Beitragvon BoY19 » Mi 27. Apr 2005, 20:38

also ein studium in latein ist recht echt sschwer , würde ich sagen.
es wird veil mehr auf dich zu kommen, als zuvor. ich würde mich füt etwas anderes entscheiden.
es ist aber natürlich deine eigene entscheidung was du in deinem berufsleben machst, das ist klar. wenn du die fähigkeiten dazu hast, es zu machen. wenn du daran glaubst, dass du das machen kannst, dann mach es.
Aber ich würde an meiner Stelle, sowas nicht machen. Würde was anderes machen als Latein.

Wünsch dir noch viel Erfolg in deinem Berufsleben.
BoY19
 

Beitragvon ResPublica » Mi 27. Apr 2005, 21:16

Ich weiß, dass sehr viel auf mich zukommen wird, und dass vieles davon nicht leicht sein wird. Aber ich weiß auch, dass ich die nötigen Kompetenzen habe, bzw. die Energie und Lust sie mir noch anzueignen.
Ich zweifle nicht an meinem Willen, das Studium schaffen zu können.
Vor allem macht es mir Spaß - und das ist die Grundvoraussetzung für ein Studium, nicht nur Interesse, sondern auch Freude daran. Wohl interessiere ich mich auch für Naturwissenschaften, aber warum sollte ich nun zB Biologie studieren, wenn ich weiß, dass ich vielleicht mehr verdienen könnte, aber nicht glücklich wäre in meinem Beruf...

nein, nein - die Studiumwahl scheint die richtige zu sein ;-)
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Beitragvon peregrinus2002 » Mi 27. Apr 2005, 22:02

Ich denke auch, wenn du wirklich Spaß an Latein hast, dann solltest du es auch studieren. Wenn es dir nämlich nicht wirklich Spaß macht, dann wirst du die Durststrecken, die leider in jedem Studium dann und wann mal kommen, nur schwerlich durchstehen.

Das Graecum ist schaffbar, ich habs auch geschafft, obwohl mir das Griechische nicht wirklich lag. Jedoch sind solche ein- oder zweisemestrigen Kurse doch ziemlich heftig, stell dich da auf einiges ein. Aber schaffbar ist es, auch wenn man das anfangs nicht glaubt.

Was du dann genau mit den Fächern anfängst, zeigt sich meist ohnehin erst im Laufe des Studiums, dann, wenn du deine Schwerpunkte setzt und voll und ganz nach deinen Interessen studieren kannst. Und vielleicht begeistert der Lehrerberuf dich ja dann doch irgendwann ??
peregrinus2002
 

Beitragvon Pedanticus » Mi 27. Apr 2005, 22:06

Mir ging und geht es genauso. Allerdings überlasse ich das Zukünftige getrost der Zukunft. Woran ich momentan noch zweifle, das ist die Zweitstudienwahl. Ich schwanke zwischen klass. Archäologie, Alter Geschichte und Jus, tendiere aber eher zu den ersten beiden, da ich Jus nur als zweites Standbein, nicht aber aus Interesse studieren würde.
Pedanticus
 

Beitragvon Marcus » Mi 27. Apr 2005, 22:50

ich überlege alte geschichte/klass.philologie mit informatik zu kombinieren ;)
mich interessiert beides .. und mit einem von beiden sollte sich dann ja beruflich was machen lassen ;>
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