Autodidakten: Latein

Fragen zur Ausbildung rund um die alten Sprachen, ihrer Geschichte und ihrer Archäologie

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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Medicus domesticus » Mi 22. Jun 2011, 22:38

Logi hat geschrieben:Also ich habe mir vorgenommen, mein Tagebuch jetzt auf Latein zu führen. Bis jetzt geht es ganz gut. :D


Diese Idee finde ich wirklich klasse :-D Das trainiert aktives Latein. Das geht auch schon von Anfang an.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Mi 22. Jun 2011, 23:52

Medicus domesticus hat geschrieben:Diese Idee finde ich wirklich klasse :-D Das trainiert aktives Latein. Das geht auch schon von Anfang an.

Also ich traue mir das nicht zu.
Woher soll man denn wissen,
ob es vom Satzbau & der Grammatik her richtig ist? :?
Verbessern wird es wohl kaum jemand im Tagebuch... :lol:
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Logi » Do 23. Jun 2011, 19:54

Viatrix hat geschrieben:
Medicus domesticus hat geschrieben:Diese Idee finde ich wirklich klasse :-D Das trainiert aktives Latein. Das geht auch schon von Anfang an.

Also ich traue mir das nicht zu.
Woher soll man denn wissen,
ob es vom Satzbau & der Grammatik her richtig ist? :?
Verbessern wird es wohl kaum jemand im Tagebuch... :lol:


Also ich schreibe im Moment recht simple Sätze und was ich nicht zu 100% weiß, überprüfe ich mit Wörter- und Grammatikbuch.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Fr 24. Jun 2011, 13:42

Logi hat geschrieben:Also ich schreibe im Moment recht simple Sätze und was ich nicht zu 100% weiß, überprüfe ich mit Wörter- und Grammatikbuch.

Das finde ich klasse! :hammer:
Ich selbst traue es mir aber noch nicht zu...
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon chica27 » Fr 24. Jun 2011, 18:51

Ich auch :) , aber können wir nicht etwas sachlicher diskutieren und nicht immer nur darstellen, was wer mehr oder weniger kann?
Mich würde das zum Beispiel interessieren, wie ich in relativ kurzer Zeit das Bellum Gallicum von Caesar verstehen kann.
Mir liegt Prosa nicht so und heute mußte ich im Seminar erfahren, was das konkret bedeutet.
Ich habe es zwar in Unterschied zu den meisten Leuten geschafft nachzuvollziehen, was in etwa
( mache natürlich auch einige Fehler :nixweiss: ) die einzelnen Sätze bedeuten, jedoch macht mir der komplette Inhalt etwas Angst.
Man müßte ja rein theoretisch Cäsars Biographie kennen, um zu verstehen, was er explizit in den einzelnen Abschnitten so meint.

Hat hier vielleicht einer eine Idee, wie man umgehend an Textverständnis gewinnt?
Würde mich sehr freuen und entschuldigt wegen meiner zu langen Antwort. :oops:
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Logi » Mo 11. Jul 2011, 19:12

Ich hab mal wieder eine Frage: Können Gedichte ebenfalls beim Textverständnis helfen wie Prosatexte?

Ich habe für Cicero schon mal die ganzen Stilmittel wie Anapher, Alliteration, Asyndeton, Polysyndeton, Ellipse, Hendiadyoin angeeignet und angewendet und komme jetzt schon wesentlich besser mit seinen Texten zurecht wie bisher.

Bei Gedichten gibt es ja diese Versmaße. Sollte ich die für besseres Gedichtsverständnis ebenfalls lernen? Und kommen Gedichte eigentlich in der Latinumsprüfung dran?

GANZ wichtig: Kann ich die Versmaße auch für andere Sprachen anwenden?
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Pyrrha » Di 12. Jul 2011, 23:47

Logi: Versmaße können dir Auskunft über die Quantitäten geben, was hilfreich ist, um etwa einen Nominativ von einem Ablativ (domina vs. dominâ) unterscheiden zu können. Generell sind Versmaße wichtig, um Dichtung als Dichtung wahrzunehmen und weil sie zum Gesamtbild nun einmal dazugehören. Für die reine Übersetzung sind aber andere Dinge vielleicht wesentlicher. Zum einen solltest du dich un der Formenlehre sehr gut auskennen, da die Wortstellung i.A. noch deutlich freier ist als in Prosa. Je nach Versmaß gibt es bestimmte Vorzugsstellungen für Hyperbata, im Pentameter etwa jeweils die letzten Wörter der beiden Glieder. Dazu kommen poetische Formen und Vokabeln (deûm anstatt deorum, -îs statt-ês in der Endung).
Ja, die lateinischen Versmaße können in gewissem Umfang in anderen Sprachen relevant sein. Hölderlin z.B. hat sich ihrer bedient, Goethe hat lange Versepen in Hexametern geschrieben, Klopstock hat sich sogar eigene Versmaße ausgedacht. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass die deutsche Sprache anders strukturiert ist und Ikten setzt, wo das Lateinische Längen hat. Auch ist die Dichtung in antiken Versmaßen im Deutschen verbreiteter als in anderen Sprachen, es gibt ein paar wenige italienische Versuche, am ehesten ist sie noch in quantifizierenden Sprachen vorhanden, so gibt es einige Werke aus der tschechischen Romantik, die metrisch gehalten sind, ebenso existiert metrische Dichtung im Ungarischen und im Finnischen. Ich glaube allerdings nicht, dass dies der Grund deiner Frage war.

Chica: Entschuldige die späte Antwort; deine Frage bezieht sich auf ein Problem, das sich jedem stellt, der Literatur liest, die in einer zeitlich und räumlich fremden Lebens- und Erfahrungswelt entstanden ist. Die Kriegsberichte Napoleons zu verstehen wäre vermutlich inhaltlich auch nicht einfacher. Deswegen sei nicht allzu frustriert, wenn du den Hintergrund nicht im Kopf hast; die Dozenten sollten sich dieser Schwierigkeit bewusst sein und die Hintergrundfakten in den Seminarsitzungen nachliefern. Wenn nicht: fragen! Und falls es dich genauer interessiert, versuch, eine Zusammenfassung zu finden, oder sieh in der Übersetzung nach. Reclam hat oft ganz gute Vor- und Nachworte.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon chica27 » Mi 13. Jul 2011, 23:33

Hi Pyrrha,
ich danke dir für deine zahlreich hilfreichen Informationen :) Ich habe mir schon das ein oder andere Nachwort in den von dir erwähnten Reclam Werken angeschaut und gewissermaßen bin ich schon zufrieden mit, aber was ich konkret bemängele, sind meiner Meinung unzusammenhängende Fakten, die ich mir als Anglistikstudentin nicht in der Kürze der Zeit vergegenwärtigen kann und deren Zusammenhang sich erst nach dem parallelen Lesen von zahlreichen Lexika und Schulbüchern sich mir einigermaßen erschließt.

Leider haben wir auch in dem Moment keinen Dozenten in dem Kurs ( der hatte einen Knochenbruch und ist vor sechs Wochen ausgefallen) und der Tutor vertritt ihn schon die ganze Zeit. Er macht seine Sache auf seine spezielle Art und Weise schon ganz gut, aber aus Zeitmangel liefert er einem kaum Informationen, welche man meiner Meinung nach benötigt, um überhaupt einen galanten Einstieg in die Lektürephase finden zu können.
:x
Heute kam Seneca dran und mir wäre es wirklich zu wissen, wie man sich effizient generell das Vokabular dieser Autoren wie Seneca, Cicero und Sallust aneignen kann ohne sich stark zu verzetteln. Ich habe zuhause einen Wortschatz von Cicero, aber ich habe mir neben dem Vokabellernen vorgenommen auch nur wirklich die Vokabeln zu lernen, die wir aktiv in den Texten bearbeitet haben, da ich ja irgendwo aus zeitlichen Gründen auch Abstriche machen muß. Oder würdest du mir etwas anderes in dem Fall raten? :verwirrt:

Ich habe so meine Befürchtungen, dass ein seltener Text von Seneca in der Klausur dran kommt und mich würde es interessieren, wie man generell schnell bestimmte Wörter übersetzen kann ohne dabei zu straucheln. Der Tutor meinte, dass man sich das ganz gut herleiten könne. Naja, dabei kann man auch sehr schnell daneben liegen, oder? :grouphug:
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » So 7. Aug 2011, 19:12

Ludovicus hat geschrieben:Ich habe mal einige Vorschläge:
1. Chattermin: Sonntag (Nachmittag oder Abends, wöchentl. Abstimmung) So abend ab 19 Uhr???
2. Gruppen: Evtl. sollte man zwei Gruppen machen (Anfänger und Fortgeschrittene)
3. Ein einheitliches Lehrbuch ist wohl eher nicht machbar, jedoch könnte man eine Literaturliste mit Empfehlungen erstellen und zukünftige Anfänger könnten mit dem gleichen Lehrbuch arbeiten.
Weitere Ideen?

19 Uhr finde ich persönlich eine sehr gute Uhrzeit. Wie sehen die anderen das?

Offensichtlich hat es sich mit dem Lernchat Sonntags erledigt. :?
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Ludovicus » So 7. Aug 2011, 19:17

Viatrix hat geschrieben:
Ludovicus hat geschrieben:Ich habe mal einige Vorschläge:
1. Chattermin: Sonntag (Nachmittag oder Abends, wöchentl. Abstimmung) So abend ab 19 Uhr???
2. Gruppen: Evtl. sollte man zwei Gruppen machen (Anfänger und Fortgeschrittene)
3. Ein einheitliches Lehrbuch ist wohl eher nicht machbar, jedoch könnte man eine Literaturliste mit Empfehlungen erstellen und zukünftige Anfänger könnten mit dem gleichen Lehrbuch arbeiten.
Weitere Ideen?

19 Uhr finde ich persönlich eine sehr gute Uhrzeit. Wie sehen die anderen das?

Offensichtlich hat es sich mit dem Lernchat Sonntags erledigt. :?

Nein! Wir können das sehr gerne wieder machen.
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Pyrrha » So 7. Aug 2011, 21:48

Entschuldige, Chica, dass ich erst jetzt antworte, aus irgendeinem Grund hatte ich deinen Beitrag nicht gesehen.
Bezüglich Vokabeln kann ich dir keine Tips geben, ich selber habe nach der Lehrbuchphase nur sehr selten gezielt Vokabeln gelernt. Das mag aber eher daran liegen, dass ich nur auf halbkonventionelle Art Latein gelernt habe. Wenn du dir beim Unformulieren oder Herleiten eines Wortes/Ausdrucks nicht sicher bist, schreib in Klammern die Grundbedeutung(en) dazu. Klausuren sollten in der Regel nicht schwerer sein als die zuvor durchgenommenen Texte. Aber wahrscheinlich kommt die Antwort für deine Senecaklausur eh zu spät...
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Viatrix » Di 9. Aug 2011, 00:45

Ludovicus hat geschrieben:
Offensichtlich hat es sich mit dem Lernchat Sonntags erledigt. :?

Nein! Wir können das sehr gerne wieder machen.

:klatsch: Gut zu wissen. :)
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon chica27 » Sa 3. Sep 2011, 16:50

Mittlerweile habe ich eine ganz gute Lösung gefunden, was mir das Vokabellernen doch deutlich erleichtern könnte. Auf der Seite super-spanisch. de habe ich einen privaten Vokabeltrainer (eignet sich auch für Englisch, Spanisch) entdeckt, wo man sowohl Vokabeln aus dem vorgegebenen Grundwortschatz lernen kann und auch das Hochladen eigener Vokabeln ist damit möglich. :)
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Logi » Di 27. Sep 2011, 20:55

So, nach dem Cicero-Schock habe noch mal intensiv nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich intensiver mit Satzarten und deren Subjunktionen beschäftigen sollte.

Deklinationen und Konjugationen sind kein Thema, Vokabular trainiere ich ständig, Stilmittel habe ich gelernt und kann sie auch finden. Gibt es neben den Satzarten noch etwas, was ich lernen kann, um Cicero endlich korrekt zu übersetzen?
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Re: Autodidakten: Latein

Beitragvon Medicus domesticus » Di 27. Sep 2011, 21:08

Salve Logi,
Wie in einem anderen Thread schon gesagt, ist bei Cicero "Standfestigkeit" im Vokabular, Konjugationen, Deklinationen, Satzkonstruktionen eine wichtige Grundvoraussetzung.
Was oft unterschätzt wird: Der Hintergrund, geschichtlich und philosophisch. Das Verständnis und die richtige Wortwahl ist oft ein Problem für Cicero- Anfänger, da sie den Hintergrund von dem , was sie übersetzen, nicht verstehen. Bei uns in der Schule damals war das anders: Man beschäftigte sich in der Originallektüre damals mit dem Werk und dessen Geschichte. Natürlich auch manche Schüler mehr oder weniger.. ;-)
Vale.
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