die Heliaden

Korrektur und Hilfestellungen bei Übersetzungen für die Schule und das Leben sowie deutsch-lateinische Übersetzungen für Nichtlateiner

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Re: die Heliaden

Beitragvon ille ego qui » Mi 27. Dez 2017, 15:24

an peccavi, cum scripsi hydato- ?
patefac, sodes, mi Conse, qua ratione talia verba compantur ac conformentur!
Vale!
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Re: die Heliaden

Beitragvon medicus » Mi 27. Dez 2017, 15:33

Bei dem von consus zitierten Hydrophilen handelt es sich ja um einen wasserliebenden Käfer. Womit wir wieder am Ursprung meiner Anfrage mit dem Titel "die Heliaden" wären.
Möge Zythophilus noster von dieser Metamorphose verschont bleiben!
Zuletzt geändert von medicus am Mi 27. Dez 2017, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Mi 27. Dez 2017, 16:37

Est aqua amanda mihi, nam puris est opus undis,
humor uti possit lege iubente coqui.
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Re: die Heliaden

Beitragvon marcus03 » Mi 27. Dez 2017, 17:08

ille ego qui hat geschrieben:verba compantur

Verbum compendi mihi notum adhuc non fuit. ;-)

medicus hat geschrieben:Möge Zythophilus noster von dieser Metamorphose verschont bleiben!

Qui cervisiae amans Nasonem imitatur adeo perfectissime , ne miretur, si quo die in figuram mutetur aliam e.g. in "aquae vitae turdum"!
:lol:
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Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Mi 27. Dez 2017, 18:03

Haec metamorphosis nobis satis una superque:
Mollis in humorem uertitur arte Ceres.
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De iunctura compositionis

Beitragvon consus » Mi 27. Dez 2017, 18:36

ille ego qui (scripsit / hat geschrieben:an peccavi, cum scripsi hydato- ?
patefac, sodes, mi Conse, qua ratione talia verba componantur ac conformentur!...

Christiano sal.
Non peccasti, amice. Quam paucissimis verbis rem mihi liceat absolvere:
In lingua Graeca iunctura quae vocatur compositionis, id est locus quo duo verba in unius verbi corpus coalescunt, persaepe ŏ littera denotatur; nam vocabula primitiva ex quibus priores partes verborum compositorum constant crebro in ŏ litteram exeunt. Quo factum est ut ὂ μικρόν fieret quasi commune signum compositionis, idque neglecta linguae historia!* Cf. ψυχο-πομπός (ψυχή), φυσι-ο-λόγος (φύσις). Cf. signum compositionis Theodiscum -s- : Station-s-vorsteher (die Station), Liebe-s-brief (die Liebe), Gewährleistung-s-anspruch et alia multa eiusdem generis.
Neque tamen silentio praetermittendum esse censeo esse etiam duplices compositionis modos: ὑδατο-δόχος vel ὑδρο-δόχος (auqam recipiens vel tenens), ὑδρο-φόρος (aquam ferens), ὑδατο-πότης (aquam bibens) et alia eiusdem generis.
Vale.
__________________________________________________________________________________
* Cf. Wilhelm Brandenstein, Griech. Sprachwissenschaft II, Wortbildung und Formenlehre, Berolini MCMLIX, p.11.
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Re: die Heliaden

Beitragvon ille ego qui » Mi 27. Dez 2017, 18:51

maximas tibi gratias ago, Conse, cum pro omnibus explicationibus tum pro exemplis allatis :-)
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Re: die Heliaden

Beitragvon Lychnobius » Mi 27. Dez 2017, 22:57

Woran mag es eigentlich liegen, dass in der Neuzeit bei gräzisierenden Bildungen mit dem Kompositionsglied -phil- dieses bevorzugt an die zweite Stelle gesetzt wird (wie bei der Käfergattung Hydrophilus), während es ja bei den Griechen selbst überwiegend an der ersten Stelle stand (so, wenn Aristoteles das Pferd wasserliebend nennt: φίλυδρος)?
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Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Mi 27. Dez 2017, 23:17

Ich mutmaße einmal, dass man das tut, damit das, worum es geht, an erster Stelle steht. Somit ist es auch ein bisschen leichter zu ordnen, als wenn man eine ganze Reihe von Ausdrücken mit "phil-" am Anfang hat.
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Re: die Heliaden

Beitragvon ille ego qui » Mi 27. Dez 2017, 23:25

immerhin beschäftigen wir uns bis heute mit der "Philologie", nicht mit der "Logophilie" - obwohl das Wort "Philologie" ganz anders gedacht ist als all die anderen "-logien" (= Lehre von ...), in die sie sich nur ganz scheinbar einreiht.
Tatsächlich muss die semantische Struktur von Komposita mit -phil- am Ende uns von den modernen Sprachen unseres Kulturkreises her recht fremd erscheinen. Im Deutschen beispielsweise lassen sie sich absolut nicht nachahmen.
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Re: die Heliaden

Beitragvon Sokrates » Mi 27. Dez 2017, 23:43

Salvete /Χαίρετε,

dass sich das Omikron als eines der Standardgelenke eines Kompositums herausgebildet hat, unabhängig vom Stamm des Nomens, hat Consus schon hervorragend dargelegt. Bei verbalen Rektionskomposita konkurrieren klassisch-griechisch in der Tat Voranstellung des regierenden Teils und Nachstellung desselben. Mithin wird auch der bloße Akzent in seiner Stellung distinktiv: das Paroxytonon aktivisch θηροτρόφος (vom guten Christenmenschen, der zur Weihnacht den Viechern Fressen darbringt), das Proparoxytonon θηρότροφος passivisch (etwa Romulus)
Dass in der Phase der neuzeitlichen Rückbesinnung eine klarer Überschuss von Komposita genannten Typs mit verbalem Teil im Hinterglied über die Inversen derselben zu beobachten ist, hat offensichtlich sprachpsychologische Gründe: mir ist keine europ. Sprache bekannt, die einer Zusammensetzung, in der der regierende Teil voransteht, den Vorzug gäbe, ja, die so geartet ist, dass sich überhaupt eine Wahl eröffnete.

Lexikographische Gründe würde ich hier nicht aufrufen.
LG,
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Re: die Heliaden

Beitragvon Zythophilus » Do 28. Dez 2017, 01:18

ille hat geschrieben:Immerhin beschäftigen wir uns bis heute mit der "Philologie"
philologia ist wie z.B. philosophia schon eine antike Bildung. Neuzeitlich scheint mir hingegen Philharmonie zu sein.
Wisschenschaften werden in der Neuzeit eher mit -logie gebildet - die Philologie wäre wohl eine "Logologie". Im Deutschen kann man ähnliche Bildungen mit "-lieb" finden (e.g. "tierlieb").
Moderne Bildungen mit -phil oder -philie bezeichnen Vorlieben (e.g. "bibliophil"), die aber auch ins Pathologische (e.g. "nekrophil") gehen können.
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Re: die Heliaden

Beitragvon Lychnobius » Do 28. Dez 2017, 01:50

Danke für die Überlegungen! Die Komposition folgt im Deutschen tatsächlich einer klareren Regelung als im Altgriechischen.
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