Reste von Vokalharmonie im Deutschen

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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Stomachatus » Sa 8. Jun 2019, 09:56

sinemetu hat geschrieben:@Prudentius
unterscheide bitte zwischen Vokalharmonie im engeren Sinne und im weiteren Sinne, wie bei Wiki dargelegt. Es geht hier um letzteres ....


IM VÖLLIG ENTSTELLTEN SINNE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Zythophilus » Mo 10. Jun 2019, 08:38

Sehr viele der aufgezählten Völkernamen werden durch im Grunde lateinische Suffixe gebildet. Bei den nur adaptierten antiken Namen müsste diese "Vokalharmonie" also schon vor 2000 Jahren den Ausschlag gegeben haben.
Es gibt Kriterien für die Bildung, und möglicherweise wurde für damalige Ohren seltsam Klingendes vermieden, aber eine Vokalharmonie entschied nicht, ob die Bildung mit -anus, -ensis, -inus oder einem anderen Suffix erfolgte.
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon sinemetu » Mo 10. Jun 2019, 11:03

Zythophilus hat geschrieben:Sehr viele der aufgezählten Völkernamen werden durch im Grunde lateinische Suffixe gebildet.

unwidersprochen..
Zythophilus hat geschrieben: Bei den nur adaptierten antiken Namen müsste diese "Vokalharmonie" also schon vor 2000 Jahren den Ausschlag gegeben haben.

Ja, wenn der Begriff Vokalharmonie stört, können wir auch von Sprechökonomie reden. Was die adaptierten Namen betrifft, wie die Liste zeigt, kann die Adaption ja vielerlei Dinge bewirken. Eines ist jedenfalls sicher, daß nämlich die gebildete Etymologie ausser bei der Orthografie, die ja Ausfluss gebildeter Köpfe, in der lebendigen Entwicklung der Sprache nicht viel zu sagen hat.
Zythophilus hat geschrieben:Es gibt Kriterien für die Bildung, und möglicherweise wurde für damalige Ohren seltsam Klingendes vermieden....

.. wo möglich zu jeder Zeit unter allen Umständen
Zythophilus hat geschrieben:, ....aber eine Vokalharmonie entschied nicht, ob die Bildung mit -anus, -ensis, -inus oder einem anderen Suffix erfolgte.

Unwidersprochen, aber die Sprechökonomik entschied, ob der Bindevokal a (dunkel) lautete -anus oder i (hell) -inus. Nur, wo kein semantischer Druck auf einem Vokal lag, weil der weder zur Wurzel des Stammes, noch zur Wurzel der Endung gehört, und wo beide Möglichkeiten grammatisch möglich sind, tritt - ich spreche jetzt von schwacher Vokalharmonie - diese schwache Vokalharmonie in Aktion. Soweit ich sehe, ist im Lateinischen nur bei den Endungen -anus/-inus dies möglich. Es muß also Romanus und Rem(in)us* > Remus heißen. Aber hier könnte man diskutieren, das a von Roma gehöre noch zum Stamm, deshalb nehmen wir als idealtypische Beispiele Benediktinus und Petrus Capuanus oder den des Hunnenfürsten Capranus.
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Stomachatus » Mo 10. Jun 2019, 18:31

Na, sinemetu, sag mal,
auch "asinus", "asi" +"inus", Völkername für diejenigen, die aus einem Asi-Land kommen?

sinemetu:
SCHNAUZE!!!!!!!!!!!
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Tiberis » Di 11. Jun 2019, 10:22

sinemetu hat geschrieben:aber die Sprechökonomik entschied, ob der Bindevokal a (dunkel) lautete -anus oder i (hell) -inus

soso.dann erkläre uns mal, worin sich die "Sprechökonomik" in Wörtern wie Latinus und Padanus unterscheidet. :D
Wenn du dich ernsthaft mit den Suffixen der Ethnika auseinandersetzen möchtest, lies zuerst einmal E.Seyfried, Die Ethnika des alten Italiens; Zürich 1951. Dann wirst du bald erkennen, dass ganz andere Kriterien die Art der Suffixe bestimmen. Von "Sprechökonomik" ist dort jedenfalls nichts zu lesen.
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon marcus03 » Di 11. Jun 2019, 10:44

sinemetu hat geschrieben: Sprechökonomie r

Sprachökonomie ?? :?

https://de.wikipedia.org/wiki/Sprach%C3%B6konomie
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon sinemetu » Di 11. Jun 2019, 11:12

marcus03 hat geschrieben:
sinemetu hat geschrieben: Sprechökonomie

Sprachökonomie ?? :?
https://de.wikipedia.org/wiki/Sprach%C3%B6konomie


Hallo Marcus 03,
Sprachökonomie meint: " ist eine der Ursachen für Sprachwandel. Man versteht unter Sprachökonomie die Neigung von Sprecher und Hörer, auf Sprachformen so einzuwirken, dass die Kommunikation zwischen beiden gewährleistet ist bei einem für beide möglichst geringen Aufwand."
Quelle: siehe oben

Ich fasse den Begriff enger: Statt "Sprachformen" setze ich "....auf die lautliche Gestalt des Wortes" so einzuwirken, ....
Sprachformen sind unter anderem Satzbau, überhaupt Argumentationsstruktur etc. Ich spreche deshalb von Sprechökonomie, weil wirklich die Spreche gemeint ist, also nur der Teil der Sprache, der den Sprechapparat bedient, unter Absehung all der höheren Sprachelemente, die die geistige Bearbeitung des zu Sagenden erfordert.
Schöner Heideggerismus: Das "Zusagende" :-)
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon marcus03 » Di 11. Jun 2019, 11:29

sinemetu hat geschrieben: des zu Sagenden erfordert.
Schöner Heideggerismus: Das "Zusagende"


Das zu Sagende und das Zusagende sind zwei Paar Stiefel.

In der Theologie und Philosophie gibt es den Begriff des Sich-Zusagens:
Gott hat sich dem Menschen in Christus zugesagt.
Was soll das wohl bedeuten? :?
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon sinemetu » Di 11. Jun 2019, 11:57

marcus03 hat geschrieben:
sinemetu hat geschrieben: des zu Sagenden erfordert.
Schöner Heideggerismus: Das "Zusagende"

Das zu Sagende und das Zusagende sind zwei Paar Stiefel.

Danke, ich seh es auch grade .... man merkt gar nicht, was man alles so schreibt ....
marcus03 hat geschrieben:In der Theologie und Philosophie gibt es den Begriff des Sich-Zusagens:
Gott hat sich dem Menschen in Christus zugesagt.

Soll das "in Christus" zu Gott oder zum Menschen gestellt werden?
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon marcus03 » Di 11. Jun 2019, 12:03

zu Gott (Gott in Christus)
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon sinemetu » Di 11. Jun 2019, 12:18

@Tiberis...
Tiberis hat geschrieben:E.Seyfried, Die Ethnika des alten Italiens; Zürich 1951

Habs bestellt!
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Stomachatus » Di 11. Jun 2019, 21:00

sinemetu hat geschrieben:@Tiberis...
Tiberis hat geschrieben:E.Seyfried, Die Ethnika des alten Italiens; Zürich 1951

Habs bestellt!


Bildung kann man nicht kaufen
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon sinemetu » Mi 12. Jun 2019, 00:44

Stomachatus hat geschrieben:Bildung kann man nicht kaufen

... besonders Herzensbildung nicht, aber dafür Bücher...
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Prudentius » Do 13. Jun 2019, 10:24

sinemetu hat geschrieben:Soll das "in Christus" zu Gott oder zum Menschen gestellt werden?


Zu "zugesagt" soll es gestellt werden, Adverbialien gehören zu den Verben.
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Re: Reste von Vokalharmonie im Deutschen

Beitragvon Stomachatus » Do 13. Jun 2019, 12:54

Hören wir auf, diese blöden Fragen zu beantworten.
Es ist eine Schande.
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