nēque

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nēque

Beitragvon Zythophilus » So 1. Mär 2020, 12:43

Gibt es Belege für nēque als Kombination der Konjugation + que (statt et nē), wenn es keinen vorangehenden ut-Satz fortsetzt?
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Re: nēque

Beitragvon Laptop » So 15. Mär 2020, 02:25

Es gibt eine Arbeit, die sich mit genau dieser Frage befaßt:
https://archive.org/details/neveundnequ ... 1/mode/2up

Alles was man schreiben und tun könnte, hat er schon haarklein ausgeführt. Daß es eine Kontroverse ist. Daß Optativ und Konjunktiv schwer voneinander zu trennen sind. Daß man die Quantität des e oft schwer bestimmen kann. Daß neque in besagter Funktion fragwürdiger (zumindest: nicht ganz klarer) Stil ist. Und, und, und.

Neque ist ja aufs Literarische beschränkt, gesprochen hat man "nec". Und da ergibt ein langes e sowieso keinen Sinn. Und wenn man literarisch bleibt, dann hält man gewisse stilistische Vorgaben oder Üblichkeiten ein, und da ist das einfach nicht üblich ein langes e in neque zu haben. Man kann nun zu einem abschließenden Urteil kommen indem man das böse Wort "falsch" vermeidet, und es als "zumindest abseits der Norm" einordnet. Denn Plautus oder Terenz können ja nicht falsch liegen. Andrerseits könnte man, da es eben auch von der Interpretation der Stellen abhängt zu welchem Urteil man kommt, womöglich auch die Belege auf "0" zusammenschrumpfen, je nach Interpretation. Was meinst Du, verehrter Trinkerich?
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Re: nēque

Beitragvon Zythophilus » So 15. Mär 2020, 17:23

In meiner Frage ging es nicht um das normale neque bzw. seine Abgrenzung zu neue, sondern um einen mit ne beginnenden Gliedsatz, der nicht einen ut- oder ne-Satz fortsetzt; an dessen Konjunktion soll das -que angehängt werden, also so wie cumque oder ein Rel.pron. mit angehängtem -que.
Ich habe es jetzt anders gelöst.
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Re: nēque

Beitragvon Laptop » Mo 16. Mär 2020, 05:06

Zythophilus, wenn Du die ersten paar Zeilen des Buches gelesen hättest, wüßtest Du das genau das dort diskutiert wird: "neque numquam ponitur pro et ne ..." ist ein Zitat dort.
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Re: nēque

Beitragvon Zythophilus » Mo 16. Mär 2020, 19:00

Das dürfte ich überlesen haben.
Gratias!
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Re: nēque

Beitragvon Laptop » Di 17. Mär 2020, 04:57

Wobei das der Autor zitiert, es ist nicht zwangsläufig seine Meinung. Ganz allgemein hatte ich Schwierigkeiten den Tenor des Autors herauszulesen bzw. überhaupt ein Fazit des Autors zu finden, ich glaube er überläßt das mehr oder weniger dem Leser. Reisig ist da etwas deutlicher und sagt, man dürfe nicht die Kopula -que mit ne verbinden, weshalb auch so etwas wie "ne ... quidem ..." ergänzt um "que" zu "ne-que ... quidem ..." (und nicht einmal...) falsch sei. Ich nehme an diese Aussage ist mit der Zeit nicht ungültig geworden.

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