Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico V, 7

(1) In Kenntnis dieser Tatsache und weil er dem Stamm der Haeduer so viel Ansehen und Bedeutung zumaß, hielt Caesar es nach wie vor für nötig, Dumnorix mit allen Mitteln in die Schranken zu weisen und ihn von seinem Vorhaben abzubringen,

(2) aber auch, Vorsorge zu treffen, dass Dumnorix ihm selbst oder dem römischen Staat keinen Schaden zufügen könne, denn er bemerkte, dass der Wahnsinn des Dumnorix mehr und mehr zunahm.

(3) Gezwungen, etwa 25 Tage an diesem Ort zu bleiben, weil der Nordwestwind, der gewöhnlich dort über längere Zeit des Jahres weht, die Abfahrt verhinderte, bemühte sich Caesar daher, Dumnorix zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen, während er gleichzeitig nichts unterließ, um alles über seine Pläne zu erfahren.

(4) Als endlich geeignetes Wetter eintrat, befahl er den Soldaten und Reitern, an Bord zu gehen.

(5) Während alle damit beschäftigt waren, schickte sich Dumnorix jedoch an, mit der Reiterei der Haeduer hinter dem Rücken Caesars aus dem Lager zurück in die Heimat zu ziehen.

(6) Als Caesar dies gemeldet wurde, ließ er die Einschiffung unterbrechen, stellte alles andere hintan und schickte einen großen Teil der Reiterei aus, der Dumnorix verfolgen und auf seine Anordnung hin zurückbringen sollte.

(7) Für den Fall, dass dieser Gewalt anwenden und nicht gehorchen sollte, befahl er, ihn zu töten, denn er war überzeugt, dass Dumnorix in seiner Abwesenheit unvernünftig handeln werde, wenn er schon in seiner Anwesenheit seinen Befehl mißachtet hätte.

(8) Als Dumnorix zurückgerufen wurde, begann er, Widerstand zu leisten und sich mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Gleichzeitig beschwor er die Treue seiner Anhänger, indem er wiederholt ausrief, er sei frei und Bürger eines freien Staates.

(9) Die Soldaten handelten, wie ihnen befohlen worden war, umstellten ihn und machten ihn nieder. Die Reiter der Haeduer aber kehrten alle zu Caesar zurück.


Qua re cognita Caesar, quod tantum civitati Aeduae dignitatis tribuebat, coercendum atque deterrendum quibuscumque rebus posset Dumnorigem statuebat; quod longius eius amentiam progredi videbat, prospiciendum, ne quid sibi ac rei publicae nocere posset. Itaque dies circiter XXV in eo loco commoratus, quod Corus ventus navigationem impediebat, qui magnam partem omnis temporis in his locis flare consuevit, dabat operam ut in officio Dumnorigem contineret, nihilo tamen setius omnia eius consilia cognosceret: tandem idoneam nactus tempestatem milites equitesque conscendere in naves iubet. At omnium impeditis animis Dumnorix cum equitibus Aeduorum a castris insciente Caesare domum discedere coepit. Qua re nuntiata Caesar intermissa profectione atque omnibus rebus postpositis magnam partem equitatus ad eum insequendum mittit retrahique imperat; si vim faciat neque pareat, interfici iubet, nihil hunc se absente pro sano facturum arbitratus, qui praesentis imperium neglexisset. Ille enim revocatus resistere ac se manu defendere suorumque fidem implorare coepit, saepe clamitans liberum se liberaeque esse civitatis. Illi, ut erat imperatum, circumsistunt hominem atque interficiunt: at equites Aedui ad Caesarem omnes revertuntur.

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